Brandbrief Ex-Mitarbeiter hält Uber schmutzige Spionagetricks vor

Agenten als Fahrer bei der Konkurrenz, gehackte Handys und Computer: Dem Fahrdienstvermittler Uber werden in einem 37-seitigen Brief zahlreiche Spionagemethoden vorgeworfen.

Uber-Fahrzeug in Manhattan
Getty Images

Uber-Fahrzeug in Manhattan


Mündliche Vorwürfe gibt es schon länger - nun wird Uber auch in einem Schriftstück der Spionage bezichtigt: Der ehemalige Uber-Manager Richard Jacobs hat einen 37-seitigen Brief geschrieben, der detaillierte Angaben zu einer angeblichen geheimen Spionageabteilung bei dem Fahrdienstvermittler enthält.

Der Brief wurde am Freitag von einem amerikanischen Gericht öffentlich gemacht und dient als Beweisstück bei Ermittlungen des US-Justizministeriums zu womöglich kriminellen Aktivitäten bei Uber.

In seinem Brief wirft Jacobs der IT-Firma unter anderem vor, sie habe Agenten als Fahrer bei der Konkurrenz eingeschleust. Zwei Uber-Mitarbeiter sollen zudem Hackern 100.000 Dollar gezahlt haben, damit sie geheime Daten von Fahrern und Kunden rivalisierender Unternehmen beschaffen.

Zudem sollen Telefonate zwischen Konkurrenten und Politikern mit sogenanntem signal-intercept equipment mitgeschnitten worden sein. Manche der Informationen seien über geheime Kommunikationskanäle direkt in den War Room von Ex-Chef Travis Kalanick geschickt worden.

Uber teilte mit, man habe Jacobs' Vorwürfe noch nicht im Einzelnen überprüfen können. Das neue Management stehe für fairen Wettbewerb.

Ein Anwalt, der vor Gericht einige Uber-Manager vertritt, sagte, der Brief sei nicht viel mehr als ein Erpressungsversuch. Jacobs war 2017 von Uber gefeuert worden und hatte eine stattliche Abfindung von 7,5 Millionen Dollar erhalten.

ssu



insgesamt 13 Beiträge
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Bakturs 16.12.2017
1. Auflösung
Manche Unternehmen wirken eher wie der stetige James Bond Gegenspieler SPECTRE und sollten von staatlicher Seite schlicht verboten und aufgelöst werden. UBER scheint so ein Unternehmen zu sein.
freigeistiger 16.12.2017
2. Gewinn auf Kosten Anderer
Wenn ich dass richtig verstanden habe, dann ist Uber nur ein Vermittler. Sie leben von Provisionen. Die Kosten für die Autos und das unternehmerische Risiko etc. tragen Andere. Uber hat es geschafft, die Nachfrage, durch die Vermittlung, an sich zu ziehen.
53er 16.12.2017
3. Bei dem was bisher schon über Uber
an die Öffentlichkeit gelangte, wundert das auch nicht mehr. Beim letzten Finanzcrash wurde offenbar, welch mafiöse Strukturen mittlerweile Banken gebildet haben. Nun scheint auch so manchem Unternehmen die Rendite durch normale Geschäftstätigkeit nicht mehr gut genug zu sein, da müssen dann eben unfaire Methoden und dreckige Tricks herhalten, um den Umsatz etwas aufzupimpen. Gerade großmäulige Start-Ups stehen unter Druck, die Anleger möglichst schnell zu überzeugen, dass da Rendite zu holen ist, das lässt sich aber meist nur durch verbrecherische und wirtschaftsradikale Methoden realisieren. Gesunder Wettbewerb ist gut, zuviel Wettbewerb ist ungesund.
austriacus39 16.12.2017
4. Uber ist ...
... in meinen Augen Amerika pur, wie Franchise und ähnliche Gags: die einen arbeiten sich den Allerwertesten ab, die anderen verdienen.
sanibel123 16.12.2017
5. Uber ??? -- Einfach aus dem Verkehr ziehen
Die Aktivitäten dieser Firma haben nur ein Ziel : Geld scheffeln, egal wem es schadet. Solche Firmen haben in Deutschland nichts zu suchen !
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