Transport-App Hamburg verbietet Fahrdienst Uber

Taxifahrer hassen die Konkurrenz durch Uber, jetzt will die Stadt Hamburg den kalifornischen Dienst stoppen. Die Verkehrsbehörde bezeichnet dessen App als "nicht legal". Privatleute, die sich dem Verbot widersetzen, riskieren hohe Strafen.

Von manager-magazin-online-Redakteurin Astrid Maier

Uber-App (hier in London): Fahrer per Smartphone bestellen
Getty Images

Uber-App (hier in London): Fahrer per Smartphone bestellen


Hamburg - Kein Unternehmen weltweit expandiert in dem Geschäft mit der digitalen Vermittlung von Fahrtdiensten so schnell wie Uber aus San Francisco. Die App ist in weltweit rund 150 Städten verfügbar. Bei dem Angebot Uber Pop, um den es jetzt auch in Hamburg geht, bieten Privatpersonen ihre Dienste mit dem eigenen Auto an, die Fahrer lassen sich einfach über das Smartphone bestellen.

Nach Berlin und München versucht Uber derzeit, hierzulande vor allem in Hamburg und Frankfurt neu Fuß zu fassen. Allerdings hat die zuständige Verkehrsbehörde der Hansestadt das Angebot jetzt untersagt, wie ein Behördensprecher manager magazin online mitteilte. Das Problem: Wer in Deutschland gegen Geld Personen befördern will, braucht einen Personenbeförderungsschein - den die Uber-Fahrer meist nicht besitzen.

"Unserer Einschätzung nach handelt es sich deshalb bei dem Dienst Uber Pop eindeutig um nicht genehmigte Personenbeförderungen", sagte ein Behördensprecher dazu manager magazin online. Er fügte hinzu: "Uber Pop ist nicht legal."

Die Hamburger Verkehrsbehörde hat Uber am Dienstag eine entsprechende Untersagungsverfügung zugestellt. Fahrer des Dienstes müssen sich nun darauf einstellen, eine Strafe in Höhe von 1000 Euro pro Verstoß zu bezahlen, sollten sie dennoch weiter Fahrten durchführen. Uber hat die Möglichkeit, gegen die Untersagung Widerspruch einzulegen.

Uber-Fahrer müssen mit hohen Strafen rechnen

Pierre-Dimitri Gore-Coty, Europa-Chef von Uber, teilte manager magazin online mit, Hamburg sei eine "progressive und ambitionierte Stadt, in der Innovationen blühen". Uber respektiere den rechtlichen Rahmen, werde aber weiter in der Stadt seine Dienste anbieten. Bei der Stadt Hamburg geht man ohnehin davon aus, dass sich mit dem Fall am Ende die Gerichte werden beschäftigen müssen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Uber beim Eintritt in einen neuen Markt im Clinch mit den Behörden liegt - im Gegenteil, die Auseinandersetzungen sind so etwas wie Teil des Geschäftsmodells. Denn Uber legt mit seinem Angebot einfach los, um die meist danach eintrudelnden Unterlassungserklärungen kümmert man sich später.

Bei Uber in San Francisco ist man überzeugt, dass die gesetzlichen Regelungen zur Personenbeförderungen rund um die Welt veraltet sind und nur den Bedürfnissen des digital versierten Großstädters angepasst werden müssten. So fordert Gore-Coty auch im Falle Hamburgs, dass "die Regularien der Stadt der Smartphone-Ära" angepasst werden müssten. In der Branche geht man davon aus, dass Uber in Hamburg die Strafzahlungen für die Fahrer übernehmen wird, damit diese nicht wieder abspringen.

Gegen das Unternehmen aus Kalifornien läuft auch die Taxibranche rund um den Globus seit Langem Sturm. Zuletzt gab es im Juni massive koordinierte Proteste und Streiks von Taxifahrern gegen Uber und andere ähnliche Dienste in Städten wie Paris, London, Mailand und Hamburg.

