Taxi-Konkurrent Zahl der Uber-Nutzer steigt nach Verbot rasant an

Der Taxi-Konkurrent Uber profitiert offenbar von dem deutschlandweiten Verbot: Nach dem Gerichtsurteil habe sich die Zahl der Neuanmeldungen in Deutschland mehr als verdoppelt, behauptet das Unternehmen. Nun will es weiter expandieren.

Die Uber-App auf dem Smartphone: Neuanmeldungen mehr als verdoppelt
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Die Uber-App auf dem Smartphone: Neuanmeldungen mehr als verdoppelt


Hamburg - Eigentlich sollte der Taxi-Konkurrent Uber durch das Gerichtsurteil gestoppt werden: Das Landgericht Frankfurt am Main hatte dem amerikanischen Start-up per einstweiliger Verfügung die Vermittlung von Fahrern ohne Konzession deutschlandweit untersagt. Doch offenbar hat die Entscheidung der Richter dem Unternehmen neuen Zulauf verschafft. Die Zahl der Neuanmeldungen sei seitdem sprunghaft gestiegen, teilte das Start-up nun mit.

In den vergangenen 24 Stunden habe Uber in Deutschland "das größte Wachstum an Neuanmeldungen innerhalb nur eines Tages seit Jahresbeginn" verzeichnen können. In den fünf Städten, in denen Uber momentan aktiv sei, haben sich die Neuanmeldungen demnach mehr als verdoppelt. Die Smartphone-App UberPop sei sogar in Städten heruntergeladen worden, wo das Unternehmen noch gar nicht aktiv sei.

Uber erlaubt unter anderem Privatleuten ohne spezielle Zulassung, via Smartphone-App Fahrten anzubieten, die oft deutlich günstiger sind als die ortsüblichen Taxitarife. Das Geschäftsmodell stößt allerdings vielerorts auf Widerstand, insbesondere in der Taxibranche.

Das Unternehmen zeigte sich schon kurz nach Bekanntwerden der richterlichen Entscheidung vom Dienstag betont unbeeindruckt - und verkündete, einfach weitermachen zu wollen. "Die Wahlmöglichkeiten der Bevölkerung einzuschränken, war noch nie eine gute Idee", hieß es in einer schriftlichen Reaktion auf das Urteil. Das könnte allerdings teuer werden: Theoretisch könnte das Gericht für jeden Verstoß, also jede Fahrt, ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro gegen Uber verhängen.

In Deutschland ist das Start-up bisher in Berlin, München, Frankfurt am Main, Hamburg und Düsseldorf vertreten. Der "öffentliche Zuspruch" durch die zahlreichen Neuanmeldungen bestätige Uber in seinem Vorhaben, bald auch in weitere deutsche Städte zu expandieren, teilte das Unternehmen weiter mit. Weltweit ist das Start-up eigenen Angaben zufolge in 45 Ländern tätig.

Ethik der Share Economy

vks/AFP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Seite 1
bill_dauterive 03.09.2014
1.
Vielleicht sollte ich mich auch gleich mal anmelden. Besitze eine gültige Fahrerlaubnis Klasse D, und eine Steuernummer...
Milmo 03.09.2014
2. Günstiger?
Klar, wer sich nicht an die Regeln von Gewerberecht und Verbraucherschutz hält, hat regelmäßig einen Vorteil gegenüber einer Konkurrenz, derartigen Firlefanz zu beachten hat. Bekannt aus Leiharbeit und Produktion in Entwicklungsländern. Also: Gleich uberfahren und dann einen Leserbrief an die Zeit schreiben, gegen Primark und Co.
hobbyleser 03.09.2014
3. ...behauptet das Unternehmen
aha! Ja, wenn die das behaupten, wird das wohl so sein. Die sind ja auch sonst hochseriös, halten sich an richterliche Anordnungen und geben ja im allgemeinen sehr viel auf die deutsche Rechtsordnung.
martin.fluch 03.09.2014
4. Der zu erwartende Effekt der Publicity
Das war so zu erwarten. Die Publicity macht auf die Firma in Deutschland bekannt. Aber ich denke, dass Uber (und vergleichbare Taxi 2.0 unternehmen) sich nicht lange in Deutschland halten können. Sobald Gerichte Uber dazu zwingt die Gesetze in Deutschland einzuhalten wird es sicher nicht mehr so rentabel sein. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es den ersten Unfall geben wird, bei dem ein Uberfahrer dann plötzlich feststellen muss, dass seine Private Versicherung eben nicht bei geschäftliche Personenbeförderungen greift. Und wie lange dauert es, bis Behörden anfangen, Uberfahrer zu kontrolieren, ob sie einen Personenbeförderungsschein haben, Versichert sind, ihren TÜV alle 12 Monate machen lassen, ihre Verdienste auch richtig versteuern, etc. Dann wird sich das alles ganz schnell legen...
zick-zack 03.09.2014
5. Kein Problem
Ich weiß nicht, wo das Problem für die Taxen ist. Wer Uber nutzt, für den ist Taxi zu teuer. Eigentlich müßte sich der ÖPNV beklagen.
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