Streit bei Fahrdienst-Vermittler Nummer zwei verlässt Uber verärgert

Er sollte das angekratzte Image von Uber wieder verbessern. Doch nach nur wenigen Monaten hat Jeff Jones wieder gekündigt. Der einstige Hoffnungsträger kritisierte das US-Unternehmen deutlich.

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Gerade einmal rund sechs Monate hat es Jeff Jones bei Uber ausgehalten. Der einstige Hoffnungsträger und die Nummer zwei des Unternehmens verlässt den Fahrdienstvermittler bereits wieder - und zeigte sich nach seinem Abgang verärgert. "Es ist klar, dass die Überzeugungen und Ansätze, die meine Karriere bestimmt haben, nicht vereinbar sind mit dem, was ich bei Uber gesehen und erlebt habe", sagte Jones der Tech-Website "Recode".

Uber-Chef Travis Kalanick versuchte im Gegenzug, eine Verbindung herzustellen zwischen Jones' Abgang und seiner eigenen Suche nach einer rechten Hand auf einem neu geschaffenen Geschäftsführerposten. Nach dieser Ankündigung "kam Jeff zu der schweren Entscheidung, dass er seine Zukunft nicht bei Uber sieht", schrieb der Gründer und Chef in einer unter anderem von Bloomberg veröffentlichten E-Mail an die Mitarbeiter.

Jones war erst Ende August vom US-Handelsgiganten Target, wo er Marketingchef war, zu Uber gekommen und sollte das angeschlagene Image des Start-ups wieder aufpäppeln. Vor Jones hatten zuletzt weitere Spitzenmanager das Unternehmen verlassen. Im vergangenen Monat wurde der hochrangige Technik-Experte Amit Singhal nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung bei seinem früheren Arbeitgeber Google gebeten, Uber zu verlassen. In diesem Monat stiegen der für Produkte und Wachstum zuständige Vizepräsident Ed Baker und der leitende Sicherheitsexperte Charlie Miller aus.

Uber war zuletzt in den Mittelpunkt mehrerer Kontroversen geraten. Die Google-Schwesterfirma Waymo wirft Uber in einer Klage den Einsatz von Technologie vor, die ein ehemaliger Mitarbeiter gestohlen habe. Eine ehemalige Softwareentwicklerin beschrieb eine von Frauendiskriminierung geprägte Unternehmenskultur. Und Kalanick selbst geriet in die Kritik nach einem auf Video aufgezeichneten Streit mit einem Uber-Fahrer. Danach kündigte er an, einen Top-Manager für das Tagesgeschäft zu suchen.

max/dpa/Reuters



insgesamt 38 Beiträge
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sven2016 20.03.2017
1.
Seltsames Geschäftsmodell, riesige Verluste, Umsatzsteigerung um 300%(!) im Jahr 2016 ... und das Ziel ist der Börsengang, um richtig Kasse zu machen. Da liegen die Nerven blank und in der Führungsetage ist Dauerstress, gerade nach dem Abgang in China und diversen Fahrverboten in Staaten.
Miere 20.03.2017
2. Die Interna der Firma interessieren mich nicht. Ich hoffe nur, dass sie hier illegal bleibt.
Man sollte vielleicht in jedem Beitrag wieder daran erinnern, dass Uber Taxi-Dienste anbietet, ohne die Versicherungen und Sozialversicherung für Taxifahrer zu bezahlen, also Scheinselbstständigkeit. Die Leute wissen das sonst nicht.
Phil2302 20.03.2017
3. Uber ist für mich ein Unding
Wenn eine Firma glaubt, sich über die Gesetz in einem Land hinwegsetzen zu können, dann kann ich diese Firma nicht unterstützen - und eben jetzt auch kein Mitleid mit ihr haben. Die Firma ist das Ebenbild des Raubtierkapitalismus und sch*t auf den kleinen Menschen. Daher wundere ich mich ganz besonders, warum gerade die Freunde von mir mit Uber fahren (oder gefahren sind), die sich ansonsten für politisch weit links halten.
alexanderrr 20.03.2017
4. Nummer 2 geht Uber Bord?
Hört ja nicht auf bei UBER mit den schlechten Nachrichten, das zeichnet ein merkwürdiges Bild von dieser Firma. Sehr sympatisch war mir das Firmenkonzept eh nie, obwohl ich es im Grunde immer begrüße wenn jemand kommt der etwas anders machen möchte - und damit die Etablierten etwas aufschreckt oder gar umzukrempeln vermag. Dennoch ist es hier anders ohne das ich es genau zu erklären vermag. Wahrscheinlich haben sie es nur zu ungeschickt angestellt, dazu die ganzen Tricksereien.
andreasm.bn 20.03.2017
5. die R.... (letzten Vernünftigen)....
verlassen das sinkende Schiff! Uber hat sich ja schon hier 'ne blutige Nase geholt und ich prognostiziere mal, dass dieses "Geschäftsmodell" auf Dauer keine Substanz hat. Muß ja jeder selber wissen, aber ich würde mir dreimal überlegen, ob ich wegen 'n paar € zu 'nem Fahrer ins Auto steige, von dem ich nicht weiß, ob er in der Lage ist, verantwortungsvoll fremde Passagiere zu befördern oder gar, ob er überhaupt gegen Personenschäden bei Beförderungsleistungen versichert ist.
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