Sexismusvorwürfe Uber feuert 20 Mitarbeiter

Nach den Ermittlungen wegen angeblichem Sexismus greift Uber offenbar weiter durch. Das Unternehmen trennt sich von mehreren Mitarbeitern.

Uber-Chef Travis Kalanick
REUTERS

Uber-Chef Travis Kalanick


Der Fahrdienstvermittler Uber hat rund 20 Mitarbeiter entlassen. Hintergrund sind Ermittlungen zu Vorwürfen von Sexismus und systematischer Diskriminierung. Namen und konkrete Gründe wurden zunächst nicht bekannt.

Insgesamt waren bei der Untersuchung 215 Fälle geprüft worden. In 100 Fällen wurde nichts unternommen. Uber hatte bereits im Februar seinen Technikchef Amit Singhal entlassen. Singhal soll bei seinem früheren Arbeitgeber Google Frauen sexuell belästigt haben.

Die Untersuchung unter Führung des ehemaligen US-Justizministers Eric Holder war eingeleitet worden, nachdem eine ehemalige Programmiererin des Fahrdienstvermittlers in einem Blogeintrag von einer Unternehmenskultur voller Diskriminierung und Missmanagement berichtet hatte.

Die Software-Entwicklerin beschrieb unter anderem, wie sie von ihrem Vorgesetzten bereits nach wenigen Tagen per Firmen-Chat ein Sexangebot erhielt. Als sie sich bei der Personalabteilung beschwerte, sei ihr lediglich angeboten worden, in einen anderen Bereich zu wechseln. Ihren Vorgesetzen trafen vorerst keine weiteren Konsequenzen, vermutlich, weil er für das Unternehmen zu wichtig war.

Uber steht seit Jahren immer wieder in der Kritik wegen angeblichen Sexismus. Kalanick selbst, der im aktuellen Fall Aufklärung verspricht, soll sich wiederholt abfällig über Frauen geäußert haben. Top-Manager Emil Michael wurde 2014 ebenfalls harsch kritisiert für Gedankenspiele, wie man private Informationen über eine kritische Journalistin ausforschen könne. Er entschuldige sich nach einem öffentlichen Aufschrei und behielt seinen Job.

asa/dpa



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