Verbraucher in Kauflaune Umsätze im Einzelhandel steigen deutlich

Die Lust der Deutschen auf Konsum schlägt sich nun auch in den Kassen der Einzelhändlern nieder. Im Mai stiegen die Umsätze in der Branche im Vergleich zum Vormonat um mehr als ein Prozent. Vor allem für Lebensmittel gaben die Verbraucher mehr Geld aus.

Einkaufszentrum in Dresden: Warenhäuser legen fast fünf Prozent zu
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Einkaufszentrum in Dresden: Warenhäuser legen fast fünf Prozent zu


Berlin - Die Marktforscher sprechen von der größten Kauflaune deutscher Verbraucher seit sechs Jahren - nun werden sie von glänzenden Geschäftszahlen im Handel bestätigt. Im Mai konnten Deutschlands Einzelhändler ihre Umsätze deutlich um 1,1 Prozent im Vergleich zum April steigern, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Wird die Inflation berücksichtigt, betrug das Plus immer noch 0,8 Prozent.

Auch für die Zukunft erwarten die Einzelhändler Gutes: "Die Branche ist auf Kurs", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands HDE, Kai Falk. Die Verbraucher seien dank der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und hoher Einkommenssteigerungen durch die jüngsten Tarifabschlüsse in sehr guter Stimmung. Zudem hat nach Einschätzung von Ökonomen das Vertrauen der Verbraucher in eine Lösung der Schuldenkrise und einen konjunkturellen Aufschwung in Europa zugenommen.

Lebensmittel gefragt, Kleidung eher nicht

Im Vergleich zum Mai 2012 hatten die Einzelhändler in diesem Jahr zwei Prozent mehr Geld in den Kassen. Um die Inflation bereinigt betrug der Zuwachs noch 0,4 Prozent. Die beiden Monate sind vergleichbar, weil sie jeweils 24 Verkaufstage hatten.

Besonders großzügig griffen die Deutschen den Statistikern zufolge bei Lebensmitteln zu. Supermärkte und Warenhäuser verzeichneten ein Plus von 4,8 Prozent, gefolgt vom Internet- und Versandhandel mit 3,9 Prozent. Dagegen hinke zum Beispiel die Textilbranche wetterbedingt hinterher, sagte HDE-Geschäftsführer Falk. "Für die Textilbranche wird es schwer, die Verluste der ersten Jahreshälfte aufzuholen."

Insgesamt legte der Umsatz von Januar bis Mai dieses Jahres um 1,6 Prozent zu. Der Einzelhandelsverband HDE erwartet im Gesamtjahr ein Plus von 1,0 Prozent. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn die Kauflaune der Deutschen ist derzeit so gut wie seit fast sieben Jahren nicht mehr, wie die GfK-Forscher bei ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern herausfanden. Grund dafür sind die niedrige Arbeitslosigkeit, steigende Löhne und geringe Inflation.

fdi/Reuters/dpa



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insgesamt 9 Beiträge
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nexus7 28.06.2013
1. Real 0,4 %
Dazu müsste der darbende PKW-Handel eigentlich in dieser Statistik Berücksichtigung finden. Da ist dann aber kein Aufschwung mehr erkennbar.
harald441 28.06.2013
2. Das ist keine Kauflaune, aber viele Deutsche
sagen sich nicht zu Unrecht: "Bevor mein sauer verdientes und erspartes Geld via Steuern nach Zypern o. ä. verschoben wird, gebe ich es lieber aus" - was bei den vom Staat künstlich gedrückten Zinsen mehr als verständlich ist.
Barbara52 28.06.2013
3. Nicht zu fassen ...
Da, wo Preise erhöht, Löhne gedrückt, Personal entlassen neue Pseudoumwelttechnik angeordnet wird kann man gut von der gesteigerten Kauflaune reden. Mir vergeht die Laune, wenn ich einkaufen gehe.
pepe_sargnagel 28.06.2013
4.
Zitat von sysopDPADie Lust der Deutschen auf Konsum schlägt sich nun auch in den Kassen der Einzelhändlern nieder. Im Mai stiegen die Umsätze in der Branche im Vergleich zum Vormonat um mehr als ein Prozent. Vor allem für Lebensmittel gaben die Verbraucher mehr Geld aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/umsaetze-im-einzelhandel-steigen-im-mai-unerwartet-stark-a-908376.html
Hat man nun weniger Waren verkauft oder mehr? Der Umsatz wird hauptsächlich über den Preis gesteuert. 1) Wenn man den Preis stark erhöht kann sogar eine gesunkene Nachfrage zu einem Umsatzwachstum führen. Das würde sogar eher darauf hindeuten, dass weniger verkauft wird und die Bürger sogar eher Verzicht üben, aber wegen der hohen Preise der Umsatz eben gestiegen ist. 2) Mehr Konsum bei gleich bleibenden (oder gar billigeren) Preisen. Das würde dann auf einen steigenden Kpnsum hinweisen. Die allgemeine Inflationsrate genügt hier meines Erachtens nicht, denn wenn man eben so verschiedene Güter vergleicht, dann sollte der Warenkorb auch an diese Güter angepasst werden. Dennoch bleiben nun viele Fragen offen - daher ist es schade, dass die Auftragsforscher sich nicht mehr Mühe geben (dürfen). Kritische Stimmen würden die Auftraggeber ja nicht so gerne hören - daher immer schön vom "boomenden Arbeitsmarkt" reden. Das ist wenigstens politisch korrekt. Die Fakten jedoch werden so nicht veröffentlicht. Schade!
impeerator 28.06.2013
5. Der Mai hat einen Tag mehr...
..., und dieser eine Tag macht 3,3 % von 30 Tagen aus. Darüber hinaus gab es mehrere Feiertage und lange Wochenenden, die meistens auch zu höheren Ausgaben führen... Verschiedene Monate miteinander zu vergleichen ist ziemlich sinnlos. Interessanter wäre doch die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr gewesen. Doch dazu gibt es keinerlei Information. Schlechte Statistik, schlechter Artikel. Nachdenken!
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