Mögliches Aus für Fahrdienstvermittler Erdogan will Uber in der Türkei verbieten

Präsident Tayyip Erdogan will offenbar den Fahrdienstvermittler Uber aus dem Land werfen. "Dieses Geschäft ist vorbei", sagte er in Istanbul.

Türkischer Präsident Tayyip Erdogan
REUTERS

Türkischer Präsident Tayyip Erdogan


Tayyip Erdogan hat ein Ende der Uber-App in der Türkei angekündigt. Der Service des Fahrdienstvermittlers soll den Worten des Präsidenten zufolge nicht mehr geduldet werden. "Dieses Geschäft ist vorbei. Es existiert nicht mehr" sagte Erdogan während einer Rede am Freitag in Istanbul.

Zuvor hatten Taxifahrer in Istanbul Uber als geschäftsschädigend und illegal bezeichnet und ein Verbot gefordert. In der Stadt am Bosporus sind geschätzt 17.400 Taxis unterwegs. Seit Uber 2014 auf den Markt drängte, hat sich die Spannung zwischen alteingesessenen Taxiunternehmen und dem US-Anbieter verstärkt.

In den vergangenen Wochen waren die Lizenzanforderungen für die Personenbeförderung bereits verschärft worden. Schon jetzt ist es schwieriger für Fahrer, sich bei Uber registrieren zu lassen. Uber hatte die Verschärfungen zurückhaltend kommentiert. Man werde mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, um den Personentransport zu verbessern, und der Türkei langfristig "ein echter Partner ein".

Uber ist in der Türkei in Istanbul und den Touristenorten Bodrum and Cesme vertreten. Die Passagierzahlen sind nicht bekannt. "Wir haben unser eigenes Taxisystem. Woher kommt dieses Uber?", fragte Präsident Erdogan. "Es wird in Europa benutzt, mir ist das völlig egal. Wir werden das selbst entscheiden."

Das 2009 in San Francisco gegründete Unternehmen ist in vielen Ländern der Welt verboten. Mit ungeklärten Fragen zu Versicherungen, Lizenzen und Arbeitsrecht beschäftigt Uber immer wieder die Gerichte.

Berichten zufolge sollen alteingesessene Taxifahrer in Istanbul in der Vergangenheit Uber-Fahrzeuge beschädigt haben und sogar auf Uber-Fahrer und Fahrgäste losgegangen sein.

Tatort in Denver, Colorado
AP

Tatort in Denver, Colorado

Tödliche Schüsse im Uber-Taxi

In der US-Metropole Denver, Colorado, machte Uber derweil Schlagzeilen ganz anderer Art: Dort soll ein 29-jähriger Uber-Fahrer am Freitagnachmittag auf einen Fahrgast geschossen und ihn getötet haben. Der Mann wurde festgenommen und muss sich nun wegen Mordverdachts verantworten. Das 45-jährige Opfer wurde tot auf dem Beifahrersitz gefunden. Die Polizei stellte eine halbautomatische Waffe sicher, aus der mindestens zehn Schüsse abgegeben wurden.

Uber untersagt es Fahrern wie Passagieren, Waffen im Taxi zu tragen. Der US-Bundesstaat Colorado hingegen erlaubt ihnen das Tragen von Waffen zum Selbstschutz.

Erst im März hatte ein tödlicher Unfall mit Uber-Beteiligung in den USA für Empörung gesorgt: In Arizona wurde eine Fußgängerin von einem autonom fahrenden Uber-Fahrzeug erfasst und getötet.

Video: Uber gegen die Taxi-Branche

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ala/Reuters

insgesamt 52 Beiträge
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Lonsinger 02.06.2018
1.
Mein Präsident ist er nicht, dennoch stimme ich ihm zu, diesen Wildwuchs der Personenbeförderung zu unterbinden. In D würde ein Verbot natürlich alle Gerichtsinstanzen bemühen, 5 Jahre gingen dafür sicher ins Land. Aber so hätte die Entscheidung wenigstens den Charakteranstrich eines Rechtsstaates, und die Türkei den Schwarzen Peter.
sterling 02.06.2018
2.
Ich habe Uber das erste mal in Brasilien benutzt und nutze es jetzt auch in den USA. Und ich liebe diese App. Man sollte in Deutschland und auch in der Türkei eher die Taxis verbieten. In Deutschland würde ich bei den Preisen ganz bestimmt nicht in ein Taxi steigen. Uber ist bequemer, schneller, besser und günstiger!
spon_12 02.06.2018
3.
Zitat von sterlingIch habe Uber das erste mal in Brasilien benutzt und nutze es jetzt auch in den USA. Und ich liebe diese App. Man sollte in Deutschland und auch in der Türkei eher die Taxis verbieten. In Deutschland würde ich bei den Preisen ganz bestimmt nicht in ein Taxi steigen. Uber ist bequemer, schneller, besser und günstiger!
Vielen Dank für diese interessanten Informationen! Jetzt weiß ich endlich, das der Forist "sterling" Uber benutzt! Wahrlich eine Bereicherung, nicht nur für das Forenleben!
Gerdd 02.06.2018
4. Oder auch so:
Das sind mindestens 17400 Wählerstimmen ... In Erdogans Lage zählt jedes Bisschen.
karlsiegfried 02.06.2018
5. # 2 Ganz schön daneben
Zitat von sterlingIch habe Uber das erste mal in Brasilien benutzt und nutze es jetzt auch in den USA. Und ich liebe diese App. Man sollte in Deutschland und auch in der Türkei eher die Taxis verbieten. In Deutschland würde ich bei den Preisen ganz bestimmt nicht in ein Taxi steigen. Uber ist bequemer, schneller, besser und günstiger!
Keine Sozialabgaben, keine KV und UV, kein nichts. Und den dicken Reibach macht Uber auf der Couch sitzend. Deutsche Taxis sind teuer, das stimmt. Aber wir sind nun mal in Deutschland. Und deutsche Taxifahrer müssen auch nicht in ihren Taxis oder in Blechhütten wohnen, wie ihre Kollegen in Brasilien, denen das Geld für eine Wohnung fehlt. Hoffentlcih sparen Sie nicht auch noch am Trinkgeld, wenn sie sich von den armen Schluckern fürn Appel und nen Ei durch die Gegend fahren lassen.
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