US-Autobauer: GM winken milliardenschwere Steuernachlässe

General Motors darf auf ein neues Milliardengeschenk hoffen: Laut "Wall Street Journal" winken dem Autobauer Steuergeschenke in Höhe von fast 50 Milliarden Dollar - obwohl er längst wieder Gewinne einfährt.

General-Motors-Zentrale in Detroit: Neue Geschenke vom Staat Zur Großansicht
AP

General-Motors-Zentrale in Detroit: Neue Geschenke vom Staat

Detroit - Gute Aussichten für General Motors: Durch eine Sonderklausel um US-Steuersystem kann der Konzern auf gewaltige fiskalische Erleichterungen hoffen. Das "Wall Street Journal" rechnete am Mittwoch vor, dass GM im besten Falle 45,4 Milliarden Dollar spart - das würde bedeuten, dass der Konzern jahrelang gar keine Steuern zahlen müsste.

Der Grund seien sogenannte tax-loss carry-forwards. Diese ermöglichten es dem Unternehmen, Verluste aus der Vergangenheit bis zu 20 Jahre lang bei Steuererklärungen anzurechnen, berichtet das "Journal" unter Berufung auf interne Dokumente.

GM hatte über Jahre viel Geld verloren, was letztlich zur Insolvenz führte. Dank der Staatshilfe erstand GM als neues Unternehmen wieder auf - womit die sogenannten Verlustvorträge eigentlich gelöscht wären. Doch nach Angaben der Zeitung kommt GM eine von der Regierung erlassene Sonderregelung für Firmen zugute, die in der Krise vom Staat aufgefangen wurden.

Der Autohersteller verdient - befreit von den Lasten der Vergangenheit - wieder Milliarden und strebt Mitte des Monats zurück an die Börse. Die derzeitigen Eigentümer des Automobilkonzerns wollen mindestens 365 Millionen Aktien platzieren, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom Mittwoch hervorgeht. Die Preisspanne wurde bei 26 bis 29 US-Dollar je Stück festgesetzt.

Unternehmen meldet gute Zahlen im dritten Quartal

Derzeit hält die US-Regierung knapp 61 Prozent am Unternehmen im Gegenzug für die Milliardenhilfe. Weitere Anteile liegen bei Kanada, der Gewerkschaft und den Gläubigern.

GM hatte sich in der Insolvenz mit einem Schlag von Tausenden Mitarbeitern getrennt, stieß Dutzende unrentable Werke ab, schüttelte Schulden ab und senkte die Kosten für Pensionen und die Gesundheitsversorgung seiner Beschäftigten.

Zugleich stiegen die Autoverkäufe wieder - und auch Umsatz und Gewinn konnten verbessert werden. Für das dritte Quartal kam der US-Autobauer nach vorläufigen Kalkulationen auf ein Ergebnis von unterm Strich 1,9 bis 2,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz lag bei rund 34 Milliarden Dollar. Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten, die das Unternehmen macht", sagte GM-Finanzchef Chris Liddell.

Von seinen vier Kernmarken Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC setzte GM im Oktober 12,8 Prozent mehr Fahrzeuge ab. Insgesamt steigerte das Unternehmen seinen Absatz um 3,5 Prozent.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 7 Beiträge
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    Seite 1    
1. GM winken Milliarden...
pt0210 03.11.2010
Das ist wohl die Spitze des amerikanischen und zynischen Turbokapitalismus! Zuerst fährt man den größten Automobilkonzern der Welt auf grund falscher Produkt Politik gegen die Wand, entlässt 100000de Arbeiter in die tw.nicht vorhandene Arbeitslose, die dann vor dem eigenen finanziellen Ruin mit allen Folgen stehen und bringt General Motors in den Konkurs. Jedoch der Staat fängt dann das Unternehmen auf (wie auch viele Banken),zu Lasten der Steuerzahler, und nach einer radikal Kur kommt plötzlich das Unternehmen wieder in die Gewinn Zone, schreibt wieder Milliarden Gewinn, doch aber Hallo, jetzt braucht das Unternehmen plötzlich keine Steuern mehr zahlen weil sich die Republikaner das damals im Steuer System so gerichtet haben, sodaß die Schulden von vorgestern plötzlich zu Abschreibposten werden, und so steht GM somit wieder schneeweis da,ohne Schulden, die der Steuerzahler brav abgezahlt hat und 100000de jobs gekostet hat. Ein Scheiss Land.
2. Zustimm
wakaba 03.11.2010
Zitat von pt0210Das ist wohl die Spitze des amerikanischen und zynischen Turbokapitalismus! Zuerst fährt man den größten Automobilkonzern der Welt auf grund falscher Produkt Politik gegen die Wand, entlässt 100000de Arbeiter in die tw.nicht vorhandene Arbeitslose, die dann vor dem eigenen finanziellen Ruin mit allen Folgen stehen und bringt General Motors in den Konkurs. Jedoch der Staat fängt dann das Unternehmen auf (wie auch viele Banken),zu Lasten der Steuerzahler, und nach einer radikal Kur kommt plötzlich das Unternehmen wieder in die Gewinn Zone, schreibt wieder Milliarden Gewinn, doch aber Hallo, jetzt braucht das Unternehmen plötzlich keine Steuern mehr zahlen weil sich die Republikaner das damals im Steuer System so gerichtet haben, sodaß die Schulden von vorgestern plötzlich zu Abschreibposten werden, und so steht GM somit wieder schneeweis da,ohne Schulden, die der Steuerzahler brav abgezahlt hat und 100000de jobs gekostet hat. Ein Scheiss Land.
Da kostet ein billiger Chevrolet den Konsumenten gleich mal das Dreifache des Listenpreises.
3. auch hier in Deutschland ???
weltbetrachter 03.11.2010
Am besten lassen sich die GM-Manager jetzt noch einen Trick einfallen, damit die Steuererstattungen auch noch in Deutschland zum Tragen kommen. Der einfache "Steuerzahler" wird das Geld schon zusammenkratzen um dem Konzern noch über Jahre zu helfen. Schönen Dank von den ausgequetschten Klein- und Mittelstandsunternehmern.
4. Steuererstattungen
Rainer Daeschler 03.11.2010
Zitat von weltbetrachterAm besten lassen sich die GM-Manager jetzt noch einen Trick einfallen, damit die Steuererstattungen auch noch in Deutschland zum Tragen kommen.
Die Konzern interne Verrechnung sorgt dafür, dass in Deutschland (bzw. Europa) keine Gewinne anfallen, die dort versteuert werden. Somit haben die Steuergeschenke in den USA hier keine Auswirkung. Ob GM seine Steuergeschenke auch für Investitionen in Übersee nutzen wird, das ist eine andere Frage.
5. Nix neues...
moses_xxx 03.11.2010
Loss Carry Forwards sind auch in jedem anderen Land erlaubt, ist also nix wirklich besonderes...
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