Umstrittene Hedgefonds-Branche Schattenzocker scheffeln Milliarden

Sie haben ein paar hundert Mitarbeiter - und verdienen mehr als sechs Großbanken mit einer Million Angestellten: Hedgefonds sind laut einer neuen Studie wieder auf dem Vormarsch. Das nährt Sorgen vor einem neuen "Schattenfinanzsystem". 

Milliardär Soros: 35 Milliarden seit 1973
dpa

Milliardär Soros: 35 Milliarden seit 1973


London - Die Macht der Spekulanten ist ungebrochen: Die zehn größten Hedgefonds verdienen mehr als sechs Großbanken zusammen. Das geht aus einer Studie der Vermögensverwaltung LCH Investments hervor, aus der die "Financial Times" ("FT") zitiert. Demnach machten die Fonds in der zweiten Jahreshälfte von 2010 zusammen 28 Milliarden Dollar. Damit lagen sie zwei Milliarden Dollar über dem gemeinsamen Gewinn der Banken Goldman Sachs, JPMorgan, Citigroup, Morgan Stanley, Barclays und HSBC.

Das Ergebnis ist auch wegen der Größenunterschiede zwischen Hedgefonds und Banken beachtlich: Während selbst die größten Fonds nur einige hundert Angestellte haben, kommen die sechs Banken laut "FT" gemeinsam auf rund eine Million Angestellte.

Insgesamt haben die untersuchten Hedgefonds ihren Investoren seit der Gründung 182 Milliarden Dollar gebracht. Ganz vorn ist dabei laut der Studie Investorenlegende George Soros. Sein Quantum-Fonds habe seit 1973 insgesamt 35 Milliarden Dollar abgeworfen. Zuletzt war jedoch die Investmentgesellschaft Paulson & Co. deutlich erfolgreicher: Mit knapp sechs Milliarden Dollar verdiente sie in der zweiten Jahreshälfte 2010 fast doppelt so viel wie der Quantum-Fonds.

Die Hedgefonds profitieren davon, dass sie im Gegensatz zur Bankenbranche immer noch kaum überwacht werden. Während die Staatengemeinschaft G20 für Banken nach der Finanzkrise strengere Anforderungen an Eigenkapitalregeln oder die Auszahlung der Boni formulierte, gibt es bislang international keine neuen Regeln für die Fonds.

Laut Bankenvertretern könnten durch die unregulierten Fonds neue Gefahren für das Weltfinanzsystem entstehen. Citigroup-Chef Vikram Pandit warnte kürzlich im SPIEGEL vor einem "Schattenfinanzsystem mit Hedgefonds und anderen wichtigen Spielern". Nach Ansicht von Gary Cohn, Präsident von Goldman Sachs, besteht die größte Gefahr für die Finanzstabilität in der Verschiebung von Risiken "aus dem kontrollierten Bankensektor in die kaum regulierten Schattenbanken".

Mittlerweile weichen auch die Großbanken selbst auf den Hedgefonds-Sektor aus: So will Morgan Stanley den Eigenhandel ab 2012 über einen Fonds mit 60 Mitarbeitern abwickeln lassen.

dab



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insgesamt 102 Beiträge
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Der Bruddler, 02.03.2011
1. Überschrift
Zitat von sysopMit ein paar hundert Mitarbeitern verdienen sie mehr als sechs Großbanken mit einer Million Angestellten: Hedgefonds sind laut einer neuen Studie äußerst profitabel. Ganz weit vorn ist dabei*Investorenlegende George Soros. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,748523,00.html
Wie sieht Gefahr für den Kapitalismus aus, wenn nicht genau so? Massenweise Geld absaugen, ohne irgendeinen Mehrwert für die Gesamtwirtschaft beizusteuern.
mattotaupa 02.03.2011
2. Stimmt
Zitat von Der BruddlerWie sieht Gefahr für den Kapitalismus aus, wenn nicht genau so? Massenweise Geld absaugen, ohne irgendeinen Mehrwert für die Gesamtwirtschaft beizusteuern.
Erinnert mich immer an H.Schneider: "Das ganze Geld, mit Quatsche verdient...."
bbphk 02.03.2011
3. Dracula läßt grüßen !
Zitat von Der BruddlerWie sieht Gefahr für den Kapitalismus aus, wenn nicht genau so? Massenweise Geld absaugen, ohne irgendeinen Mehrwert für die Gesamtwirtschaft beizusteuern.
[QUOTE=Der Bruddler;7288528]Wie sieht Gefahr für den Kapitalismus aus, wenn nicht genau so? Massenweise Geld absaugen, ohne irgendeinen Mehrwert für die Gesamtwirtschaft beizusteuern.[/QUO Das ist moderner Vampirismus und müßte auch ähnlich behandelt werden. Pfl. ins Hrz,!!
derknecht 02.03.2011
4. Toll das Übel der Welt kurz und knapp beschrieben
Sehr guter Artikel. Hier wird doch nur das Übel der Welt aufgezeigt. Wo kommt denn das Geld her? Es wird durch die Fonds doch nur wieder eine Firma ruiniert, ausgebeutet und dadurch jede Menge Menschen in die Armut geschickt. Hauptsache Wachstum und noch mehr Gewinne!!! Keiner hat kapiert um was es überhaupt geht. Genau die Dinge sind daran schuld das die letzte Krise gekommen ist und die nächste kommen wird.
RaMaDa 02.03.2011
5. Der nächste Crash....
....kommt bestimmt und wer wird dann zur Ader gelassen? Top-Manager, Vorstände, Politiker? Nein, wir! Denn von diesen aalglatten, doppeltgereinigten Verbrechern in Nadelstreifen ist es wie immer keiner gewesen. Geld stinkt nicht - stimmt. Die, die Mio. Menschen abzocken sind alledings Stinktiere.
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