Paris - Eigentlich ist die Haltung der französischen Regierung zu Gen-Mais klar: Von Menschenhand veränderte Sorten wie Mon 810 sind grundsätzlich verboten. Weil aber der oberste Verwaltungsgerichtshof des Landes den Erlass im vergangenen November wegen Verfahrensfehlern wieder kassierte, gewinnt die Diskussion über Gen-Pflanzen erneut an Fahrt. Jetzt haben rund 100 Aktivisten einen Standort des US-Agrarkonzerns Monsanto im südfranzösischen Trèbes besetzt.
In einer Überraschungsaktion am frühen Morgen blockierten die Gentechnikgegner eine Lagerhalle und schütteten säckeweise Mon-810-Saatgut, das sie als "genverändert und gefährlich" bezeichnen, auf den Boden aus. Sie entrollten ein Banner mit der Aufschrift "Gentechnisch veränderte Zone" und forderten ein sofortiges Anbauverbot für Gen-Pflanzen.
Ein Bauernvertreter warf dem US-Konzern vor, er treffe konkrete Vorbereitungen, um die genveränderte Sorte Mon 810 in Umlauf zu bringen: "Monsanto ist bereits dabei, Saatgut abzufüllen um es an seine Kunden auszuliefern.", sagte der Landwirt. Das Ministerium habe vor Monaten versprochen, Mon 810 sofort zu verbieten, "aber es ist nichts geschehen."
Tatsächlich setzt sich die Regierung in Paris weiterhin dafür ein, keine Landwirtschaft mit gentechnisch veränderten Pflanzen zuzulassen - passiert ist seit November aber nichts. Schon Anfang Januar hatten deshalb wütende Bauern einen anderen französischen Monsanto
-Standort besetzt.
Weltweite Kritik an Monsanto
Der US-Konzern gerät weltweit immer wieder unter Druck - in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die argentinische Steuerbehörde auf Getreidefeldern eines Monsanto-Zulieferers sklavenähnliche Arbeitsbedingungen festgestellt hat.
Die Firma habe alle ihre Erntehelfer illegal beschäftigt, diese am Verlassen der Felder gehindert und ihre Löhne nicht ausgezahlt, hieß es. Außerdem hätten die Arbeiter vierzehn Stunden am Tag Maiskolben ernten und ihr Essen zu überteuerten Preisen im Firmengeschäft kaufen müssen. Die Behörde kündigte an, Monsanto für die Praktiken seiner Zuliefererfirma zur Rechenschaft ziehen zu wollen.
nck/dpa/AFP
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