Urteil: Deutsche Bank muss Kontoauszüge kostenlos versenden

Kunden der Deutschen Bank bekommen Kontoauszüge kostenlos ins Haus: Nach einem Gerichtsentscheid darf das Kreditinstitut keine Gebühren mehr kassieren, wenn es Kontoinhabern ohne deren Aufforderung Auszüge per Post zuschickt. Ob die Entscheidung auch andere Banken betrifft, ist fraglich.

Deutsche-Bank-Turm in Frankfurt: Knapp zwei Euro für Kontoauszüge per Post Zur Großansicht
dapd

Deutsche-Bank-Turm in Frankfurt: Knapp zwei Euro für Kontoauszüge per Post

Berlin - Wer als Deutsche-Bank-Kunde seine Kontoauszüge nicht regelmäßig aus dem Automaten zieht, bekommt sie nach Hause geschickt. Die Bank kassierte für die Zustellung bisher 1,94 Euro - doch nun hat ein Gericht die Gebühr untersagt.

Die Deutsche Bank dürfe keine Gebühren verlangen, wenn sie einem Kunden unaufgefordert dessen Kontoauszüge per Post zuschickt, entschied das Landgericht Frankfurt am Main. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv) teilte dies mit, er hatte gegen eine Klausel der Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens geklagt.

Die Klausel erlaubte der Bank, die Kontoauszüge kostenpflichtig zuzusenden, wenn der Kunde sie nicht innerhalb von 30 Bankarbeitstagen selbst abruft. Das Gericht erklärte diese Regelung nun für ungültig. Hole ein Kunde die Kontoauszüge nicht ab, verlange er damit nicht automatisch deren Zusendung, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

Urteil gilt nicht automatisch für andere Institute

Die Deutsche Bank werde das Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, prüfen, sagte ein Sprecher. Unabhängig davon werde das Unternehmen die Gebühr vorerst nicht mehr erheben. Die Mehrzahl der Kunden hole die Kontoauszüge ohnehin regelmäßig selbst ab.

Auch andere Geldinstitute verlangen Gebühren für die Zustellung von Kontoauszügen. Die Verbraucherschützer erklärten jedoch, das Urteil habe keine unmittelbare Auswirkung auf Kunden anderer Banken. Laut vzbv sind Banken gesetzlich verpflichtet, Kunden mindestens einmal im Monat über die Zahlungsvorgänge auf ihrem Konto zu informieren - sei es per Internet, am Auszugsdrucker oder per Zusendung. Dafür Gebühren zu fordern, ist aber laut vzbv nur in gesetzlich vorgesehenen Ausnahmefällen möglich, etwa wenn der Kunde eine zusätzliche Zusendung ausdrücklich verlangt.

Aktenzeichen 2-25 O 260/10

seh/dpa/AFP

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insgesamt 19 Beiträge
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1. _
M@ESW 28.04.2011
Hoffentlich gilt das auch für andere Banken.
2.
aboers 28.04.2011
"Die Verbraucherschützer erklärten jedoch, das Urteil habe keine unmittelbare Auswirkung auf Kunden anderer Banken." Und warum soll es nicht für andere Banken gelten?
3. Commerzbank macht das auch
RaMaDa 28.04.2011
Die Commerzbank macht das genauso und berechnet dafür erhebliche Gebühren.
4. Hurra!
FRM 28.04.2011
Zitat von sysopKontoauszüge kommen kostenlos ins Haus: Nach einem Gerichtsentscheid darf die Deutsche Bank keine Gebühren mehr kassieren, wenn sie Kunden*ohne deren Aufforderung Kontoauszüge per Post zuschickt. Ob die Entscheidung auch andere Banken betrifft, ist fraglich. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759513,00.html
Sehr gute Entscheidung. Habe bei der Deutschen Bank mein Konto aus diesem Grund gekündigt. Die haben mir ständig die Kontoauszüge zugeschickt, die ich nicht bräuchte und dabei noch jedes Mal die Adresse ermittelt, wofür noch einige Euro fällig wurden. Hatte auch Mietkautionskonto bei Dresdner Bank und es lief einige Zeit gut, bis Commerzbank die Dresdner Bankn gekauft hat. Dann haben die mir auch Kontoauszuüge von meinem Mietkautionskonto zugeschickt und jedes Mal 1,5 Euro dafür kassiert, so dass es immer weniger Geld auf dem Konto war! Dabei benötige ich diesen Papiermüll nicht - es ist ein Mietkautionskonto und da passieren keine Geldbewegungen!
5. gegen Titelzwang
aboers 28.04.2011
Zitat von RaMaDaDie Commerzbank macht das genauso und berechnet dafür erhebliche Gebühren.
Aber für die Werbung, die man regelmäßig von denen bekommt (und die sofort im Altpapier landet) ist Geld da...
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Zahlen und Fakten
Die Deutsche Bank ist das größte Geldinstitut Deutschlands und beschreibt sich selbst als "eine führende globale Investmentbank" mit starkem Privatkundengeschäft. Mehr als 80.000 Mitarbeiter gehören weltweit zu dem Konzern, der in 72 Ländern tätig ist. Die Bank, an deren Spitze Josef Ackermann steht, verdiente im Jahr 2010 nach Steuern 2,3 Milliarden Euro. Der bisherige Rekord lag im Geschäftsjahr 2007, als am Ende 6,5 Milliarden Euro unterm Strich standen.