Überhitzung des Häusermarkts Chinas Börse fürchtet Immobiliencrash

China droht eine gigantische Immobilienblase: Wohnungen und Häuser kosten elf Prozent mehr als noch vor einem Jahr - ein Rekordwert. Die Regierung will die Kreditvergabe jetzt drosseln.

Skyline von Hong Kong: Die Häuserpreise wachsen im Rekordtempo
DPA

Skyline von Hong Kong: Die Häuserpreise wachsen im Rekordtempo


Peking - Die Nachrichten aus China sind eigentlich gut: Die Wirtschaft wächst trotz Krise, das Land ist inzwischen sogar Exportweltmeister. Doch offenbar droht der aufstrebenden Wirtschaftsmacht eine ernstzunehmende Immobilienblase. Die Preise für Wohnungen und Häuser sind - verglichen mit dem Vorjahr - im März um 11,7 Prozent gewachsen. Ein Rekordwert.

Auf der chinesischen Ferieninsel Hainan explodierten die Preise geradezu: In der Provinzhauptstadt Haiko kostete der Quadratmeter 64,8 Prozent mehr als im Vorjahr, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Die chinesische Regierung sieht die drohende Blase am Immobilienmarkt als eines der größten wirtschaftlichen Probleme. Im Kampf gegen eine drohende Überhitzung will sie jetzt neue Kreditregeln strikt durchsetzen.

Rasantes Wachstum im ersten Quartal

Die Regulierungsbehörden wiesen die Geldinstitute an, bei der Vergabe von Darlehen stärker auf die Bonität ihrer Kunden zu achten. Zudem müssten die Banken sicherstellen, dass Immobilienkredite nicht für andere Zwecke eingesetzt würden. Sollte sich der Häusermarkt weiter erhitzen, erwarten Experten künftig noch schärfere Regeln.

Die Ankündigung der Regulierungsbehörden drückte den Hongkonger Immobilienindex auf den tiefsten Stand seit drei Wochen. Die Börse in Hongkong beendete den Handel 1,3 Prozent schwächer bei 21.865 Zählern. Der Shanghaier Leitindex schloss 1,1 Prozent tiefer bei 3130 Punkten und verzeichnete damit den größten Rückgang innerhalb eines Tages seit drei Wochen.

Die chinesische Wirtschaft ist zu Jahresanfang unerwartet rasant gewachsen: Im Vergleich zum Vorjahr legte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 11,9 Prozent zu, teilte das nationale Statistikamt mit. Damit war das Wachstum so groß wie seit rund drei Jahren nicht mehr, im ersten Quartal 2009 lag es nur bei 6,2 Prozent.

lgr/Reuters

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kleenermann 04.03.2010
1.
1.300.000.000 Menschen vs. 82.000.000 allein daher hingt der Vergleich. Wenn man das BIP/Kopf oder den Wert der ausgeführten Güter pro Kopf betrachtet sieht das alles schon etwas anders aus.
Hartmut Dresia, 04.03.2010
2.
Zitat von sysopChina hat Deutschland als Exportweltmeister abgelöst. Was kann die Bundesrepublik von den kommunistischen Kapitalisten lernen? Oder taugt die Volksrepublik grundsätzlich nicht als Vorbild?
Die Rücksichtslosigkeit gegenüber der eigenen Bevölkerung, die Überflüssigkeit von Menschen- und Freiheitsrechten, das sind sicherlich Dinge, die sich die politische Führung genauer anschauen sollten. http://www.plantor.de/2009/gescheitert-warum-die-politik-vor-der-wirtschaft-kapituliert/
Harald E, 04.03.2010
3.
Zitat von Hartmut DresiaDie Rücksichtslosigkeit gegenüber der eigenen Bevölkerung, die Überflüssigkeit von Menschen- und Freiheitsrechten, das sind sicherlich Dinge, die sich die politische Führung genauer anschauen sollten. http://www.plantor.de/2009/gescheitert-warum-die-politik-vor-der-wirtschaft-kapituliert/
Ich glaube, das hat man sich schon sehr genau betrachtet und es wird nur nach an dem hosenanzug-tauglichen Duktus gearbeitet, mit dem uns Fräuleinchen die "Wohltaten" an die Backe näht.
lupenrein 04.03.2010
4.
Zitat von sysopChina hat Deutschland als Exportweltmeister abgelöst. Was kann die Bundesrepublik von den kommunistischen Kapitalisten lernen? Oder taugt die Volksrepublik grundsätzlich nicht als Vorbild?
Deutschland und China nähern sich gegenseitig an. Deutschland in Richtung 'nach unten' , China in Richtung Änach oben'. Die Frage ist nur, w o treffen sie sich ? Ich fürchte : in der unteren Hälfte der Strecke.
japan10 04.03.2010
5.
Zitat von sysopChina hat Deutschland als Exportweltmeister abgelöst. Was kann die Bundesrepublik von den kommunistischen Kapitalisten lernen? Oder taugt die Volksrepublik grundsätzlich nicht als Vorbild?
china steht vor riesigen gesellschaftlichen Problemen. Umwelt, Energie, Landbevölkerung, zum Wachstum verdammt. Der Hauptfaktor sind die niedrigen Löhne, dabei bleibt offen, wie lange das Volk mitmacht. Als sich taiwanesische Unternehmer in der Krise absetzten, konnte man die Arbeitermacht sehen. Nein, ein Vorbild ist China nicht - eher sollte nachgedacht werden, wie man die mangelnde Qualität, die aus diesem Land kommt, bekämpft.
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