Autokonzerne befürchten Jobverluste General Motors warnt Trump vor Strafzöllen

Die US-Autoindustrie macht Front gegen die Strafzoll-Drohungen von US-Präsident Trump auf Fahrzeuge aus dem Ausland. Der größte Hersteller GM und Zulieferfirmen warnten, Handelsschranken könnten Jobs in Amerika kosten.

Produktion bei General Motors in Michigan
REUTERS

Produktion bei General Motors in Michigan


US-Präsident Donald Trump hatte den Handelsstreit mit der EU zuletzt verschärft und Strafzölle auf Autoimporte aus Europa angedroht. Nun warnt die US-Autoindustrie vor den Folgen für die heimische Wirtschaft. So stellte sich der größte US-Autokonzern General Motors (GM) gegen den Plan, Fahrzeuge aus dem Ausland mit höheren Zöllen zu belegen.

Sollte die Regierung die Handelsschranken für Autohersteller erhöhen, so berge dies Risiken, die auch in den USA der Wettbewerbsfähigkeit schaden und zu Jobverlusten führen könnten, teilte der Konzern mit.

Trump droht im Handelsstreit insbesondere der Europäischen Union mit höheren Zöllen auf Autoimporte und lässt derzeit untersuchen, ob diese eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA darstellen. Bis Freitag konnten Firmen und Verbände beim US-Handelsministerium ihre Einschätzung zu den Plänen abgeben.

Aus den Stellungnahmen, die öffentlich bekannt wurden, geht hervor, dass die US-Autoindustrie und ihre Geschäftspartner negative Folgen für sich selbst und US-Verbraucher befürchten. So schrieb der Lobbyverband Auto Alliance, zu dem neben GM auch Branchengrößen wie Ford, Toyota oder Volkswagen zählen: "Zölle auf Autos und Autoteile erhöhen die Preise für Kunden, sie vermindern die Auswahl und laden Handelspartner zu Vergeltungsmaßnahmen ein."

GM fürchtet Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder

Der Industrieverband NAM (National Association of Manufacturers) verwies auf bereits bestehende Instrumente, um unfaire Handelspraktiken zu stoppen. Eine weitere Möglichkeit sei es, "innovative, durchsetzbare und neue Handelsabkommen" zu verfolgen. Die Strafzoll-Strategie der Regierung dagegen könnte der US-Fertigung weltweit Nachteile bringen sowie das Wachstum und die Schaffung von Jobs in den USA untergraben.

Die von Trump angedrohten Zölle würden nicht nur importierte Autos, sondern auch Lastwagen und Autoteile betreffen. So schrieb GM in seiner Stellungnahme, durch die Zölle würde riskiert, die Wettbewerbsfähigkeit von GM gegenüber ausländischen Produzenten zu untergraben. Denn die Preise für importierte Zulieferteile würden steigen und es bestehe ein erhöhtes Risiko für Vergeltungsmaßnahmen in anderen Ländern.

Auch der US-Ableger des japanischen Autobauers Toyota meldete sich zu Wort und teilte mit, Strafzölle hätten auf alle Hersteller einen negativen Effekt. Sowohl importierte Fahrzeuge würden teurer als auch in den USA produzierte Autos, für die importierte Teile verwendet werden. Bei Toyota wäre etwa der Mittelklasse-Wagen Camry betroffen, der im US-Bundesstaat Kentucky produziert wird.

Handelsminister will Trump "bestmögliche Empfehlung" geben

Nicht nur Hersteller, sondern auch Oldtimer-Fans wenden sich gegen die Strafzollpläne der Regierung. Oldtimer und Sammlerfahrzeuge hätten nichts mit nationaler Sicherheit zu tun, schrieb der Sammler Guy Mace aus Missouri. Er warnte, Tausende Autofans, Auktionshäuser und Werkstätten wären von den Zöllen betroffen.

Die Einschätzungen der Firmen und Verbände sollen in das Verfahren der US-Regierung einfließen, in dem diese untersuchen will, ob Autoimporte eine ausreichend große Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstellen, so dass Zölle gerechtfertigt wären. Mit der höchst umstrittenen Begründung der nationalen Sicherheit hatte Trump zuletzt schon hohe Zölle auf Stahl und Aluminium verhängt.

Handelsminister Wilbur Ross teilte mit, sein Ministerium habe bis Freitag 2500 Stellungnahmen erhalten. Am 19. und 20. Juli sollen noch öffentliche Anhörungen folgen. Zweck sei es, alle Argumente zu hören, sagte Ross. "Somit können wir dem Präsidenten unsere bestmögliche Empfehlung geben."

mmq/dpa/AP

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echoanswer 30.06.2018
1. Der Dealmaker
soll zeigen was er kann und die Arbeitsplätze seiner Wähler vernichten. Dann merkt auch der letzte Ami, was er für eine Figur er als Präsident gewählt hat. Allerdings glaube ich nicht an die Lernfähigkeit der Amis. Das wäre nämlich das erste mal in der Geschichte, dass ein Ami aus seinen Fehlern lernt. Lieber betet er zu Gott und macht weiter so.
enoughnow 30.06.2018
2. Empfehlungen für wen...?
Als könnte oder wollte der Kerl Empfehlungen verstehen. Er hat das wirtschaftliche Verständnis eines 5 Jährigen. Wann setzen die Amerikaner dem ein Ende?
RRR79 30.06.2018
3. Aggressives Verhalten der USA
Das aggressive Verhalten der USA und des Trump-Kultes lädt dazu ein, US-Produkte unter allen Umständen zu meiden, nicht nur die mit erhöhten Zölle.
ip2018 30.06.2018
4.
Die jammern deswegen, weil sie in Billigländern produzieren lassen und nun auf die eingeführten Karren und Bauteile Zoll bezahlen sollen. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_General_Motors_factories
ttvtt 30.06.2018
5. Zulieferteile
Wenn Zulieferteile teurer werden, müssen sie eben auch in der USA produziert werden. Und schon geht es der Industrie in der USA noch besser.
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