Rosneft-Chef Setschin zu Sanktionen Russlands mächtigster Wirtschaftsboss warnt den Westen

Rosneft-Chef Igor Setschin garantiert zwar der Bundesrepublik im SPIEGEL-Gespräch eine sichere Gasversorgung im Winter. Doch mit den Sanktionen schüre der Westen den Hass, sie seien "eine Art von Krieg".

Rosneft-Chef Igor Setschin (Archivbild): "Sanktionen sind eine Art von Krieg"
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Rosneft-Chef Igor Setschin (Archivbild): "Sanktionen sind eine Art von Krieg"


Hamburg/Moskau - Deutschland brauche diesen Winter keinen Lieferstopp von russischem Öl oder Gas zu befürchten, sagte der Direktor des Öl- und Gasimperiums Rosneft, Igor Setschin, in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. "Rosneft und andere russische Unternehmen werden sich streng an ihre Lieferverträge halten, die mit Krediten und Vertragsstrafen abgesichert sind." (Die ganze Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

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Heft 36/2014
Die hektische Suche nach einem entschleunigten Leben

Setschin sieht in den Sanktionen des Westens eine Kriegserklärung an Russland. "Sanktionen sind eine Art von Krieg. So wird Hass gesät", sagte der Putin-Vertraute.

Sein Konzern werde trotz ausbleibender Kredite aus Europa und den USA seine Investitionsprojekte finanzieren können. "Wir werden unseren Verpflichtungen leicht aus eigener Kraft nachkommen", sagte er dem SPIEGEL. Vermehrt kauften Indien und China Öl oder Flüssiggas von Rosneft. "Russland isolieren zu wollen, ist deshalb unmöglich", so Setschin. Leiden würden deutsche Unternehmen. Sie produzierten zwar gute Bohranlagen. "Aber wenn die Deutschen nicht liefern wollen, kaufen wir eben in Südkorea oder China", sagte der Rosneft-Chef, der nach Putin als zweitmächtigster Mann Russlands gilt.

Entschieden wies der Energiemanager den Vorwurf zurück, er habe seinen Konzern illegal aus den zerschlagenen Bestandteilen von Jukos, dem Unternehmen des lange inhaftierten Michail Chodorkowski aufgebaut. "Jukos steht heute bei vielen als unschuldiges Opfer böser Aggressoren da. So ein Unsinn", sagte Setschin: "Der Aufstieg von Jukos ist mit Leichen gepflastert." Ihm lägen Informationen vor, wonach Chodorkowski auf Rache sinne, auch gegen ihn persönlich.

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Seite 1
kdshp 31.08.2014
1.
Lieber herr Setschin und russland hat diesen "hass" geschürt indem es herrn putin an der macht gehalten hat. IHR oligarchen seht endlich ein das ihr einen riesen fehler gemacht habt. ICH bin für weitere sanktionen gegen russland aber endlich welche die auch wirken.
claus.w.grunow 31.08.2014
2. Rosneft warnt
Da kann man nur hoffen, dass die Erderwärmung in diesem Winter ihre Pflicht tut und genug zum Warn-anziehen bereit liegt. Auf die Russen ist Verlaß.
albrecht_rößler 31.08.2014
3.
"Deutschland brauche diesen Winter keinen Lieferstopp von russischem Öl oder Gas befürchten,..."
carolian 31.08.2014
4. Der kann gar nichts garantieren
Die Versorgungslage ist eindeutig. Die Ukraine musste bereits ihre Vorratslager an Gas in den letzten Monaten plündern, weil sie ihre Rechnungen nicht zahlte und keine Vorkasse leisten kann. Den die EU zahlt nicht deren Gas-Rechnungen, wie die hofften. Die Lager werden jedes Jahr im Sommer angelegt, weil im Winter Russland selbst sein Gas braucht und nur wenig liefern kann. Es ist jetzt schon abzusehen, dass die ukrainische Regierung im Winter wieder Gas klauen geht und so diesmal die Sperre der Pipeline verursachen wird. Dann laufen die Transporte der durch den Winter reduzierten Gasmengen aus Russland nur noch über die Ostseepipeline. Die reicht aber nicht aus, um ganz Westeuropa zu versorgen. Was kommt, können sich die Ideologen des Spiegels an den Fingern abzählen. Falls die nicht durch das Lutschen von Geschichten daraus dann völlig überfordert sind. Was ist eigentlich so schwer daran, zwei und zwei zusammen zuzählen?
elge 31.08.2014
5. Was erlauben Rosneftchef?
Wer schürt denn gegen wen Hass? Was sich der Lügner und größenwahnsinnige Putin erlaubt, erinnert an stalinistische Zeiten. Das Lügen der russischen Führungsetage nimmt die Formen an, wie sie in Zeiten des Kaltenkrieges üblich waren. Übrigens, Kathyn ist nicht vergessen!
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