Roboterwagen-Technik Uber entlässt umstrittenen Star-Entwickler

Eine Google-Schwester wirft ihm vor, Tausende vertrauliche Dokumente zu Uber mitgenommen zu haben. Weil er im Prozess nicht aussagen will, verliert der Roboterwagen-Entwickler Levandowski nun seinen Job.

Anthony Levandowski (Archivbild)
DPA

Anthony Levandowski (Archivbild)


Der Fahrdienstvermittler Uber hat den prominenten Entwickler Anthony Levandowski entlassen. Der 37-Jährige steht im Zentrum des Rechtsstreits mit der Google-Schwesterfirma Waymo. Dem früheren Google-Manager wird in der Waymo-Klage gegen Uber vorgeworfen, er habe vor seinem Abgang beim Internetkonzern Tausende vertrauliche Dokumente mitgenommen.

Levandowski macht in dem Verfahren von dem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern, wenn man sich damit selbst belasten könnte. Uber hatte ihn Mitte des Monats ultimativ aufgefordert, er solle ausdrücklich bestätigen, dass er keine fremden Unterlagen besitze - oder diese aushändigen. Wenn er weiter die Zusammenarbeit bei der Untersuchung verweigere, könne er entlassen werden, hieß es schon damals.

Laut dem Kündigungsbrief an Levandowski, den am Dienstag die "Washington Post" veröffentlichte, hat er jetzt noch 20 Tage Zeit, seine Entlassung abzuwenden, wenn er den Forderungen schließlich nachgibt. Uber teilte mit, das Roboterwagen-Projekt der Firma solle nun von Eric Meyhofer weitergeführt werden, der bereits kommissarisch für Levandowski eingesprungen war.

In dem Streit geht es vor allem um die Laserradare, mit denen selbstfahrende Autos ihre Umgebung abtasten. Levandowski war ein Vorreiter der Technologie bei den Google-Roboterwagen. Nach seinem Abgang beim Internetkonzern gründete er im vergangenen Jahr die auf selbstfahrende Lastwagen spezialisierte Firma Otto. Uber kaufte das Unternehmen für 680 Millionen Dollar und machte Levandowski zum Chef seines Roboterwagen-Programms.

Uber bestreitet, dass die Firma fremdes Wissen verwendet oder auch nur im Haus gehabt habe. Der zuständige kalifornische Richter fand die Vorwürfe von Waymo aber so begründet, dass er in einem für Zivilverfahren äußerst ungewöhnlichen Schritt Staatsanwälte für Ermittlungen wegen des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen einschaltete.

max/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
Rosenhag 31.05.2017
1.
Der Mann kennt sich aus. Gegen die schönen neuen Weltkonzerne hat er juristisch keine Chance.
Das Pferd 31.05.2017
2.
Zitat von RosenhagDer Mann kennt sich aus. Gegen die schönen neuen Weltkonzerne hat er juristisch keine Chance.
Chance? er ist gar nicht Verfahrensbeteiligter, sondern nur Zeuge.
sven2016 31.05.2017
3.
Den nächsten Ärger wird er bekommen, wenn er sein "Otto" mit geklautem Wissen gestartet hat. Dann gibt es auch wegen des Verkaufs an Uber grob auf dir Backen. Für die Gurus gelten keine bürgerlichen Regeln, die sind nur kreativ (und ein bisschen asozial)
j.vantast 31.05.2017
4. Bitte lesen
Zitat von Das PferdChance? er ist gar nicht Verfahrensbeteiligter, sondern nur Zeuge.
Wie kommen Sie darauf das er nur Zeuge ist? "Dem früheren Google-Manager wird in der Waymo-Klage gegen Uber vorgeworfen, er habe vor seinem Abgang beim Internetkonzern Tausende vertrauliche Dokumente mitgenommen." Wenn ihm das vorgeworfen wird ist er nicht Zeuge sondern Beschuldigter.
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