Nach Konzernumbau UBS erzielt höchsten Gewinn seit 2010

Die Schweizer Großbank UBS hat 2015 mit 6,2 Milliarden Franken den höchsten Gewinn seit fünf Jahren verbucht. Dank guter Geschäfte mit vermögenden Privatkunden stieg das Nettoergebnis um 79 Prozent.

UBS-Logo in Zürich: 2015 war laut Bankchef Ermotti "ein sehr gutes Jahr"
DPA

UBS-Logo in Zürich: 2015 war laut Bankchef Ermotti "ein sehr gutes Jahr"


Die UBS hat 2015 trotz einer Schwäche zum Jahresende deutlich mehr verdient. Dabei profitierte die Schweizer Großbank unter anderem von einem starken Geschäft in der Vermögensverwaltung und einer Erholung im Investmentbanking. Der Vorsteuergewinn sei um 123 Prozent auf 5,5 Milliarden Franken gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Zürich mit.

Dank Steuergutschriften fiel das Ergebnis unter dem Strich mit 6,2 Milliarden Franken sogar noch höher aus - im Vorjahr lag es bei 3,5 Milliarden Franken. Das ist mehr als von Analysten erwartet und der höchste Gewinn seit 2010, als die UBS nach dem Abklingen der Finanzkrise knapp 7,5 Milliarden Franken verdient hatte.

"Trotz eines sehr herausfordernden Umfelds hatten wir ein sehr gutes Jahr", sagte Bankchef Sergio Ermotti. Die UBS will für das vergangene Jahr insgesamt 85 Rappen als Gewinnbeteiligung an die Anteilseigner auszahlen - 25 Rappen gehen dabei auf die Steuereffekte zurück.

Mit dem neuerlichen Milliardengewinn erntet UBS die Früchte des Strategieschwenks: Das Institut hatte nach der Finanzkrise früher als viele Wettbewerber begonnen, die Bank umzubauen und verstärkt auf das wachsende Vermögensverwaltungsgeschäft etwa in Asien gesetzt. Das kapitalintensive Investmentbanking wurde gestutzt.

Dem schwierigen Marktumfeld im vierten Quartal konnte sich jedoch auch die UBS nicht ganz entziehen. Der Vorsteuergewinn im wichtigen Vermögensverwaltungsgeschäft schrumpfte im Jahresvergleich um 47 Prozent auf 344 Millionen Franken. Viele Kunden hatten sich angesichts der Börsenturbulenzen seit dem Sommer zurückgehalten. Zudem flossen in dem Bereich im Schlussquartal 3,4 Milliarden Franken an Kundenvermögen ab. Zuflüsse aus Asien und der Schweiz konnten die Abflüsse in Europa und in den Schwellenländern nicht ausgleichen.

Zudem trennt sich die UBS seit einigen Quartalen von jenen Geschäften, die nicht genug Profit abwerfen. In Amerika konnten die Schweizer in der Vermögensverwaltung mit einem Plus von knapp 17 Milliarden Dollar hingegen deutlich mehr Kundengelder an Land ziehen.

In der Investmentbank fiel der Vorsteuergewinn im Schlussquartal um 63 Prozent auf 80 Millionen Franken. Grund waren unter anderem geringere Gebühreneinnahmen im Beratungsgeschäft und bei Aktientransaktionen. Die Rückstellungen für Rechtsfälle lagen im vierten Quartal bei 365 Millionen Franken.

nck/Reuters/dpa



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