Riskante Expansion Uber verliert 800 Millionen Dollar in drei Monaten

Die Umsätze wachsen rasch, die Verluste ebenso: Der Fahrtenvermittler Uber geht bei seiner Expansionsstrategie volles Risiko. Das schlechte Ergebnis könnte die Pläne für einen Börsengang gefährden.

AP

Der Fahrdienst Uber hat im dritten Quartal offenbar erneut tiefrote Zahlen geschrieben. Das Minus habe sich auf mehr als 800 Millionen Dollar summiert, berichten die Nachrichtenagentur "Bloomberg", das "Wall Street Journal" und das Techblog "The Information" übereinstimmend. Insgesamt seien im laufenden Jahr Verluste von rund zwei Milliarden Dollar angefallen.

Beim Umsatz sei der Taxi-Rivale, der Mitfahrgelegenheiten über das Internet vermittelt, im dritten Quartal auf rund 1,7 Milliarden Dollar gekommen, hieß es. Im Quartal zuvor waren es laut Bloomberg erst 1,1 Milliarden Dollar. Uber liege damit auf Kurs, im Geschäftsjahr 2016 auf Erlöse von mehr als 5,5 Milliarden Dollar zu kommen.

Die Zahlen wurden offenbar vergangene Woche in einer Telefonkonferenz mit Investoren genannt. Das Unternehmen nahm zu den Berichten bisher nicht Stellung.

Die hohen Verluste sind das Resultat einer aggressiven Wachstumsstrategie. Uber gab unter anderem viel Geld aus, um neue Fahrer anzuwerben, und investierte in neue Geschäftszweige wie autonomes Fahren und den Lieferservice Uber Eats.

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Uber vs. Verkehrsbehörde: Streit auf den Straßen von San Francisco

Experten zufolge muss das Unternehmen seine Verluste bald begrenzen, wenn es sich nicht den eigenen Börsengang erschweren will. Der Wert des Fahrtenvermittlers, der sich in Europa teils rücksichtslos über Sicherheitsvorschriften und Gesetze zum Arbeitnehmerschutz hinwegsetzte, wird derzeit auf bis zu 68 Milliarden Dollar geschätzt. Experten erwarten, dass die Firma 2017 an die Börse geht.

ssu

insgesamt 47 Beiträge
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joking_hazard 20.12.2016
1. Gier schlägt Verstand in 10 von 10 Fällen
Gier führt halt nur sehr selten zum gewünschten Ziel. Wäre nicht schade drum wenn Uber pleite geht. Ein turbokapitalistischer Konzern mit Allmachtsphantasieen weniger.
Mach999 20.12.2016
2. Kein Geschäftsmodell
Meines Erachtens leidet Uber daran, dass es kein funktionierendes Geschätsmodell gibt. Weil sich nirgends auf der Welt eine Behörde gefunden hat, die das illegale Geschäftsmodell von Uber legalisiert, muss man das Investorengeld jetzt anderweitig ausgeben. Und davon ist eine Mene da. Allerdings fehlen die Ideen. Die legalen Märkte, in denen sich Uber jetzt herumtreibt, sind schon von anderen Playern besetzt. Uber ist einfach nicht innovativ genug.
frenchie3 20.12.2016
3. Wenn man vom Kerngeschäft weggeht
Mit dem Anfangsgeschäft kann es keine Verluste geben da Investitionen in Autos und die Arbeit nur von den Fahrern geleistet werden, Uber kassiert nur Provisionen. "Neue" Ideen, falsch umgesetzt, ab Richtung Bachgasse. Ist doch jedem geholfen: die Investoren können Verluste abschreiben, ein paar Mitarbeiter und Fahrer müssen noch nicht zum Arbeitsamt und die Uberausbeuter kommen vielleicht noch in den Knast
tkedm 20.12.2016
4.
Wow, eine Essenslieferung als Zusatzgeschäft. DAS ist mal innovativ.
C.Kleinermann 20.12.2016
5. Uber vermittelt keine Mitfahrgelegenheiten
Bei Uber bestellt man Privatfahrer ohne Taxilizenz und Personenbeförderungsschein im nicht für die kommerzielle Personenbeförderung zugelassenen und versicherten Privatfahrzeug. Mitfahrgelegenheiten vermittelt Comovee.
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