Manipulationsverdacht Fresenius bläst Milliarden-Übernahme ab

Der Medizinkonzern Fresenius sagt die geplante 4,4 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Konzerns Akorn ab. Der will aber unbedingt, dass das Geschäft zustande kommt.

Zentrale von Fresenius in Bad Homburg
DPA

Zentrale von Fresenius in Bad Homburg


Fresenius lässt die zweitgrößte Übernahme in der Firmengeschichte platzen. Der Bad Homburger Gesundheitskonzern will den US-Generika-Hersteller Akorn nun doch nicht mehr übernehmen. Die Amerikaner hätten mehrere Vollzugsvoraussetzungen nicht erfüllt, teilte Fresenius am Sonntagabend mit. Dazu gehörten unter anderem schwerwiegende Verstöße gegen Vorgaben der US-Gesundheitsbehörde FDA zur Datenintegrität bei Akorn, die unabhängige Ermittler in einer Untersuchung gefunden hätten.

Die Übernahme wackelt bereits seit einigen Wochen. Fresenius ließ nach anonymen Hinweisen prüfen, ob Akorn falsche Angaben bei der Produktentwicklung gemacht hat. Im Februar stellte der Dax-Konzern die Transaktion öffentlich in Frage. Akorn wäre mit einem Wert von rund 4,4 Milliarden Euro der zweitgrößte Zukauf in der Fresenius-Geschichte nach der Akquisition des spanischen Klinkbetreibers Quirónsalud für 5,8 Milliarden Euro vor gut einem Jahr gewesen.

Akorn widersprach den Anschuldigungen. Es gebe keinen Grund, die Kaufpläne zu stoppen, teilte das US-Unternehmen später mit. Akorn wolle seine Rechte in der verbindlichen Fusionsvereinbarung durchsetzen.

Fresenius bestätigte den Konzernausblick für 2018. Das im Dax notierte Unternehmen erwartet unverändert einen währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes zwischen fünf und acht Prozent. Das Konzernergebnis soll währungsbereinigt um sechs bis neun Prozent steigen.

mik/Reuters



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