Nach Suizidserie New Yorks Taxifahrer demonstrieren gegen Uber

Drücken Fahrdienstanbieter wie Uber und Lyft die Preise so stark, dass Taxifahrer kein Auskommen mehr haben? In New York fordern die Betroffenen ein Eingreifen der Behörden - nachdem sich verzweifelte Fahrer das Leben genommen haben.

Taxi auf der Brooklyn Bridge in New York
DPA

Taxi auf der Brooklyn Bridge in New York


Nach einer Reihe von Suiziden unter New Yorks Taxifahrern werden Rufe nach strengeren Vorschriften für Fahrdienstvermittler wie Uber und Lyft lauter. Der Stadtrat habe nicht genug unternommen, um das Geschäft der Fahrdienste zu regeln, hieß es bei Demonstrationen des Taxiverbunds NYTWA (New York Taxi Workers Alliance) in dieser Woche. Der Konflikt zwischen Fahrern der oft gelben, lizenzierten Taxis mit Fahrern von Uber und Co. schwelt seit Jahren.

Sechs Taxifahrer begingen NYTWA zufolge in den vergangenen acht Monaten Suizid. Für viele ältere Fahrer sei der Ruhestand wegen geringer Einnahmen außer Reichweite gerückt. Im Februar nahm sich ein Fahrer vor dem New Yorker Rathaus das Leben. Zuvor hatte er auf Facebook geschrieben, kein "Sklave für Kleingeld" sein zu wollen.

Demonstration gegen Fahrdienste Uber und Lyft (19. Juni 2018)
AFP

Demonstration gegen Fahrdienste Uber und Lyft (19. Juni 2018)

Uber trifft in vielen Ländern auf Widerstand von Taxibranchen und Behörden. In der umkämpften Metropole New York hat sich die Zahl der Fahrer im ohnehin dichten Verkehr durch Apps wie Uber und vergleichbare Anbieter wie Lyft, Juno, Via und Gett deutlich erhöht.

Die Zahl der Taxis ist auf etwa 13.600 begrenzt und die Lizenzen sind teuer, eine Obergrenze für die Fahrdienstvermittler gibt es aber nicht. Für viele offizielle Fahrer lohnt sich das Geschäft deshalb offenbar kaum noch. So wurden Mitte Juni 140 der eigentlich begehrten Taxilizenzen bei Zwangsversteigerungen angeboten, erzielten aber nur Spottpreise - obwohl sich viele Fahrer vor wenigen Jahren noch massiv verschuldeten, um an die damals begehrten Genehmigungen zu kommen. 2014 hingegen war der Wert pro Lizenz noch im Schnitt auf etwa 1,3 Millionen Dollar geschätzt worden.

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