Folgen der Niedrigzinsen US-Banken drohen Sparern mit Gebühren für Guthaben

Die Nullzinspolitik der US-Notenbank Fed könnte Sparer teuer zu stehen kommen: Weil sie selbst kaum Zinsen für ihre Einlagen bei der Notenbank bekommen, drohen führende US-Banken damit, ihre Kunden für Guthaben zur Kasse zu bitten. Schließlich könnten sie das Geld nicht zum Nulltarif verwalten.

Fed-Gebäude in Washington: Niedrigzinsen kommen Sparer teuer zu stehen
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Fed-Gebäude in Washington: Niedrigzinsen kommen Sparer teuer zu stehen


London - Die Niedrigzinspolitik der US-Notenbank Fed treibt seltsame Blüten: Guthaben auf Konten bei US-Banken könnten künftig für den Besitzer teuer werden. Führende Institute warnen laut "Financial Times" ("FT"), dass sie für Einlagen ihrer Kunden Geld verlangen müssten, wenn die Institute selbst künftig noch weniger Zinsen auf ihre Einlagen bei der Notenbank bekommen.

Schon jetzt erhalten Sparer und Unternehmen in den USA praktisch keine Zinsen auf ihre Bankguthaben. Die Banken begründen die möglichen Zusatzgebühren damit, dass sie das Geld nicht zum Nulltarif verwalten könnten. Unter anderem laufen Kosten für Versicherungsprogramme an.

In den USA wird derzeit darüber spekuliert, wie die Notenbank Fed ohne große Folgen für die Wirtschaftsentwicklung ihr milliardenschweres Anleihenkaufprogramm zurückfahren kann. Eine Variante sieht dabei vor, die Zinsen auf überschüssige Mittel zu senken, die die Geldhäuser bei der Fed parken. Damit würde die Notenbank versuchen, die dämpfende Wirkung geringerer Anleihekäufe abzufedern. Prinzipiell gilt, je weniger Zinsen die Geschäftsbanken von der Notenbank erhalten, desto größer ist der Anreiz, mehr oder günstigere Kredite an die Wirtschaft auszureichen.

Dem Bericht zufolge sind Bankmanager in Sorge, dass die Geldinstitute in der aktuellen Situation Verluste einfahren. Wenn die Fed die Zinsen für die Banken senke, könnten sich die Institute nach renditeträchtigeren - und damit gefährlicheren - Anlagen umsehen. "Es ist nicht so, dass wir auf einmal Kredite an kleine und mittlere Unternehmen ausgeben würden", zitiert die "FT" einen Bankmanager, "die Nachfrage ist kaum vorhanden."

nck/dpa

insgesamt 213 Beiträge
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Seite 1
synanon 25.11.2013
1. Nur Mut
Na, das möchte ich mal sehen, wenn die Sparer um Zusatzgebühren zu sparen, ihre Konten leer räumen.
MartinK. 25.11.2013
2. Hmm
Zitat von sysopGetty ImagesDie Nullzinspolitik der US-Notenbank Fed könnte Sparer teuer zu stehen kommen: Weil sie selbst kaum Zinsen für ihre Einlagen bei der Notenbank bekommen, drohen führende US-Banken damit, ihre Kunden für Guthaben zur Kasse zu bitten. Schließlich könnten sie das Geld nicht zum Nulltarif verwalten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/us-banken-drohen-sparern-mit-gebuehren-fuer-guthaben-a-935480.html
Bin mal gespannt wann es bei uns soweit ist. Dann näh ich mein Geld doch lieber ins Kopfkissen. ;)
Milchbub 25.11.2013
3. Dann sollten sie auch...
Kreditnehmern Geld gutschreiben, da sie ja auch das Geld der Bank verwalten. Denkt mal drüber nach.
BeezleBug 25.11.2013
4. Kein Problem
Dann würde ich doch Vorschlagen das die Sparer einfach ihre Guthaben abheben. Haben die Banken eventuell übersehen das sie nicht mit Eigenkapital arbeiten ? Ich würde mein Konto bei einer Bank die diese Auffassung vertritt noch am selben Tag kündigen, sollen sie doch schauen mit wessen Geld sie dann ihre Geschäfte abwickeln.
TheBlind 25.11.2013
5.
Wofür nehmen die dann Gebühren? Irgendwie machen sich die Banken lächerlich. "Hilfe, wir können nicht mehr abzocken, da müssen wir uns jetzt was Anderes einfallen lassen, z.B. Einlagerungsgebühren...". Sicher, es zeigt nur, welches Selbstverständnis diese Institute haben und wie unnötig diese im Grunde sind. Ein grundsetzliches Umdenken muss in die Bevölkerung einhergehen um ein neues System mit dem Umfang des Geldes zu entwickeln, so geht es nicht weiter.
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