Übernahme in Nordamerika: Nestlé schmiedet Tiefkühlpizza-Imperium
Einstieg in lukrativen Milliarden-Markt: Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat angekündigt, das Tiefkühlpizza-Geschäft des Konkurrenten Kraft Foods in den USA und Kanada zu übernehmen. Der Kaufpreis beträgt 3,7 Milliarden Dollar.
Vevey - Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé kauft vom US-Konkurrenten Kraft Foods das Tiefkühlpizza-Geschäft für 3,7 Milliarden Dollar. Es geht um die Pizza-Marken von Kraft in den USA und in Kanada, wie Nestlé am Dienstag bekanntgab. Das Geschäft mit Tiefkühlpizza stelle einen neuen strategischen Pfeiler innerhalb des Bereichs der Tiefkühlprodukte von Nestlé in Nordamerika dar.
Unter den übernommenen Marken sind DiGiorno, Tombstone, California Pizza Kitchen, Jack's und Delissio. Der Deal macht Nestlé mit einem Gesamtumsatz von rund drei Milliarden Franken bei den Tiefkühlpizzen zum Weltmarktführer, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Der Kaufpreis werde in bar bezahlt.
Die Vereinigten Staaten sind nach Angaben des Unternehmens der weltweit größte Markt für Pizzen. Der jährlich Umsatz betrage rund 37 Milliarden Dollar. Mit einem geschätzten Umsatz von 2,1 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr nehme Kraft Foods die führende Position bei den Tiefkühlpizzen ein.
In Deutschland besitzt Nestlé seit Anfang dieses Jahres die Mehrheit an Wagner Pizza, der Nummer zwei hinter Dr. Oetker. Die Bekanntgabe der Übernahme in Nordamerika folgt einen Tag nach dem Verkaufder zweiten Tranche der Nestlé-Beteiligung am US-Augenheilmittelkonzern Alcon an den Basler Pharmakonzern Novartis. Nestlé erlöst dabei 28,1 Milliarden Dollar.
Aus dem Rennen um den britischen Süßwaren- und Getränkehersteller Cadbury hat sich Nestlé hingegen zurückgezogen und überlässt damit Kraft den Vortritt. Mit dem Geld aus dem Pizza-Deal stockt der US-Konzern sein Angebot für Cadbury auf und verlängerten die Frist des Übernahmeangebots bis zum 2. Februar. Für den Süßwarenkonzern bietet Kraft insgesamt gut zehn Milliarden Pfund. Details zu dem neuen Angebot sollen bis zum 19. Januar veröffentlicht werden.
ore/AP
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