Uno-Studie Großkonzerne verursachen billionenschwere Umweltkosten

Es ist eine Studie, die für Aufsehen sorgen dürfte: Laut einer Uno-Erhebung haben die 3000 weltgrößten Konzerne 2008 Umweltschäden in Höhe von 2,2 Billionen Dollar verursacht. Wissenschaftler sprechen von einem "absolut neuen Paradigma" in der Klimawandel-Debatte.

Kraftwerk südlich von Leipzig: "Ein neues Paradigma"
AP

Kraftwerk südlich von Leipzig: "Ein neues Paradigma"


Hamburg - Müssten Unternehmen für die Schäden, die sie der Umwelt zufügen, zahlen, würde das ziemlich teuer werden: Einer noch unveröffentlichten Studie der Vereinten Nationen (Uno) zufolge würde das die weltgrößten Unternehmen ein Drittel ihres Gewinns kosten. Das berichtet die britische Zeitung "Guardian" am Freitag.

Die Studie, die von der Londoner Beratungsgesellschaft Trucost erstellt wurde und im Sommer veröffentlicht wird, kommt zu dem Ergebnis, dass der geschätzte Schaden im Jahre 2008 etwa 2,2 Billionen US-Dollar beträgt. Mehr als die Hälfte der berechneten Kosten wird durch den Klimawandel verursacht, der durch Treibhausgase entsteht. Ein weiterer großer Kostentreiber sind die Verschmutzung des Trinkwassers und der Luft durch Feinstaub.

"Wir sprechen von einem absolut neuen Paradigma", sagt Richard Mattison, Studienleiter bei Trucost. "Die globale Wirtschaft ist einem großen Risiko ausgesetzt. Die Märkte sind sich dessen nicht vollständig bewusst und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen."

Zumal die Rechnung einige Kostentreiber noch gar nicht berücksichtigt: Nicht darin enthalten sind die Schäden, die durch privaten und öffentlichen Konsum entstanden sind. Auch sind langfristigen Schäden abseits vom Klimawandel werden nicht quantifiziert. Der Abschlussbericht wird diese Dinge berücksichtigen. Der Schaden dürfte also die 2,2 Billionen Dollar noch übersteigen.

fro



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