Die Investoren von Uber ficht das alles nicht an. Vor Kurzem sammelte das erst 2009 gegründete Unternehmen neues Geld für seine Expansion ein und wurde dabei auf einen Firmenwert von über 18,2 Milliarden US-Dollar taxiert - das ist selbst für Maßstäbe des Silicon Valley rekordverdächtig. Damit wird das Unternehmen, das selbst über keine eigene Flotte verfügt, in etwa so hoch bewertet wie die Autovermietung Hertz. Und mit den bei der Finanzierungsrunde eingesammelten mehr als eine Milliarde US-Dollar lassen sich wohl viele Anwalts- wie Gerichtskosten, wie sie jetzt in Hamburg entstehen könnten, begleichen.



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Seite 1
berghamburg 23.07.2014
1. Personenbeförderung
Mal abgesehen davon, dass man nun mal in D einen Personenbeförderungsschein benötigt (der ja vielleicht gar nicht schwer zu beschaffen ist) hat man bei Uber keinerlei Rechte, bei Taxis schon. Viele akzeptieren inzwischen auch EC-, Geld- und Kreditkarten, bei Uber sicher nicht. Ich fahre nicht viel mit Taxis, aber ich werde es weiterhin tun, wenn nötig und nicht zu Uber konvertieren. Allerdings treibt der Streik der Taxifahrer Uber neue Kunden zu - ich habe vor den Streiks noch nie von Uber gehört.
Benjowi 23.07.2014
2. Überegulierung ist das Problem!
Tja, da ist wohl der Blitz in eine der schön durchregulierten Oasen in diesem überregulierten Land eingeschlagen. Im Prinzip ist eine gewisse Regulierung speziell im Taxibereich schon notwendig-aber nicht in der hysterischen Form, wie das hierzulande üblich ist. Es kann natürlich nicht sein, dass normale Taxifahrer sich dieser abartigen Überregulierung beugen müssen, solche Konkurrenz aber nicht. Die Regulierung, die die "German Angst" bedient, gehört einfach auf das Notwendigste zurückgefahren!
robert.o 23.07.2014
3.
Uber ist nur erfolgreich, weil die Taxidienste und -fahrer zum (leider großen) Teil unfähig sind. Service ist eher ein Fremdwort und Fahrer, die schlichtweg überhaupt keine Ahnung haben, wo sie hinfahren sollen oder sich um allgemeine Verkehrsregeln einen Dreck scheren, führen nicht zu mehr Vertrauen.
Newspeak 23.07.2014
4. ...
Allerdings hat die zuständige Verkehrsbehörde der Hansestadt das Angebot jetzt untersagt, wie ein Behördensprecher manager magazin online mitteilte. Das Problem: Wer in Deutschland gegen Geld Personen befördern will, braucht einen Personenbeförderungsschein - den die Uber-Fahrer meist nicht besitzen. Es ist wie überall. Eine etablierte, satte Branche (Taxis) mit überwiegend schlechtem Service versucht ihr Geschäftsmodell mit staatlicher Unterstützung zu retten und Gerichte lassen sich gerne dafür mißbrauchen, im Sinne der Unternehmer Recht zu sprechen. Wen interessiert schon der Hintergrund, wenn man Paragraphen hat, die man möglichst bürgerunfreundlich auslegen kann. Aber wahrscheinlich benötigt ein Taxifahrer in Deutschland wirklich mehr Qualifikationen als ein Richter.
Iggy Rock 23.07.2014
5.
Zitat von BenjowiTja, da ist wohl der Blitz in eine der schön durchregulierten Oasen in diesem überregulierten Land eingeschlagen. Im Prinzip ist eine gewisse Regulierung speziell im Taxibereich schon notwendig-aber nicht in der hysterischen Form, wie das hierzulande üblich ist. Es kann natürlich nicht sein, dass normale Taxifahrer sich dieser abartigen Überregulierung beugen müssen, solche Konkurrenz aber nicht. Die Regulierung, die die "German Angst" bedient, gehört einfach auf das Notwendigste zurückgefahren!
Finden sie es nicht merkwürdig, dass vor allen in Branchen, wo die Gehälter alles andere als hoch sind, die Überregulierung beklagt oder sogar angegangen wird? Wir haben weitaus interessantere Felder, wo der Wettbewerb per Gesetz den Vebrauchern viel Geld kostet und den Beschäftigten traumhafte Einkommen sichert.
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