Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Schweizer Bank: Belgien wirft UBS Steuerhinterziehung und Geldwäsche vor

UBS-Logo in Brüssel: Die Bank verdiente vergangenes Jahr so viel wie seit fünf Jahren nicht Zur Großansicht
AFP

UBS-Logo in Brüssel: Die Bank verdiente vergangenes Jahr so viel wie seit fünf Jahren nicht

Die Anschuldigungen wiegen schwer: Die belgische Justiz ermittelt gegen die Schweizer Großbank UBS wegen schwerer und organisierter Steuerhinterziehung sowie Geldwäsche.

Nach der französischen geht nun auch die belgische Justiz gegen die Schweizer Großbank UBS wegen des Vorwurfs der Organisation von groß angelegter Steuerhinterziehung vor. Die belgische Justiz beschuldigt die UBS zudem der Geldwäsche. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit.

Der Bank werden die Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung sowie schwere und organisierte Steuerhinterziehung vorgeworfen. Sie werde als Täter oder Mittäter eingestuft.

Die Bank hatte in den vergangenen Jahren schon in einigen Ländern mit teuren Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen. Dabei ging es etwa um mögliche Beihilfe zu Steuerhinterziehung und Wertschriftenbetrug. Wegen der Beteiligung an Manipulationen von Devisenkursen hat UBS hohe Vergleichszahlungen an Behörden in mehreren Ländern geleistet.

Zur Beilegung im Steuerstreit mit Deutschland und den USA hat die Großbank bereits Hunderte Millionen Euro gezahlt. Ungeachtet der Vorwürfe konnte die UBS im vergangenen Jahr mit 6,2 Milliarden Franken den höchsten Gewinn seit fünf Jahren verbuchen. Dank guter Geschäfte mit vermögenden Privatkunden stieg das Nettoergebnis um 79 Prozent.

Hilfe von französischen Behörden

Die belgische Staatsanwaltschaft wirft der USB jetzt vor, belgische Kunden angestiftet zu haben, Modelle zur Steuerhinterziehung zu nutzen. Demnach sprach die Schweizer Bank Kunden direkt an - und nicht über ihre belgische Filiale. Deshalb wird gegen sie auch wegen der unzulässigen Ausübung des Bankgeschäfts ermittelt.

Die UBS-Mutter in der Schweiz teilte mit: "UBS wird sich weiter vehement gegen jegliche unbegründete Anschuldigungen wehren."

Die belgischen Ermittler erhielten nach eigenen Angaben bei ihren Ermittlungen Hilfe der französischen Behörden. In Frankreich hatten Untersuchungsrichter ihre Untersuchung zu mutmaßlichem Steuerbetrug über die UBS bereits abgeschlossen, teilten sie Anfang der Woche mit. In Frankreich wird der Bank vorgeworfen, zwischen 2004 und 2012 reiche Kunden angestiftet zu haben, Konten in der Schweiz zu eröffnen, um Geld vor dem Finanzamt zu verstecken.

1,1 Milliarden Euro Kaution

Auf Grundlage von Dokumenten, die von Deutschland an Frankreich übergeben wurden, schätzen die französischen Richter die Summe des überwiesenen Geldes auf rund 13 Milliarden Schweizer Franken (rund 11,9 Milliarden Euro). Betroffen waren dabei nach Stand des Jahres 2008 etwa 38.000 Kunden, von denen allerdings nicht unbedingt alle Steuerhinterziehung begangen haben müssen.

Die Schweizer Muttergesellschaft wurde im Zuge des französischen Verfahrens gezwungen, eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro zu zahlen. Die französischen Untersuchungsrichter müssen nun entscheiden, ob sie Anklage erheben und tatsächlich einen Prozess eröffnen. In Belgien muss vor diesen Etappen erst das Ermittlungsverfahren abgeschlossen werden.

brt/AFP/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: