Kahlschlag bei UBS: Axel Weber prophezeit Investmentbankern schwere Zeiten

Die UBS streicht radikal Stellen im Investmentbanking. Ihr Verwaltungsratschef Axel Weber erwartet, dass viele Konkurrenten nachziehen müssen. Geschasste Mitarbeiter der Schweizer Großbank machen ihrem Unmut über den rüden Rauswurf bei Twitter Luft.

UBS-Präsident Weber: Geschäftsumfeld unsicherer, als viele Banken glauben Zur Großansicht
DPA

UBS-Präsident Weber: Geschäftsumfeld unsicherer, als viele Banken glauben

Zürich - Die Schweizer Großbank UBS schrumpft ihr Investmentbanking radikal, nun warnt Verwaltungsratspräsident Axel Weber die Konkurrenz vor zu optimistischen Geschäftsaussichten. "Ich vermute, dass viele Banken noch nicht richtig begriffen haben, was die Folgen der neuen Eigenkapitalregeln für das Geschäft sein werden, kommen sie 2019 zur vollständigen Anwendung", sagte Weber dem "Handelsblatt".

UBS Chart zeigen will bis zum Jahr 2015 weltweit fast zehntausend Arbeitsplätze vor allem in der Investmentsparte abbauen, wie der SPIEGEL vorab berichtete und die Bank am Dienstag bekanntgab. Weber erwartet, dass andere Finanzinstitute unter Druck kommen werden, ähnlich radikal vorzugehen - auch wenn sie das selbst noch nicht so sehen würden. "Als jemand, der sieben Jahre selbst neue Bankenregeln mitformuliert hat, weiß ich sehr gut, wie das Umfeld in Zukunft aussehen wird", sagte Weber, der von 2004 bis 2011 Präsident der Bundesbank war, dem "Handelsblatt".

"UBS-Stellenstreichungen sind ein Blutbad"

Zudem verwies Weber auf das Geschäftsumfeld, das sehr viel unsicherer sei, als viele glaubten: "Die Banken, die die aktuelle Erholung der Märkte als dauerhafte Entwicklung sehen, irren sich", warnte Weber. Dennoch habe das Investmentbanking bei der UBS Zukunft, die Bank wolle weiter ins Geschäft für Unternehmensanleihen oder mit Aktien investieren. 2015 sollen laut den Plänen bei der UBS von den aktuell mehr als 63.000 Mitarbeitern in 57 Ländern nur noch etwa 54.000 für die Bank arbeiten.

Viele Mitarbeiter insbesondere in der Londoner Investment-Abteilung wurden einem Bericht der "Financial Times" zufolge von ihrer Entlassung offenbar überrascht. Sie erfuhren demnach erst bei der Ankunft am Arbeitsplatz davon, weil ihre Zugangskarten oder E-Mail-Accounts nicht mehr funktionierten. Über den Kurznachrichtendienst Twitter machten einige von ihnen ihrem Ärger Luft. "Es wäre unangebracht, auch nur ein Wort über die verheerende Art und Weise zu verlieren, in der das hier abläuft", schrieb eine Angestellte.

"UBS-Stellenstreichungen sind keine Schönheitsoperation, sondern ein Blutbad", kommentierte laut dem Bericht ein weiterer Banker den Kahlschlag bei dem Schweizer Institut. Ein Headhunter bezeichnete den Stellenabbau bei der UBS als "außergewöhnlich und sehr brutal".

fdi/dapd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 56 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Mehrleser 31.10.2012
Diese Investmentbanker-Bande zerlegt ohne zu zucken Unternehmen und vernichtet deren Arbeitsplätze, um Profite einzufahren. Jetzt erlebt diese Brut am eigenen Leibe, wie das ist - wahrscheinlich dank Boni und Abfindungen aber weicher fallend als der normale Arbeitnehmer.
2. Überflüssig
Mo2 31.10.2012
Wenn man einen komplett überflüssigen Beruf gewählt hat, muss man schon mit so etwas rechnen. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
3. hire and fire
carahyba 31.10.2012
Zitat von sysopDPADie UBS streicht radikal Stellen im Investmentbanking. Ihr Verwaltungsratschef Axel Weber erwartet, dass viele Konkurrenten nachziehen müssen. Geschasste Mitarbeiter der Schweizer Großbank machen ihrem Unmut über den rüden Rauswurf bei Twitter Luft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ubs-praesident-axel-weber-sieht-schwere-zeiten-fuer-investment-banken-a-864444.html
Was beschweren die sich, "hire and fire" ist für angelsächsische Neoliberale und Konservative ein alltäglicher Vorgang, aber wohl nicht, wenn es sie sellber betrifft. Ansonsten wurde und wird dieser Vorgang von denselben immer als notwendiger Anpassungsprozess bezeichnet. Die Vorgehensweise ist die übliche auf dem Lohnsklavenmarkt, warum sollte es bei ihnen anders ablaufen. Man lässt sie nicht mehr zur Tür rein, braucht ihnen beim Rausschmiss nicht mehr in die Augen sehen. Neolibs unter sich "at its best".
4.
janne2109 31.10.2012
Investmentbanker werden nicht nur entlassen weil die Zeiten schwer sind, sondern weil Investment fehlt was jetzt die Schweizer Banken Zinsen auf deutsches Vermögen an das deutsche Finanzamt zahlen müssen. Den Beruf des Investmentbankers als unnötig zu bezeichnen zeigt nur wieder wie wenig die Schreiber hier im Wirtschaftssystem Bescheid wissen. Es wäre schön, wenn mal bei Spon jemand den Zusammenhang von Banken und Wirtschaft erklären würde. Es werden sonst nur weiterhin dumme Parolen kommen. Woher auch andere wenn niemand einen normalen Bürger aufklärt. Hat ja nicht jeder ein Wirtschaftsstudium hinter sich gebracht.
5.
Baerliner73 31.10.2012
Zitat von sysopDPADie UBS streicht radikal Stellen im Investmentbanking. Ihr Verwaltungsratschef Axel Weber erwartet, dass viele Konkurrenten nachziehen müssen. Geschasste Mitarbeiter der Schweizer Großbank machen ihrem Unmut über den rüden Rauswurf bei Twitter Luft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ubs-praesident-axel-weber-sieht-schwere-zeiten-fuer-investment-banken-a-864444.html
Ist ja fast so, als würden sich Betrüger darüber beschweren, dass ihnen das Handwerk gelegt wurde...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema UBS
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 56 Kommentare