Umfrage Zwei Drittel der Angestellten arbeiten nur nach Vorschrift

Der Arbeitsmarkt boomt, die Lohnabschlüsse sind üppig - aber die Motivation der Beschäftigten ist mies. 66 Prozent der Arbeitnehmer identifizieren sich laut einer Umfrage nur in sehr begrenztem Umfang mit ihrem Job.

Büromitarbeiter (Symbolbild): Oh mein Gott, die lieben Kollegen
Corbis

Büromitarbeiter (Symbolbild): Oh mein Gott, die lieben Kollegen


Berlin - Mit der emotionalen Bindung an ihre Firma ist es bei Beschäftigten in Deutschland laut einer Studie nicht weit her - zum Schaden der Wirtschaft. Jeder fünfte Arbeitnehmer habe quasi innerlich gekündigt, teilte das Beratungsunternehmen Gallup als Ergebnis einer Umfrage mit.

Eine hohe emotionale Bindung und die Bereitschaft zum Engagement für die Unternehmensziele haben demnach nur 13 Prozent. Die Mehrzahl von zwei Dritteln empfindet lediglich geringe emotionale Bindungen und arbeitet nach Vorschrift. Die auf niedrigem Niveau verharrende Mitarbeiterbindung verursacht nach Berechnungen von Gallup einen jährlichen Schaden in Milliardenhöhe - durch mehr Fehlzeiten und Produktionsausfälle.

Hochgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung ab 18 Jahren hätten gut sieben Millionen Menschen keine emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber, erläuterten die Studienautoren. Diese Beschäftigten verhielten sich destruktiv, was zulasten der Leistung und Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens gehe. Für die Studie wurden den Angaben zufolge 1920 Arbeitnehmer ab 18 Jahre im Oktober und November 2010 zu ihrem Arbeitsplatz und dem Umfeld befragt.

Für Firmen sei es auch angesichts des Fachkräftemangels wichtig, motiviertes Personal zu haben, hieß es weiter. Emotional hoch gebundene Mitarbeiter tendierten seltener dazu, den Arbeitgeber zu wechseln, während hohe Fluktuation Kosten verursache. Sie brächten zudem mehr Anregungen für Verbesserungen ein. Das Verhalten von Führungskräften sei ein wichtiger Faktor für die emotionale Mitarbeiterbindung.

böl/dpa-AFX



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insgesamt 133 Beiträge
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Seite 1
moby17 09.02.2011
1. Selten so gelacht
Zitat von sysopDer Arbeitsmarkt boomt, die Lohnabschlüsse sind üppig - aber die Motivation der Angestellten ist weiterhin mies. 66 Prozent der Beschäftigten identifizieren sich nur in sehr begrenztem Umfang mit ihrem Job. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,744608,00.html
Wo? Auf dem Mond?
pontifactus 09.02.2011
2. An mir vorbeigegangen
"Der Arbeitsmarkt boomt, die Lohnabschlüsse sind üppig". Oder geht es im Beitrag nicht um Deutschland?
thunderhand 09.02.2011
3. wie es in den wald reinschallt...
Zitat von sysopDer Arbeitsmarkt boomt, die Lohnabschlüsse sind üppig - aber die Motivation der Angestellten ist weiterhin mies. 66 Prozent der Beschäftigten identifizieren sich nur in sehr begrenztem Umfang mit ihrem Job. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,744608,00.html
mitarbeiter stehen genau so hinter ihren firmen, wie diese hinter den arbeitnehmern, eben gar nicht, was nur deppen verwundern wird, ist doch der billigjobber zur abstoßware x-ter klasse und wahl verkommen.warum also soll sich irgendjemand, der schon fast täglich wegen eines gekluten kekses entlassen werden kann und der ohnehin weniger verdient als der eu durchschnitt sich mit einem deutschen arbeitgeber gemein machen?
RaMaDa 09.02.2011
4. Ethik in der Mitarbeiterführung - alles Quatsch!
In Deutschland wurde Mobbing erfunden - noch Fragen?
cokommentator 09.02.2011
5. ...
Solange die Unternehmen offen ihren Mitarbeitern zeigen, wie "wertvoll" sie für's Unternehmen sind, solange wird sich daran nichts ändern. Solange der Aktionär seine Gewinne nach Hause trägt und der Arbeitnehmer die Verluste, solange wird sich nichts daran ändern. Ach so, es ändert auch nichts, wenn versucht wird, die Lohnspirale weiter nach unten zu drehen, weil andere Länder billiger sind. Sind wir billiger geworden, werden die anderen halt noch billiger, nur unsere Einstellung gegenüber unserem Arbeitgeber wird noch schlechter...
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