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Umsätze im Einzelhandel: Deutsche in Kauflaune

Die Aussichten für die Konjunktur sind eher trübe, doch die Deutschen geben ihr Geld gern aus: Im September sind die Umsätze im Einzelhandel überraschend stark gestiegen. Vor allem Kleidung und Schuhe waren bei den Verbrauchern begehrt.

Einkaufszentrum in Berlin: Höchster Zuwachs beim Umsatz seit mehr als einem Jahr Zur Großansicht
dapd

Einkaufszentrum in Berlin: Höchster Zuwachs beim Umsatz seit mehr als einem Jahr

Wiesbaden - So kräftig sind die Umsätze der deutschen Einzelhändler seit mehr als einem Jahr nicht mehr gestiegen: Im September nahmen sie 1,9 Prozent mehr ein als im Vormonat, preisbereinigt bedeutet das immer noch ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum August, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Das ist jeweils der größte Zuwachs seit Juni 2011", sagte ein Statistiker. Damit fällt das Umsatzplus im Einzelhandel überraschend hoch aus. Bankvolkswirte hatten lediglich mit einem preisbereinigten Wachstum knapp über der Null-Prozent-Marke gerechnet.

Dennoch lagen die Umsätze unter denen vor einem Jahr. Im Vergleich zum September 2011 fielen die Erlöse um 0,7 Prozent, preisbereinigt um 3,1 Prozent. Allerdings ist dafür ein kalendarischer Effekt verantwortlich: In diesem Jahr zählte der Monat einen Verkaufstag weniger als 2011.

Gefragt waren bei den Verbrauchern vor allem Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren. Der Umsatz mit diesen Artikeln zog binnen Jahresfrist um 4,9 Prozent an. Im Handel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten gab es dagegen ein Minus von 5,0 Prozent. Hier könnte die Pleite der einst größten deutschen Drogeriekette Schlecker eine Rolle gespielt haben.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich die positive Lage im Einzelhandel fortsetzt. Die Kauflaune der deutschen Verbraucher ist derzeit so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr, fand die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei ihrer monatlichen Umfrage heraus. Ein Grund dafür sind spürbare Lohnerhöhungen. Die tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmer erhöhten sich im Juli um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit Oktober 2007 nicht mehr. Damit steigt die Kaufkraft, weil die Preise langsamer steigen. Die Inflationsrate liegt derzeit bei zwei Prozent.

fdi/dpa-AFX/Reuters

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1. Das wurde auch Zeit.
prontissimo 31.10.2012
Zitat von sysopdapdDie Aussichten für die Konjunktur sind eher trübe, doch die Deutschen geben ihr Geld gern aus: Im September sind die Umsätze im Einzelhandel überraschend stark gestiegen. Vor allem Kleidung und Schuhe waren bei den Verbrauchern begehrt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/umsaetze-im-einzelhandel-nehmen-im-september-deutlich-zu-a-864414.html
Nachdem in D fast keine Neuwagen mehr von Privatleuten angeschafft werden kommt wenigstens auf die Art der Binnenmarkt ein ganz klein wenig in Schwung. Geld ist genügend vorhanden. Man spart nicht mehr sondern gibt es aus. Das ist auch vernünftig. Außerdem droht die Abschaffung des Euro. Ich hab schon keine mehr.
2.
cemi 31.10.2012
Kleiner Tipp an die Jungs von Destatis: Es ist ziemlich schnell ganz schön schattig geworden draußen. Kein Wunder, dass der ein oder andere schnell eine Jacke oder wrme Schuhe brauchte. Peinlich eigentlich auch für Spon, die mit unerklärlicher Penetranz diese Propaganda-Jubel-Agentur-Meldungen raushauen. Über's Jahr gesehen wird es nämlich auch diesesmal wieder nix mit dem Kaufrausch-XXL-Boom-Umsatz.
3.
muellerthomas 31.10.2012
Zitat von prontissimoNachdem in D fast keine Neuwagen mehr von Privatleuten angeschafft werden kommt wenigstens auf die Art der Binnenmarkt ein ganz klein wenig in Schwung. Geld ist genügend vorhanden. Man spart nicht mehr sondern gibt es aus. Das ist auch vernünftig. Außerdem droht die Abschaffung des Euro. Ich hab schon keine mehr.
Das wäre tatsächlich gut, aber tatsächlich stiegen die realen Umsätze nur gegenüber dem VOrmonat, gegenüber dem Vorjahr gab es - wie immerhin ehrlicherweise berichtet wird - von 3,1%.
4.
muellerthomas 31.10.2012
Zitat von cemiKleiner Tipp an die Jungs von Destatis: Es ist ziemlich schnell ganz schön schattig geworden draußen. Kein Wunder, dass der ein oder andere schnell eine Jacke oder wrme Schuhe brauchte. Peinlich eigentlich auch für Spon, die mit unerklärlicher Penetranz diese Propaganda-Jubel-Agentur-Meldungen raushauen. Über's Jahr gesehen wird es nämlich auch diesesmal wieder nix mit dem Kaufrausch-XXL-Boom-Umsatz.
Un nun stellen Sie sich vor, dass dieser saisonale Effekt berücksichtigt wurde. Ja, das stimmt allerdings. Berechtiger wäre wohl die Meldung gewesen: Einzelhandelsumsätze fallen deutlich.
5. Ja ja, immer die gleichen Lügen.
prince62 31.10.2012
Zitat von cemiKleiner Tipp an die Jungs von Destatis: Es ist ziemlich schnell ganz schön schattig geworden draußen. Kein Wunder, dass der ein oder andere schnell eine Jacke oder wrme Schuhe brauchte. Peinlich eigentlich auch für Spon, die mit unerklärlicher Penetranz diese Propaganda-Jubel-Agentur-Meldungen raushauen. Über's Jahr gesehen wird es nämlich auch diesesmal wieder nix mit dem Kaufrausch-XXL-Boom-Umsatz.
Na dann warten Sie mal die Weihnachtsfestkonsaumrauschverkaufsrennersamstage ab, da werden den Deutschen die positiven Meldungen nur so umdie Ohren geschlagen daß es raucht und jeder unbedingt mitmachen soll bzw. muß. Die reale Meldung, daß auch das diesjährige Weihnachtsverkaufsfestival wieder schlechter als die letzten Jahre war, kommt dann Anfang Februar im ganz ganz Kleingedruckten. War übrigens die letzten 10 Jahre so, große Konsumrausch-Propaganda und dann genau das Gegenteil in der Realität, die von oben verordnete Verdummung der Bevölkerung eben. Aber alle Medien machen fleißig mit, Sie werden sich dafür eines Tages hoffentlich dafür zu verantworten haben.
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