Milliardendeal Unilever verkauft Rama und Becel

Rama, Becel, Flora: Hinter solchen und anderen Marken steht der internationale Lebensmittelriese Unilever. Der will die bekannten Brotaufstriche jetzt verkaufen - an Finanzinvestoren.

Frau im Supermarkt (Symbolbild)
DPA

Frau im Supermarkt (Symbolbild)


Im Wettbieten um das Margarine- und Brotaufstrich-Geschäft von Unilever hat sich die Beteiligungsgesellschaft KKR durchgesetzt. Das niederländisch-britische Unternehmen erhält dafür 6,83 Milliarden Euro, wie Unilever mitteilte. Der Abschluss des Geschäfts werde Mitte 2018 erwartet.

Unilever will sich von Bereichen trennen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Im Frühjahr hatte das Unternehmen einen Übernahmeversuch von Kraft Heinz im Volumen von 143 Milliarden Dollar abgewehrt. Dabei war im Frühjahr auch angekündigt worden, dass die Sparte für Brotaufstriche mit Marken wie Rama, Becel und Flora abgestoßen werden soll. Ziel ist es, bis 2020 die Kosten zu senken und die Ertragskraft zu steigern. Unilever verzeichnete im Oktober einen unerwarteten Umsatzrückgang und machte den Verlust von Marktanteilen an kleinere Wettbewerber dafür verantwortlich.

Mit dem Verkauf der Brotaufstrich-Marken trennt sich Unilever Chart zeigen von einem seiner schwächsten Bereiche. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei gut drei Milliarden Euro - konzernweit waren es im gleichen Zeitraum knapp 53 Milliarden Euro. Mit im Rennen um die Sparte waren angeblich auch die Finanzinvestoren Apollo Chart zeigen und CVC.

Unilever will sich nun auf seine gut laufenden Geschäfte konzentrieren. Zum Konzern gehören Marken wie Knorr, Dove und Ben & Jerry's. Der Erlös aus dem Verkauf soll den Aktionären zufließen - es sei denn, es ergebe sich eine "wertschöpfende Zukaufsmöglichkeit". Erst im Juni hatte Unilever die Kosmetikfirma Carver Korea für 2,3 Milliarden Euro gekauft, um präsenter auf dem asiatischen Markt zu werden.

koe/dpa/Reuters



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