Internetunternehmen Insolvenzverfahren für acht Unister-Töchter eröffnet

In Leipzig starten die Insolvenzverfahren für acht Unister-Töchter. Weil die Geschäfte besser laufen als erwartet, streicht das Internetunternehmen deutlich weniger Stellen als geplant.

Firmenschild von Unister
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Das Amtsgericht Leipzig hat das Insolvenzverfahren für die ersten Tochtergesellschaften des Internetkonzerns Unister eröffnet. Betroffen seien insgesamt acht Firmen, sagte ein Sprecher am Freitag. Dazu zählen etwa die Unister GmbH, das Gutscheinportal U-Deals, die Unister Travel Betriebsgesellschaft sowie der Reiseveranstalter Urlaubstours. Im September war bereits das Insolvenzverfahren für die Unister Holding GmbH eröffnet worden.

Die Tochtergesellschaften mit ihren Vermögenswerten spielten im aktuellen Verkaufsprozess eine große Rolle, sagte Insolvenzverwalter Lucas Flöther. In den nächsten Wochen sollen zudem Verfahren für weitere Tochterfirmen eröffnet werden - voraussichtlich am 1. Dezember auch für das Internetportal Ab-in-den-Urlaub.de.

Mit Beginn des Verfahrens endet zugleich die Zahlung des Insolvenzgeldes für Unister-Mitarbeiter durch die Arbeitsagentur. Die Lohnkosten können den Angaben zufolge wieder aus den laufenden Einnahmen gezahlt werden. Flöther sprach von "stabilen Erträgen". Daher sollen auch weniger Stellen gestrichen werden, als bisher angenommen: 66 statt 100 Jobs fallen in der Unternehmensgruppe weg. Insgesamt hat die Gruppe rund 1000 Mitarbeiter.

Flöther kündigte an, den Umbau bei Unister schnell voranzutreiben: "Im Mittelpunkt steht die Konzentration auf die Sparten Flug und Touristik", sagte er. Das Interesse potenzieller Käufer sei hoch, sechs Interessenten seien für das Unister-Kerngeschäft im Rennen. "Wir verhandeln mit allen parallel, mit einigen auch intensiver", sagte der Insolvenzverwalter. Namen nannte er nicht.

Der Unister-Konzern betreibt mehr als 40 Internetportale, darunter fluege.de und ab-in-den-urlaub.de. Nach dem Tod der beiden Unister-Gesellschafter Thomas Wagner und Oliver Schilling bei einem Flugzeugabsturz im Juli hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet.

ssu/dpa

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