Italienische und französische Großbank Unicredit und Société Générale spielen Fusion durch

Die Großbanken Unicredit und Société Générale erwägen laut einem Bericht der "Financial Times" einen Zusammenschluss - werden aber durch die Lage in Italien ausgebremst.

DPA


Es könnte der Startschuss für eine Fusionswelle im europäischen Bankensektor sein: Die italienische Großbank Unicredit und die französische Société Générale (SocGen) denken laut einem Bericht der "Financial Times" über einen Zusammenschluss nach. Der aus Frankreich kommende Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier liebäugele schon seit mehreren Monaten mit der Idee, sich mit der SocGen zusammenzuschließen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Insider. Auch aufseiten der französischen Großbank sei das Szenario durchgespielt worden. Die Verhandlungen seien aber noch in einem sehr frühen Stadium und es habe noch keinen formellen Vorstoß gegeben.

Es gebe im Verwaltungsrat aktuell keine Diskussion über einen möglichen Zusammenschluss, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg aus einer Stellungnahme der SocGen. Bei Unicredit, zu der auch die deutsche Hypovereinsbank gehört, war zunächst niemand zu erreichen.

Die "FT" berichtete, die instabile politische Lage in Italien erschwere die Fusionspläne. Aus diesem Grund sei der Zeitplan für einen möglichen Zusammenschluss um 18 Monate aufgeschoben worden. Aktuell wäre es gemessen am Börsenwert eine Fusion auf Augenhöhe: Die Unicredit Chart zeigen wird derzeit mit rund 33 Milliarden Euro bewertet, die SocGen Chart zeigen kommt auf 30 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Gemessen am Börsenwert sind Deutsche Bank (19 Milliarden Euro) und Commerzbank (elf Milliarden Euro) zusammen gerade einmal so viel wert wie die Unicredit oder SocGen allein.

Europäischer Bankensektor ist zersplittert

Im europäischen Bankensektor wird bereits seit Längerem mit großen Zusammenschlüssen gerechnet. Im Vergleich zu Asien und den USA gibt es in Europa viele kleinere Banken, die sich vor allem auf ihren jeweiligen Heimatmarkt fokussieren. So stehen die europäischen Banken rund zehn Jahre nach der Finanzkrise zumeist deutlich schwächer da als die Konkurrenten in den Vereinigten Staaten und Asien.

Neben der nach wie vor starken Aufteilung des Marktes in Europa spielen auch andere Gründe wie ein zögerlicheres Handeln der europäischen Regierungen in der Finanzkrise eine Rolle. Es gibt aber auch viele hausgemachte Fehler wie zum Beispiel bei der Deutschen Bank Chart zeigen, die seit Jahren um eine klare Strategie ringt.

Europäische Großbanken, die im internationalen Vergleich eher gut dastehen, sind die stark in Asien präsente HSBC Chart zeigen oder die spanischen Häuser BBVA Chart zeigen und Santander Chart zeigen, die starke Sparten in Mittel- und Südamerika haben. Auch die BNP Paribas gilt als gut aufgestellt. Für die anderen Institute gibt es immer wieder Spekulationen über bald anstehende Fusionen.

mmq/dpa-AFX



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