Übernahmen Chinesische Investoren in Deutschland immer beliebter

Ihren Ruf als Raubtierkapitalisten haben chinesische Investoren inzwischen überwunden. In Deutschland sind sie gern gesehene Gäste. Die Zahl der Übernahmen erreichte einen neuen Rekordwert.

Gabelstapler der Firma Kion: Großaktionär aus China
picture alliance / dpa

Gabelstapler der Firma Kion: Großaktionär aus China


Düsseldorf/Berlin - Für Investoren aus China wird Deutschland offensichtlich immer attraktiver. Im vergangenen Jahr habe es mit der Übernahme von 20 deutschen Firmen durch Chinesen einen neuen Rekord gegeben, berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf eine Studie der Unternehmensberatung KPMG. Aber damit nicht genug: "In diesem Jahr werden wir auch diesen Rekord brechen", zitierte die Zeitung Wang Wei, der bei KPMG für die Betreuung chinesischer Investoren in Deutschland zuständig ist.

Die Ursache für den Anstieg sieht KMPG in dem Imagewandel, denChinas Investoren hierzulande erfahren hätten. Früher hätten sie als Aufkäufer gegolten, die ihre neu erworbenen Fabriken umgehend demontieren und in der Volksrepublik wieder aufbauen. "Jetzt kommen immer mehr deutsche Mittelständler von sich aus, um nach einem strategischen Partner in China Ausschau zu halten", sagte Wang.

Und auch die deutschen Gewerkschaften haben ihre Meinung geändert: "Chinesische Investoren sind langfristig orientierte industrielle Anleger. Sie investieren und ziehen keine Gelder ab", zitierte das "Handelsblatt" Achim Schild, Bezirksleiter der IG Metall Mitte.

Nach Angaben der chinesischen Handelskammer in Deutschland, die am heutigen Donnerstag offiziell in Berlin eröffnet wird, hatten chinesische Unternehmen bis September 2013 bereits 3,8 Milliarden Dollar in Deutschland investiert. Der größte Deal ist demnach die 738 Millionen Euro große Investition von Weichai Power beim Gabelstapler-Hersteller Kion, gefolgt von der Übernahme des Computerherstellers Medion durch Lenovo für 629 Millionen Euro.

mik/dpa-AFX



insgesamt 25 Beiträge
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fredadrett 16.01.2014
1. China ist ein totalitäres Regime
Nur weil sich die Unternehmer und Gewerkschaften einlullen lassen bleibt China trotzdem ein Wolf im Schafspelz. Wieviele Arbeitsplätze wurden hier schon durch Plagiate, Wirtschaftsspionage und Protektionismus vernichtet. Was ist wenn China seine Politik ändert? Früher hat Siemens Züge nach China geliefert, jetzt bauen die Chinesen die selber; was hilt uns das?
saiber 16.01.2014
2. wie schnell sich doch Meinungen aendern
ach was, jetzt auf einmal sind Chinesische Investoren gern gesehen. Davor wurde ja noch viel Sentiments geschuert und Panik verbreitet.
indigophil 16.01.2014
3. Kurzfristig
Das schnelle Geld und der Reichtum einiger weniger von heute werden sinkende Löhne und Millionen Arbeitslose für die Zukunft bedeuten.
idealist100 16.01.2014
4. Immer
Zitat von fredadrettNur weil sich die Unternehmer und Gewerkschaften einlullen lassen bleibt China trotzdem ein Wolf im Schafspelz. Wieviele Arbeitsplätze wurden hier schon durch Plagiate, Wirtschaftsspionage und Protektionismus vernichtet. Was ist wenn China seine Politik ändert? Früher hat Siemens Züge nach China geliefert, jetzt bauen die Chinesen die selber; was hilt uns das?
Immer noch besser wie Hedge Fond die anschließend filetieren oder gibt es Mannesmann noch oder Grohe usw. Früher war die Erde ja auch eine Scheibe.
Kaminfreund 16.01.2014
5. bei wem beliebt?
Das ist ein Ausverkauf deutscher Technologie auf dem unser Wohlstand fußt und nichts anderes. Bezeichnend, wenn Ausländer in China nicht mehr als 50% investieren dürfen, die Chinesen in Deutschland aber ungehindert aufkaufen können. Ich mach schon einmal das Fass auf, wenn es im nächsten Jahr wieder ein paar Firmen mehr sind, die an China gehen.
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