Umfrage: Krise auf deutschem Immobilienmarkt hält an

Die Krise ist noch nicht überstanden: Einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge sind Immobilienbesitzer mit steigendem Leerstand und sinkenden Mieten konfrontiert. Im internationalen Vergleich legte Deutschland in der Gunst der Investoren dennoch zu.

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Immobilien in Deutschland: Die Krise ist noch nicht vorbei

Frankfurt am Main - Die Krise auf dem deutschen Immobilienmarkt hat nach Einschätzung von Investoren und Immobilienunternehmen ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Mehr als 80 Prozent der Befragten sehen die Flächennachfrage und die Mieten unter zunehmenden Druck, heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young, für die mehr als 100 Banken, Wohnungsgesellschaften und Großinvestoren befragt worden waren.

"Der Markt befindet sich weiterhin in der Konsolidierungsphase", teilte Christian Schulz-Wulkow von Ernst & Young Real Estate am Donnerstag mit. Die Immobilienbesitzer seien mit steigendem Leerstand und sinkenden Mieten konfrontiert.

Im internationalen Vergleich habe Deutschland in der Gunst der Investoren aber dazugewonnen, weil die deutschen Märkte weniger schwankten. 80 Prozent schätzten den deutschen Markt als attraktiv ein, bei der Umfrage im Vorjahr waren es 66 Prozent. Besonders gewannen Wohnimmobilien in der Gunst der Investoren, weil sie weniger Risiken als Büroimmobilien böten.

Auf dem deutschen Immobilienmarkt dürften 2010 Experten zufolge erstmals seit zwei Jahren wieder mehr Verkäufe über die Bühne gehen. Erwartet werde ein Transaktionsvolumen von 16 bis 18 Milliarden Euro, teilte der Immobilienberater Ernst & Young Real Estate am Donnerstag in Frankfurt mit. Dabei werde der größte Teil auf Gewerbeimmobilien entfallen, das Interesse an Wohnimmobilien aber steigen.

Im vergangenen Jahr hatte das Verkaufsvolumen in Deutschland einen Tiefpunkt von gut 13 Milliarden Euro erreicht. 2008 - als die Finanzkrise ausbrach - war es noch doppelt so viel, nach 65 Milliarden im Boomjahr 2007. Infolge der restriktiveren Kreditvergabe brachen vor allem lukrative Blockverkäufe an Großinvestoren weg, was die Immobilienfirmen in Deutschland wie in anderen Ländern belastete.

Auch 2010 sind laut Ernst & Young vor allem kleinere und mittelgroße Abschlüsse zu erwarten. Als größte Käufergruppen werden eigenkapitalstarke Privatinvestoren und Versicherungen gesehen, als größte Verkäufergruppen Immobiliengesellschaften und Private-Equity-Fonds. Der Umfrage zufolge wird auch der Gang an den Kapitalmarkt wieder attraktiver, in Form eines Börsengangs oder einer Kapitalerhöhung. Die Erkenntnisse von Ernst & Young basieren auf einer jährlichen Umfrage unter rund 100 institutionellen Investoren.

fro/dpa/Reuters

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