Berlin - Trotz Euro-Krise blickt die deutsche Elite optimistisch in die Zukunft. Einer Umfrage des Wirtschaftsmagazins "Capital" zufolge bescheinigen 95 Prozent der Top-Entscheider Deutschland gute bis sehr gute Aussichten für die kommenden zehn Jahre. Das Vertrauen in die Innovationskraft des Landes ist demnach uneingeschränkt. Die deutsche Industrie werde auch in zehn Jahren noch eine technologische Führungsrolle innehaben, sagten 92 Prozent. Im Auftrag von "Capital" befragte das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) über 500 Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.
Auch was die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung angeht, sind die Führungskräfte zuversichtlich. 79 Prozent der Manager beurteilten die Auftragslage ihres Unternehmens als gut oder sehr gut. 40 Prozent aller Befragten gehen davon aus, dass es in den nächsten sechs Monaten mit der Konjunktur aufwärts geht. Die besten Aussichten haben nach Ansicht der Befragten die Branchen Maschinenbau und Energie. Drei von vier Befragten gaben an, dass Deutschland entscheidend von einer weltweit stärkeren Ausrichtung auf Nachhaltigkeit profitieren wird. Umwelttechnologien würden immer wichtiger.
In den Chefetagen fühlt man sich für den globalen Wettbewerb gewappnet. Knapp 80 Prozent sehen in China den mit Abstand größten Konkurrenten der kommenden zehn Jahre. Für den Wettstreit mit den aufstrebenden Nationen Asiens fühlen sich rund 80 Prozent der Führungskräfte gut bis sehr gut gerüstet.
Die Mehrheit ist gegen gemeinsame europäische Anleihen
Beunruhigt ist ein Großteil der Befragten weiterhin angesichts der europäischen Staatsschuldenkrise. Ein Drittel glaubt nicht daran, dass das Schlimmste überstanden ist. Hoch verschuldete Länder sollten nach Ansicht von gut 40 Prozent der Befragten aus der Euro-Zone ausgeschlossen werden. 45 Prozent glauben, dass Griechenland nur außerhalb der Euro-Zone Chancen hätte, "wieder auf die Beine zu kommen". Gemeinsame Euro-Staatsanleihen sind für die Befragten keine Lösung: 80 Prozent sind gegen Euro-Bonds.
Trotz Euro-Krise stellt die Mehrheit der Führungskräfte die Währungsunion nicht in Frage. 90 Prozent sehen darin eine Erfolgsgeschichte. Die Mehrheit hat "großes Vertrauen" in den Euro und ist dafür, die europäische Integration voranzutreiben. 79 Prozent wollen eine gemeinsame Wirtschafts- und Fiskalunion. Die Führungskräfte scheinen aber nicht überzeugt, dass diese Wünsche auch wahr werden. Denn gut die Hälfte der Befragten glaubt nicht daran, dass sich das Zusammengehörigkeitsgefühl verstärken wird. 64 Prozent rechnen mit wachsenden Vorbehalten gegen Deutschland.
sys
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