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Unternehmerlegende: Versandhausgründer Werner Otto ist tot

Der Hamburger Kaufmann und Unternehmer Werner Otto ist tot. Im Alter von 102 Jahren starb der Gründer des Otto-Versands im Kreis seiner Familie. Mit einem Startkapital von 6000 D-Mark baute er das Unternehmen auf und legte den Grundstein für einen Weltkonzern.

Otto-Versand-Gründer: Unternehmerlegende Werner Otto Fotos
dapd

Hamburg - Er gehörte zu den letzten noch lebenden Wirtschaftspionieren der Nachkriegszeit. Werner Otto ist am vergangenen Mittwoch, kurz vor Weihnachten, im Kreise seiner Familie gestorben. Der Unternehmer wurde 102 Jahre alt.

Otto, der 1909 in Brandenburg geboren wurde, wollte eigentlich Schriftsteller werden, absolvierte dann aber zunächst eine kaufmännische Lehre. Anschließend macht er sich mit einem Einzelhandelsgeschäft in Stettin selbstständig. Später führt er einen Zigarrenladen, nach dem Krieg gründete er in Hamburg eine Schuhfabrik. Diese schloss er nach kurzer Zeit aber wieder, wegen der starken Konkurrenz aus Süddeutschland. Mit vier Mitarbeitern und einem Startkapital von 6000 D-Mark baute er dann ein Unternehmen auf, aus der mit der Otto-Gruppe die größte Versandhandelsgruppe der Welt hervorging.

Als einer der ersten Händler verzichtete Otto auf Nachnahmesendungen und belieferte seine Kunden gegen Rechnung. Entgegen anderen Vorbildern setzte er von Anfang an weniger auf niedrige Preise als auf Qualität. Damit befreite er die Versandhausbranche vom Geruch des Kleine-Leute-Handels und eroberte neue Käuferschichten.

1953 setzte das Versandhaus bereits fünf Millionen D-Mark um, 1955 waren es 28 Millionen. Von 1965 an lag der Otto-Versand fast immer an der Spitze seiner Branche.

Ottos ältester Sohn Michael formte die Otto Group ab den achtziger Jahren zu einem Weltkonzern um. Der Vater baute unabhängig davon mit der ECE ein zweites Erfolgsunternehmen auf, heute die führende Entwicklungs- und Managementgesellschaft für Einkaufscenter in Europa.

Bereits 1966 hatte sich Otto weitgehend aus der direkten Unternehmensführung zurückgezogen und den Vorstandsvorsitz der geschäftsführenden GmbH unter Günter Nawrath überlassen. Otto begnügte sich mit dem Vorsitz des Aufsichtsrats. Im Februar 1981 kam es zu einem weiteren doppelten Wachwechsel, als Otto entsprechend einer früheren Ankündigung auch den Stuhl des Aufsichtsratsvorsitzenden räumte und Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats auf Lebenszeit wurde.

cte

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insgesamt 51 Beiträge
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1. Mein Beileid!
cooner 27.12.2011
Ich kenne seinen Sohn Michael, und ich weiß aus Erzählungen, wie nahe sich Vater und Sohn/Söhne standen.
2. Mein Beileid
uinen_osse 27.12.2011
Zitat von sysopDer Hamburger Kaufmann und Unternehmer Werner Otto ist tot. Im Alter von 102 Jahren starb der Gründer des Otto-Versands im Kreis seiner Familie. Das teilte der Konzern mit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805855,00.html
für die Familie. Jeder Tod ist ein Verlust für die Familie. Was mich aber tatsächlich ein wenig verwundert ist die Tatsache des hohen Alters. Es sei ihm vergönnt gewesen, liegt aber fast 30 Jahre über der statistischen Lebenserwartung von armen Rentnern - ja, in Deutschland, und nicht etwa sonstwo ... Naja wird schon seinen Grund haben dass diese Herrschaften so alt werden.
3.
PublicTender 27.12.2011
Zitat von sysopDer Hamburger Kaufmann und Unternehmer Werner Otto ist tot. Im Alter von 102 Jahren starb der Gründer des Otto-Versands im Kreis seiner Familie. Das teilte der Konzern mit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805855,00.html
Ich durfte einige Jahre beim OTTO-Versand in Hamburg-Bramfeld arbeiten. Bei keinem anderen Unternehmen habe ich so sehr die Verbundenheit der Mitarbeiter mit ihrer Unternehmensführung gespürt wie dort. Und ich werde nie vergessen wie einmal, das war kurz vor Weihnachten, ein Mann mit seiner Frau und seinen Kindern in der Tür unserer Abteilung stand und uns Geschenktüten mit Schokolade u.ä. brachte. Der Mann war Michael Otto. Inzwischen, und auch mit diesen Erfahrungen, habe ich gelernt dass inhabergeführte Unternehmen das Beste an der deutschen Wirtschaft sind und dass kapital- und renditegetriebene Unternehmen die Pest sind.
4. Leider...
GSYBE 27.12.2011
Zitat von sysopDer Hamburger Kaufmann und Unternehmer Werner Otto ist tot. Im Alter von 102 Jahren starb der Gründer des Otto-Versands im Kreis seiner Familie. Das teilte der Konzern mit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805855,00.html
...wird sein Andenken durch die zahllosen Einkaufsbetonklötze belastet, mit denen (auch) er die das deutsche Stadtbild verschandelt hat.
5. Da ist der Mitarbeiter noch Mensch
earl grey 27.12.2011
Zitat von PublicTenderIch durfte einige Jahre beim OTTO-Versand in Hamburg-Bramfeld arbeiten. Bei keinem anderen Unternehmen habe ich so sehr die Verbundenheit der Mitarbeiter mit ihrer Unternehmensführung gespürt wie dort. Und ich werde nie vergessen wie einmal, das war kurz vor Weihnachten, ein Mann mit seiner Frau und seinen Kindern in der Tür unserer Abteilung stand und uns Geschenktüten mit Schokolade u.ä. brachte. Der Mann war Michael Otto. Inzwischen, und auch mit diesen Erfahrungen, habe ich gelernt dass inhabergeführte Unternehmen das Beste an der deutschen Wirtschaft sind und dass kapital- und renditegetriebene Unternehmen die Pest sind.
So etwas Ähnliches habe ich bei einem inhabergeführten Unternehmen un NRW erlebt, die Mitarbeiter haben eine Firmenloyalität, das schaffen börsenorientierte andere große Firmen nie. Da ist der Mitarbeiter noch Mensch und nicht eine Nummer...
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