Drohende Abschaltung Einigung im Machtkampf um das UKW-Radio

Der Streit über die Abschaltung des UKW-Netzes, über das viele Deutsche ihre Radiosender empfangen, ist offenbar geklärt. Die Betreiber der Antennen sollen sich mit den Sendern geeinigt haben.

UKW-Radio
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Millionen Radiohörern in Deutschland drohte die Abschaltung des UKW-Netzes - nun ist der Streit um die Nutzung von UKW-Antennen vermutlich beendet. Die Eigentümer von Antennen haben sich mit den Sendernetzbetreibern auf Eckpunkte für eine neue Regelung geeinigt. Das teilte die Bundesnetzagentur mit.

"Alle UKW-Marktakteure haben sich bewegt und sind aufeinander zugegangen", sagte der ehemalige Kanzleramtsminister Friedrich Bohl, der die Verhandlungen moderierte. Die Vereinbarungen böten eine gute Grundlage dafür, dass es bald zu neuen Verträgen komme und der Streit um die Antennen damit dauerhaft beigelegt werde. "Dann müssen die Hörerinnen und Hörer keine Abschaltungen mehr befürchten."

Hintergrund des Streits ist, dass sich der Dienstleister Media Broadcast aus dem Geschäft mit den UKW-Antennen und Sendeanlagen zurückgezogen hatte, weil er die finanziellen Rahmenbedingungen der Regulierungsbehörden nicht mehr attraktiv genug fand. Die Media Broadcast gehört zur börsennotierten Freenet Group.

Antennen hauptsächlich an Finanzinvestoren verkauft

Als UKW-Sendedienstleister agieren nun vor allem die Firmen Uplink aus Düsseldorf und Divicon aus Leipzig. Die an den Sendemasten montierten Antennen wurden von der Media Broadcast hauptsächlich an Finanzinvestoren verkauft. Diese verlangten teils deutlich mehr Geld für die Nutzung der Antennen. Uplink und Divicon weigerten sich, die höheren Summen zu zahlen.

Auch die fünf an den Verhandlungen beteiligten Antennenbesitzer - von insgesamt 30 Eigentümern - sind reine Finanzinvestoren ohne eigenes operatives Technikgeschäft. Angeblich wird Media Broadcast den Antenneneignern zukünftig bei Wartungs- und Instandhaltungsservices entgegenkommen.

Von einem möglichen UKW-Blackout waren etliche Hörfunksender bedroht. Neben privaten Radiostationen wurde dem MDR, dem NDR in Mecklenburg-Vorpommern und dem Deutschlandradio die UKW-Abschaltung angedroht. In Berlin und Brandenburg war teilweise der rbb betroffen. Sie betreiben keine eigene Sendeinfrastruktur.

Verträge wahrscheinlich schnell vereinbart

Im Laufe der Verhandlungen hatte sich die Bundesnetzagentur schon auf eine neue Regulierung des UKW-Marktes vorbereitet - diese würde im Falle einer Einigung zwischen Antennenbesitzern und Sendernetzbetreibern überflüssig. Eine für den 22. Juni angesetzte Verhandlung der Regulierungsverfahren wurde aufgehoben. Er gehe davon aus, dass die konkreten Verträge jetzt schnell vereinbart werden und damit regulatorische Eingriffe vermieden werden können, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

cop/dpa/AFP



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