Echtzeit-Daten Uber will Staus abschaffen

Der Fahrtenvermittler Uber hat einen Dienst gestartet, der detaillierte Daten über Verkehrsflüsse liefern soll. Staus in urbanen Ballungsgebieten sollen so vermieden werden.

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Höher, enger, dichter: Immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Dadurch wird nicht nur der Wohnraum knapp, sondern auch der Platz auf den Straßen. Taxischreck Uber bietet nun eine Lösung für dieses Problem an. Auf einer neuen Website namens Movement will der Dienst aus San Francisco Informationen zum Verkehrsfluss auf den Straßen bereitstellen.

Gesammelt werden die Daten während der Fahrt - also überall dort, wo Uber-Autos unterwegs sind. Für Städteplaner und andere Interessierte könnte Movement ein Hilfsmittel werden, um Verkehrsflüsse zu optimieren. Googles Kartendienst Waze bietet bereits seit 2015 einen ähnlichen Service an, der unter anderem an Lösungen für ein staufreies Los Angeles arbeitet.

Projekte wie die von Uber und Waze sind erste Versuche, auf einem vielversprechenden Zukunftsmarkt Fuß zu fassen. Autokonzerne treibt die Vision eines sogenannten Reality Index um - also die Version, möglichst viele Informationen über die Welt in Echtzeit zu erfassen.

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Fotostrecke: Wie Uber Staus abschaffen will

Bereits jetzt nutzen Apps wie Moovel die GPS-Sensoren von Millionen Smartphones, um die genauen Ankunftszeiten von öffentlichen Verkehrsmitteln in Echtzeit an ihre Nutzer weiterzugeben. Künftig sollen moderne, teils mit Tausenden Sensoren ausgestattete Autos noch ganz andere Echtzeit-Daten sammeln.

Die flächendeckende Erfassung von freien Parkplätzen, Staus oder Schlaglöchern sind nur die naheliegenden Ideen. Sensoren in Scheibenwischern könnten beispielsweise auch Wetterdaten in weit höherer Auflösungsdichte erfassen als entsprechende Stationen. Krankenwagen sollen dank der Datenströme schneller zu Unfallstellen gelangen, in Rio wurden die Routen von Müllautos optimiert. Echtzeit-Erfassungen sind zudem eine wichtige Grundlage für autonomes Fahren.

Die Daten der Autos und Smartphones lassen sich miteinander kombinieren. Finales Ziel sei eine "Live-Repräsentation der Welt", werbetextete Audi-Chef Rupert Stadler bereits Ende 2015. Die Entwicklung eines Reality Index bewegte Audi, BMW und Daimler auch dazu, den Kartendienst Here zu kaufen und ihn nun gemeinsam mit dem IT-Riesen Intel kräftig auszubauen.

Uber will, wie sich nun zeigt, in diesem Zukunftsmarkt ebenfalls mitmischen. Neben den Echtzeit- will der Dienst auch Langzeitdaten erfassen, die Städteplanern unter anderem helfen sollen, zu entscheiden, wo der Bau neuer Straßen besonders sinnvoll ist.

Datenschutzbedenken will der Fahrtenvermittler von vorneherein ausräumen: Alle auf Movement verwendeten Angaben seien anonymisiert, teilt das Unternehmen mit. Geld wolle man mit dem Dienst zumindest vorerst nicht verdienen. Der Zugang zu den Daten sei kostenlos.

Indirekt könnte Uber aber gleich doppelt von seinem neuen Ableger profitieren: Denn erstens bedeuten staufreie Städte mehr Wachstumschancen für den Fahrtenvermittler. Zweitens dürfte ein solcher Beitrag fürs Gemeinwohl die Beziehung zu den Stadtverwaltungen verbessern, gegen die der Fahrtenvermittler aufgrund seiner als gesetzeswidrig kritisierten Geschäftspolitik oft vor Gericht kämpft.

Manche Verwaltungen dürften jedoch auch nicht ganz freiwillig mit Firmen wie Waze oder Uber kooperieren. Denn die neuen Dienste dürften die Städte in jedem Fall verändern - egal, ob die Behörden mit ihnen zusammenarbeiten oder nicht.



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Bueckstueck 09.01.2017
1. Lachhaft
Den Faktor "menschliche Dummheit" kann man aus einem System das auf Menschen basiert niemals ausmerzen. Man müsste den Menschen "ausmerzen" indem man ihm die Kontrolle entzieht - hallo autonome Fahrzeuge. Erst dann wäre es denkbar bis zu einem gewissen Verkehrsaufkommen Staus auszuschliessen. Das würde sicherlich weit über der heutigen Auslastung von Strassen liegen, aber irgendwann verstopft jede Toilette wenn man sie überfüllt...
masterrobin93 09.01.2017
2. Find diese Idee gut
Die angesprochene Idee von Uber find ich durchaus sinnvoll, sollte umgesetzt werden.
2cv 09.01.2017
3. Noch mehr Autos...
Ich bin dieser Tage mit Freude in meine alte Heimat gefahren, in eine Strasse auf der ich als Kind gross geworden bin, mit kleinem Parkplatz für Anwohner und ausreichender Breite für spielende Kinder. Als ich nun nach 2 Jahrzehnten dort wieder vorbeifuhr, meine sentimentalen Erinnerungen auffrischen wollte, fand ich nicht nur den damals halbvollen Parkplatz randvoll, sondern auch die gesamte Strasse soweit zugeparkt, daß wirklich kaum Raum zum Durchfahren und erst Recht kein Raum zum Spielen für die Kids übrig blieb. Das hat mir einmal mehr erscheckend die Augen geöffnet, wie weit unsere Mobilität und Individualisierung doch schon unsere Strassen mit Autos zugepflastert hat. Insofern begrüße ich jede "Pförtnerampel" und andere Maßnahmen wie die beispielsweise in Paris eingeführten Regelungen zur Verkehrslimitierung - so sie denn mit kommunalen erweiterten Alternativangeboten einhergehen... Uber und Co. hingegen werden unsere Innenstädte noch mehr zupflastern und noch weniger Freiraum für uns alle lassen. Es wäre wirklich sinnvoller, wenn Uber sich eher mit anderen Szenarien auseinandersetzen würde und Methodiken entwickeln würde, wieder mehr Freiraum für uns zu schaffen. Bis dahin - "disruptive - nein Danke".
TimBimmler 09.01.2017
4. TomTom / Vodafon HD Traffic
TomTom hat das zusammen mit Vodafon schon vor 10 Jahren unter dem Namen HD Traffic realisiert. Ist also nichts bahnbrechend neues. Das einzige was hier neu ist, ist die kostenlose Verfügbarkeit für jedermann. Da TomTom aber auf die Daten sämtlicher Vodafon Handys zugreift und Uber "nur" auf die Uber Autos, wir die Genauigkeit von TomTom oder Google Maps oder Navigon (die alle ähnliche Systeme seit Jahren nutzen) wohl weitaus höher sein.
Frank Zi. 09.01.2017
5.
Der Zug ist abgefahren, google maps hat die besten und aktuellsten Stauinformationen dank Millionen von Andrioid Handys die ständig unterwegs sind. Tomtom Live, mit Daten von Millionen Vodafone Kunden ist ebenfalls gut aufgestellt.
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