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Umstrittene Geldspritze Continental bereitet Kapitalerhöhung vor

Continental-Stammwerk in Hannover: Jetzt soll die Kapitalerhöhung doch kommenZur Großansicht
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Continental-Stammwerk in Hannover: Jetzt soll die Kapitalerhöhung doch kommen

Der hoch verschuldete Autozulieferer Continental bereinigt seine Bilanzen für eine Kapitalerhöhung: Dem gesteigerten operativen Quartalsergebnis stehen nach einem Zeitungsbericht deshalb hohe Abschreibungen gegenüber. Die Kapitalerhöhung soll bis zu 1,5 Milliarden Euro bringen.

Hamburg/Düsseldorf - Lange hatte sich Großaktionär Schaeffler gewehrt, nun kommt die milliardenschwere Kapitalerhöhung beim Autozulieferer Continental Chart zeigen offenbar doch: Mit einem verbesserten operativen Ergebnis und einer Bilanzbereinigung legt der Konzern nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" dafür die Basis. Im dritten Quartal sei das bereinigte operative Ergebnis auf gut 400 Millionen Euro gesteigert worden, ein Plus von knapp 100 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Auch gegenüber dem zweiten Quartal bedeute das einen Zuwachs von gut 100 Millionen Euro. Ein Sprecher des Unternehmens wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Das Unternehmen will am Donnerstag im Laufe des Vormittags die Zahlen vorlegen.

Gleichzeitig werde der Konzern bei der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag eine Abschreibung von rund 870 Millionen Euro auf den Unternehmenswert der zugekauften Autoelektroniksparte VDO bekannt geben. Insgesamt würden im dritten Quartal Sondereffekte von 1,36 Milliarden Euro das Ergebnis belasten, so dass unter dem Strich ein Milliardenverlust stehen dürfte.

Als Zeitpunkt für die Kapitalerhöhung strebe das Unternehmen das erste Quartal 2010 an. Wie das "Handelsblatt" aus Finanzkreisen erfuhr, beauftragte Conti die Deutschen Bank Chart zeigenund JP Morgan mit der Umsetzung der umstrittenen Kapitalmaßnahme. Das Volumen solle zwischen einer und 1,5 Milliarden Euro liegen.

Unternehmenskreisen zufolge ist Contis neuer Chefaufseher Wolfgang Reitzle für das neue Tempo verantwortlich. Der Großaktionär Schaeffler hatte sich lange gegen die Kapitalerhöhung gewehrt hatte, weil sie seinen Conti-Anteil von bisher 90 Prozent verwässere, schreibt das "Handelsblatt". Damit akzeptiere Großaktionär Schaeffler nun doch die Ausgabe neuer Aktien. Der Streit über die Kapitalerhöhung hatte das Unternehmen über Monate gelähmt und Karl-Thomas Neumann im August den Job als Vorstandschef gekostet.

Sein Nachfolger Elmar Degenhart kommt von Schaeffler und will eine gemeinsame Lösung zur Refinanzierung finden. Conti drücken fast zehn Milliarden Euro Schulden. Eine Kredittranche von 3,5 Milliarden Euro müssen die Niedersachsen im August 2010 ablösen.

Technisch wäre die Kapitalerhöhung über maximal 1,5 Milliarden Euro nun sogar noch in diesem Jahr möglich, praktisch wird sie im ersten Quartal 2010 erwartet. Schaeffler will das Thema mit der Refinanzierung der Conti-Kredite insgesamt verknüpfen. Die Gespräche mit den mehr als 50 Gläubigerbanken laufen. Der krisengeschüttelte Autozulieferer Conti, der an diesem Donnerstag Quartalszahlen vorlegt, leidet unter schlechter Bonität. Derzeit hat der Konzern nach Informationen der "FTD" noch liquide Mittel von 3,3 Milliarden Euro.

ore/dpa-AFX/ddp

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