Einstieg im großen Stil Softbank verlangt nach Skandalen hohen Rabatt auf Uber-Anteile

30 Prozent unter Wert: Der japanische Softbank-Konzern will für eine mögliche Großbeteiligung an Uber laut US-Medien einen deutlichen Abschlag. Der Taxi-Schreck leidet unter Daten- und Management-Skandalen.

Uber-Logo an Firmenbüros in New York
REUTERS

Uber-Logo an Firmenbüros in New York


Softbank will sich in großem Stil bei Uber einkaufen - 14 bis 17 Prozent der Anteile will der japanische Technologiekonzern am Ende vom US-Fahrdienstvermittler besitzen. Allerdings soll das weniger kosten, als die aktuelle Bewertung von Uber vermuten ließe: Softbank habe beim Angebot an bisherige Aktionäre den Firmenwert von Uber bei lediglich 48 Milliarden Dollar angesetzt, berichten der Finanzdienst Bloomberg und die "New York Times" unter Berufung auf Insider.

Das wäre ein Abschlag von rund 30 Prozent auf die bisherige Bewertung des teuersten Start-ups der Welt, die bei 68,5 Milliarden Dollar liegt. Der geplante Deal besteht den Berichten zufolge aus zwei Teilen: Für rund eine Milliarde Dollar sollen Anteile direkt bei dem Fahrdienst-Vermittler gekauft werden, und zwar zur bisherigen Spitzenbewertung. Den Rest wolle sich Softbank bei bisherigen Aktionären zu dem niedrigeren Preis holen - und einige von ihnen seien auch bereit, zu diesen Bedingungen zu verkaufen.

Uber ist in diesem Jahr durch eine Serie von Skandalen erschüttert worden. Der Mitgründer und langjährige Chef Travis Kalanick musste gehen, nachdem eine Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung in dem Unternehmen Missstände beim Management aufdeckte. Das Unternehmen steht im Visier einer Klage der Google-Schwesterfirma Waymo, die Uber den Einsatz bei ihr gestohlener Roboterwagen-Technologie vorwirft.

Jüngst musste der neue Chef Dara Khosrowshahi zudem einräumen, dass Uber ein Jahr lang einen Hackerangriff verschwieg, bei dem Daten von 57 Millionen Nutzern und Fahrern erbeutet wurden. Statt diese zu informierten, zahlte Uber den Angreifern 100.000 Dollar für die Vernichtung der gestohlenen Informationen.

Die Investition von Softbank ist wichtig für Uber: Der Fahrdienst-Vermittler arbeitet nach einer rasanten globalen Expansion weiterhin mit hohen Verlusten und kann eine weitere Geldspritze bis zu dem für 2019 anvisierten Börsengang gut gebrauchen. Außerdem könnte Softbank seine Milliarden sonst in den Rivalen Lyft stecken.

fdi/dpa



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