Umfrage: Top-Entscheider glauben an deutsche Wirtschaft

Deutschlands Führungskräfte sind überzeugt: Dem Land steht eine gute Zukunft bevor. Laut einer Studie glauben 92 Prozent, dass es seine technologische Spitzenstellung halten kann. Die Mehrheit wünscht sich eine stärkere europäische Kooperation, zweifelt aber an der Machbarkeit. 

Windanlagenbauer in Rostock: Maschinenbau und Energie gelten als Zukunftsbranchen Zur Großansicht
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Windanlagenbauer in Rostock: Maschinenbau und Energie gelten als Zukunftsbranchen

Berlin - Trotz Euro-Krise blickt die deutsche Elite optimistisch in die Zukunft. Einer Umfrage des Wirtschaftsmagazins "Capital" zufolge bescheinigen 95 Prozent der Top-Entscheider Deutschland gute bis sehr gute Aussichten für die kommenden zehn Jahre. Das Vertrauen in die Innovationskraft des Landes ist demnach uneingeschränkt. Die deutsche Industrie werde auch in zehn Jahren noch eine technologische Führungsrolle innehaben, sagten 92 Prozent. Im Auftrag von "Capital" befragte das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) über 500 Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Auch was die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung angeht, sind die Führungskräfte zuversichtlich. 79 Prozent der Manager beurteilten die Auftragslage ihres Unternehmens als gut oder sehr gut. 40 Prozent aller Befragten gehen davon aus, dass es in den nächsten sechs Monaten mit der Konjunktur aufwärts geht. Die besten Aussichten haben nach Ansicht der Befragten die Branchen Maschinenbau und Energie. Drei von vier Befragten gaben an, dass Deutschland entscheidend von einer weltweit stärkeren Ausrichtung auf Nachhaltigkeit profitieren wird. Umwelttechnologien würden immer wichtiger.

In den Chefetagen fühlt man sich für den globalen Wettbewerb gewappnet. Knapp 80 Prozent sehen in China den mit Abstand größten Konkurrenten der kommenden zehn Jahre. Für den Wettstreit mit den aufstrebenden Nationen Asiens fühlen sich rund 80 Prozent der Führungskräfte gut bis sehr gut gerüstet.

Die Mehrheit ist gegen gemeinsame europäische Anleihen

Beunruhigt ist ein Großteil der Befragten weiterhin angesichts der europäischen Staatsschuldenkrise. Ein Drittel glaubt nicht daran, dass das Schlimmste überstanden ist. Hoch verschuldete Länder sollten nach Ansicht von gut 40 Prozent der Befragten aus der Euro-Zone ausgeschlossen werden. 45 Prozent glauben, dass Griechenland nur außerhalb der Euro-Zone Chancen hätte, "wieder auf die Beine zu kommen". Gemeinsame Euro-Staatsanleihen sind für die Befragten keine Lösung: 80 Prozent sind gegen Euro-Bonds.

Trotz Euro-Krise stellt die Mehrheit der Führungskräfte die Währungsunion nicht in Frage. 90 Prozent sehen darin eine Erfolgsgeschichte. Die Mehrheit hat "großes Vertrauen" in den Euro und ist dafür, die europäische Integration voranzutreiben. 79 Prozent wollen eine gemeinsame Wirtschafts- und Fiskalunion. Die Führungskräfte scheinen aber nicht überzeugt, dass diese Wünsche auch wahr werden. Denn gut die Hälfte der Befragten glaubt nicht daran, dass sich das Zusammengehörigkeitsgefühl verstärken wird. 64 Prozent rechnen mit wachsenden Vorbehalten gegen Deutschland.

sys

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insgesamt 4 Beiträge
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1.
CompressorBoy 18.04.2012
Top-Entscheider glauben an deutsche Wirtschaft... So so. Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben.
2.
kantundco 18.04.2012
Und die sind es, die den ganzen Mist zahlen müssen, wenn es schief geht. Und auf die Straße gehen. Und die Top-Entscheider zuhause besuchen, wenn sie nichts mehr zu fressen haben...
3. jaja
rabenkrähe 18.04.2012
Zitat von sysopDeutschlands Führungskräfte sind überzeugt: Dem Land steht eine gute Zukunft bevor. Laut einer Studie glauben 92 Prozent, dass es seine technologische Spitzenstellung halten kann. Die Mehrheit wünscht sich eine stärkere europäische Kooperation, zweifelt aber an der Machbarkeit. Umfrage: Top-Entscheider glauben an deutsche Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,828276,00.html)
...... Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich zur Riesenblase. Investoren legen immer mehr Geld hier an, treiben die Immobilienpreise in die Höhe und suchen Halt in einer Oase des Wachstums und der Prospektivität. Nur entstand diese Oasigkeit durch ein darbendes Europa und durch die Ungleichgewichte in Europa, die monetär Deutschland in unglaublicher Art stützen. Solange Deutschland dafür für die zunehmende Schulden- und Fehllage anderer aufkommt, wird das zähneknirschend hingenommen, was aber passiert, wenn die Blase platzt, weil Europas Siechtum Deutschland einholt? Dann wird Deutschland schlagartig vor den Alternativen stehen, entweder für Schräglagen aufzukommen, die das eigene Vermögen übersteigen, oder aus dieser EU auszusteigen (eventuell einen neuen oder geteilten Verbund anzustreben). Beide Alternativen sind wenig verheißungsvoll! rabenkrähe
4. Zeit, die 10 jährige Lohnpause nachzuholen
sophismos999 19.04.2012
es ist nun Zeit, die Zehnjährige Lohnpause nachzuholen. Also: 10 Jahre * 7% = 70% Lohnerhöhung wäre doch nun angebracht. Wenn wir Billionen für Bankenrettungsschirme (EFSF, ESM, IWF, Target-2) haben, dann sollte doch bei denjenigen, die alles erwirtschaftet haben, doch ein paar Brotkrumen mehr ankommen. Momentan sieht die Lage derjenigen, die für den Wohlstand als Generatoren tätig sind, die Lage grauenvoll aus. In kaum einem Drittwelt-Land der Welt haben Lehrer die Schwierigkeit, daß Kinder aus Hunger dem Unterricht nicht folgeleisten können - nur in Deutschland ist das bittere Alltagsrealität.
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