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Urteil zu Pay-TV: Was jetzt auf Fußballfans und Vereine zukommt

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Ein Urteil mit Sprengkraft: Der Europäische Gerichtshof hat die exklusive Vermarktung von Fußballspielen im Bezahl-Fernsehen für rechtswidrig erklärt. Doch was bedeutet das? Wird Fußballschauen jetzt billiger? Verdienen die Bundesliga-Clubs weniger Geld? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Fernsehsender Sky: Das Hauptprodukt Fußball ist in Gefahr Zur Großansicht
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Fernsehsender Sky: Das Hauptprodukt Fußball ist in Gefahr

Hamburg - Eine englische Wirtin bringt die Fußball-Welt ins Wanken: In einem historischen Urteil gab der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag der Kneipenbesitzerin Karen Murphy im Streit mit der englischen Fußballliga recht. Die Auswirkungen könnten dramatisch sein: für Fans, Vereine und Fernsehsender.

Um Geld zu sparen, hatte Murphy Spiele der ersten englischen Fußballliga nicht über den britischen Pay-TV-Sender BSkyB Chart zeigen gezeigt, sondern über einen günstigeren griechischen Sender, der Auslandsrechte an den Spielen der Premier League besaß. Daraufhin verklagte die Liga die Wirtin - und verlor nach jahrelangem Rechtsstreit auf spektakuläre Art und Weise.

Das oberste europäische Gericht entschied, dass Fernsehzuschauer nicht bei heimischen Pay-TV-Anbietern Fußball gucken müssen, sondern auf ausländische Anbieter zurückgreifen dürfen. Das war bisher verboten - und sicherte den großen nationalen Fußballligen in England, Deutschland, Spanien und Italien hochdotierte Verträge mit den jeweiligen Pay-TV-Anbieteren des Landes.

Das dürfte nun vorbei sein. Europäische Fußballfans haben künftig die Wahl, ob sie zum Beispiel Fußballspiele der englischen Liga von einem deutschen, britischen oder griechischen Fernsehanbieter empfangen wollen.

Doch was bedeutet das Urteil im Einzelnen? Wird Fußballschauen künftig wirklich billiger? Und wie stehen die Bundesliga-Clubs da, wenn die Vermarktungseinnahmen sinken? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen.

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insgesamt 74 Beiträge
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1. Sch**** Titelzwang
Osis, 04.10.2011
die Eu hat ein Monopol gebrochen. Mehr nicht. Es werden weiter Leute ins Stadion gehen und auch "Stars" bezahlt. Vielleicht wieder mit mehr Augenmaß. Vielleicht reicht es dann nur noch für eine S-Klasse und nicht mehr für nen Ferrari... Wayne?
2. ...
x3Ray 04.10.2011
Würde sich wirklich jemand ein Abo aus Spanien zulegen, um dann die deutsche Bundesliga mit spanischem Kommentar zu schauen? Oder werden den spanischen Zuschauen die dt. Originaltöne verkauft (in dem Fall kan ich mir auch nicht vorstellen, dass sich das in Spanien gut verkauft). Und falls die Auslandssender nur Stadionatmo bekommen, wäre der Sache doch der Riegel schon vorgeschoben, wenn die ankaufenden Sender verpflichtet wären, die Spiele mit eigenem Kommentar auszustrahlen - dann wären die engl. Spiele via griechischem TV nur mit griech. Kommentar zu empfangen. Das ließe sich dann in der Kneipe (ohne Ton) evtl. noch machen, aber Privatleute werden das nicht abonnieren. Das Urteil sehe ich viel weniger als Problem, als es hochsterilisiert ;) wird.
3. Auswirkung auf gesamtes Pay-TV?
meckeronkel 04.10.2011
Zitat von sysopEin Urteil*mit Sprengkraft: Der Europäische Gerichtshof hat die exklusive Vermarktung von Fußballspielen im Bezahl-Fernsehen für rechtswidrig erklärt. Doch was bedeutet das? Wird Fußballschauen jetzt billiger?*Verdienen*die Bundesliga-Clubs weniger Geld?*Antworten auf die wichtigsten Fragen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,789887,00.html
Was mich interessieren würde ist, ob das Urteil nun auch Auswirkungen auf alle andere Bereiche von Pay-TV hat? Hat also in in Zukunft jeder Europäer das Recht auf den Zugang zu jedem Pay-TV Programm, das irgendwo in Europa per Satellit oder Internet angeboten wird? In diesem Fall wird auch die Filmindustrie kräftig umdenken müssen.. :-)
4. Brisant...
ascanier 04.10.2011
... ist daran nur, dass eine wichtige Stütze der "Brot und Spiele" Inszenierung (Hartz 4 und Fussball u.a.) in Deutschland kurz mal ins Wanken gerät. Fallen darf diese Stütze natürlich nicht und wird sie auch nicht, denn, man stelle sich vor, die Leute würden plötzlich anfangen, über wichtige Sachen nachzudenken, wie, zum Beispiel, was unsere Politiker (und die Strippenzieher dahinter) so treiben. Das darf auf keinen Fall passieren! Aber, da es sich in diesem Fall nicht um lebensnotwendige Dinge handelt, sondern "nur" um Fussball, legen wir uns jetzt mal alle schön wieder hin und schauen morgen nochmal nach, was passiert ist. Vermutlich werden wir dann staunen. Es wird imernoch Fussball gespielt.
5. asdf
EmKay 04.10.2011
Zitat von x3RayWürde sich wirklich jemand ein Abo aus Spanien zulegen, um dann die deutsche Bundesliga mit spanischem Kommentar zu schauen? Oder werden den spanischen Zuschauen die dt. Originaltöne verkauft (in dem Fall kan ich mir auch nicht vorstellen, dass sich das in Spanien gut verkauft). Und falls die Auslandssender nur Stadionatmo bekommen, wäre der Sache doch der Riegel schon vorgeschoben, wenn die ankaufenden Sender verpflichtet wären, die Spiele mit eigenem Kommentar auszustrahlen - dann wären die engl. Spiele via griechischem TV nur mit griech. Kommentar zu empfangen. Das ließe sich dann in der Kneipe (ohne Ton) evtl. noch machen, aber Privatleute werden das nicht abonnieren. Das Urteil sehe ich viel weniger als Problem, als es hochsterilisiert ;) wird.
Kein Kommentar? Liebend gerne! Auf das für mich zumeist dämliche Gelaber verzichte ich sehr gerne wenn ich dafür mehr Stadion-Athmosspähre genießen darf. Und ich würde mir auch ein spanisches Abo besorgen wenn meiner Meinung nach das Preis-/Leistungsverhältnis in Ordnung ist. Das ich bei Sky haufenweise Zeug mitbuchen muss, was ich gar nicht möchte und teuer bezahle hält mich von einem Abo ab. Für die Hälfte und dafür nur Sport (alle Varianten!) würde ich sofort ein Abo abschließen.
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