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Umsatzeinbruch: Lustlose Käufer enttäuschen Einzelhändler

Es ist der größte Umsatzeinbruch seit vier Jahren: Deutsche Einzelhändler haben im August knapp drei Prozent weniger eingenommen als im Vormonat. Experten erwarten dennoch keinen Negativtrend.

Passanten mit Einkaufstüten: Der August verlief für den Einzelhandel nicht berauschend Zur Großansicht
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Passanten mit Einkaufstüten: Der August verlief für den Einzelhandel nicht berauschend

Wiesbaden - Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind im August für die Händler eine Enttäuschung: Mit einem Minus von drei Prozent haben sie den stärksten Umsatzeinbruch seit mehr als vier Jahren verbucht. Laut Statistischem Bundesamt hat es seit Mai 2007 keinen so großen Rückgang mehr gegeben. Im Juli war der Umsatz stabil geblieben, nachdem er im Juni um 3,9 Prozent gestiegen war.

"Durch die Talfahrt an den Börsen hat die Verunsicherung bei den Verbrauchern zugenommen", deutete Ralf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) den Einbruch. "Der viele Regen dürfte wettersensiblen Branchen wie dem Bekleidungshandel zugesetzt haben."

Auch preisbereinigt fiel das Minus im August mit 2,9 Prozent kräftig aus. Analysten warnen aber vor Panik. "Trotz des deutlichen Rückgangs liegt der Einzelhandelsumsatz immer noch über dem Niveau des zweiten Quartals", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Der private Konsum werde im dritten Quartal tendenziell steigen.

Für eine negative Trendwende im Einzelhandel müsste es einen Einsturz der Weltwirtschaft und der deutschen Exporte geben, sagte Alexander Koch von Unicredit. "Wir rechnen nicht mit einem Einbruch des Konsums, trotz der Schuldenkrise. Im Gegenteil: Der Konsum dürfte die Konjunktur stabilisieren."

In der ersten Jahreshälfte hatten die Ladenbesitzer 2,7 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Trotz der schlechten Zahlen für August erwarten auch die Händler, dass die Konsumausgaben in diesem Jahr um 1,5 Prozent steigen werden - das wäre das größte Plus seit zehn Jahren. Gründe dafür sind den Händlern zufolge die steigenden Löhne und die sinkende Arbeitslosigkeit - die Zahl der Erwerbslosen war im September auf ein 20-Jahres-Tief gefallen.

kpa/Reuters/dpa/dapd

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insgesamt 35 Beiträge
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1. Umsatzeinbruch
Kvert 30.09.2011
Ohje 3 Prozent weniger Umsatz, da geht man ja zugrunde daran...
2. Experten
Sapere aude 30.09.2011
Zitat von sysopEs ist der größte Umsatzeinbruch seit vier Jahren:*Deutsche Einzelhändler haben*im August*knapp drei Prozent weniger eingenommen als im Vormonat. Experten erwarten dennoch keinen Negativtrend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,789252,00.html
Erwaten die Experten nicht schon jahrelang exorbitante Steigerungen, die dann komischerweise nie eintrafen?
3. Komisch...
blurps11 30.09.2011
...laut der GfK geht es doch immer nur nach oben ;) Vielleicht sollten sich die Experten auch einfach mal etwas genauer mit den "steigenden" Löhnen und der "sinkenden" Arbeitslosigkeit befassen, dann dürften ihnen so einige Lichter aufgehen.
4. kann überhaupt nicht sein!
marthaimschnee 30.09.2011
Schließlich bejubeln die Glaskugelbefrager der GfK permanent den ungebrochenen Konsumrausch der Verbraucher. Irgendwer lügt hier ganz offensichtlich!
5. Wie dumm sind eigentlich Wirtschaftsjournalisten?
stanislaus2 30.09.2011
Jeder Volkswirtschaftsstudent schaut bei einer solchen Meldung erst einmal nach, wieviel Verkaufstage der Juli 2011 hat und wieviele der Vergleichsmonat hatte. (28 Tage zu 26 Tage). Dann macht er beide Monate vergleichbar auf 27 Tage, indem er einen Durchschnittstag für den Juli 2010 wegnimmt und einen Durchschnittstag für 2011 dazuschlägt. Und so kommt er dann für den Juli 2011 auf einen vergleichsweise erfreulichen Umsatzanstieg im EH. Aber die Meinungsmanipulatoren quatschen mangels statistischem Basiswissen jeden Unsinn nach.
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