Sprudelnde Gewinne: US-Banken verdienen so viel wie vor der Krise
Es ist das beste Quartalsergebnis seit 2006: Die US-Bankenbranche hat zuletzt fast 38 Milliarden Dollar verdient. Die Geschäfte sind profitabler, zudem können mehr Kreditnehmer ihre Raten wieder regelmäßig abzahlen.
Washington - US-Banken sind so stark wie seit Jahren nicht mehr. Die Gewinne der Kreditinstitute sprudeln, zugleich sinkt die Zahl der Pleiten. Martin Gruenberg von der staatlichen Einlagensicherung FDIC sprach am Dienstagabend von einer anhaltenden Erholung der Branche.
Im dritten Vierteljahr stieg der Gewinn der Branche auf 37,6 Milliarden Dollar - ein Plus von fast sieben Prozent. Das sei so viel wie seit demselben Zeitraum 2006 nicht mehr. Die Netto-Einnahmen seien um drei Prozent gestiegen.
Die FDIC macht dafür zwei Entwicklungen verantwortlich: Zum einen werfen die Geschäfte mehr Geld ab, sie sind profitabler. Zum anderen sinkt die Belastung durch faule Kredite. Die Banken profitierten davon, dass sie nicht mehr so viele Rückstellungen bilden mussten, sagte Gruenberg. "Das war ein weiteres Vierteljahr, in dem sich die schrittweise aber kontinuierliche Erholung der bei der FDIC versicherten Institute fortsetzte." Grund: Mehr Amerikaner haben wieder Arbeit und können ihre Raten - unter anderem für Immobilienkredite - pünktlicher zahlen.
Die Krise auf dem US-Immobilienmarkt ab 2007 galt als Auslöser der schweren Finanzkrise. Hunderttausende Hausbesitzer konnten ihre Kredite nicht mehr abzahlen, es kam zu unzähligen Zwangsräumungen, zig Banken gingen pleite.
Die FDIC sichert die Kundeneinlagen von fast 7200 US-Banken ab. Dabei handelt es sich zumeist um regionale Institute, aber auch um Finanzkolosse wie die Bank of America
. Die FDIC führt 694 Institute auf ihrer Liste der Problemfälle. Zuvor waren es 732. Damit hat sich insbesondere die Lage bei den kleinen Geldhäusern verbessert, die in der Krise massiv unter Kreditausfällen gelitten hatten.
Zwölf Banken gingen im dritten Quartal pleite, das letzte Mal waren es Ende 2008 so wenige. Im Gesamtjahr sind es damit 50 Pleiten, etwa die Hälfte des Vorjahreswerts.
yes/dpa/Reuters
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