Weniger Stimmrechte Uber entmachtet Ex-Chef Kalanick

Weniger Stimmrechte für den Ex-Chef und ein neuer Großaktionär mit viel Einfluss: Der Taxi-Schreck Uber räumt laut Medienberichten auf. Das Nachsehen hat dabei offenbar Mitgründer Travis Kalanick.

Travis Kalanick: Ein Bild aus besseren Tagen
REUTERS

Travis Kalanick: Ein Bild aus besseren Tagen


Ubers Ex-Chef Travis Kalanick verliert weiter an Einfluss bei dem von ihm mitgegründeten Fahrdienst-Vermittler. Der Verwaltungsrat der Firma hat offenbar beschlossen, Aktien mit mehr Stimmrechten abzuschaffen, die Kalancks Machtposition bisher absicherten. Das berichteten die Nachrichtenagentur Bloomberg, die "New York Times" und das "Wall Street Journal" übereinstimmend. Künftig soll es demnach bei allen Aktien nur jeweils eine Stimme geben. Bisher haben Kalanicks Aktien zehn Mal mehr Stimmrechte als andere.

Außerdem genehmigte der Verwaltungsrat einen Einstieg des japanischen Telekomkonzerns Softbank. Die Japaner wollen laut Berichten in einem ersten Schritt 1 bis 1,25 Milliarden Dollar in Uber investieren. Dabei sei eine Gesamtbewertung des Unternehmens von rund 70 Milliarden Dollar zugrunde gelegt worden.

Mittelfristig wolle Softbank zudem weitere Milliarden in Uber stecken. Insgesamt strebe der Konzern des bekannten und erfolgreichen japanischen Investors Masayoshi Son eine Beteiligung von 14 bis 17 Prozent an, hieß es.

Wenn der Deal gelingt, soll der Verwaltungsrat von 11 auf 17 Sitze ausgebaut werden. Softbank kämen dann zwei Plätze zu - und die restlichen vier sollen von unabhängigen Mitgliedern besetzt werden. Kalanick hatte den Verwaltungsrat gerade erst von neun auf elf Sitze erweitert. Er hatte sich das Recht darauf im vergangenen Jahr gesichert.

Kalanick wollte ursprünglich nicht vom Chefposten zurücktreten, sondern nur eine Auszeit nehmen. Erst unter massivem Druck von Investoren wie dem Risikokapitalgeber Benchmark gab er ganz auf.

Hintergrund waren Vorwürfe von Sexismus und Diskriminierung. Eine Untersuchung hatte massive Defizite in der Unternehmenskultur aufgedeckt. Kalanick wurde als Chef dafür verantwortlich gemacht.

stk/dpa-AFX/Reuters



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