Dow Jones fällt unter 24.000-Punkte-Marke "Flash Crash" an der Wall Street

Talfahrt an der US-Börse: Kürzlich hatte der Dow Jones Industrial noch ein Rekordhoch erreicht - jetzt büßte der Leitindex fast 1600 Punkte ein. Experten sprachen vom "schwärzesten Tag seit Jahren".

Börsenhändler in New York
AFP/Spencer Platt

Börsenhändler in New York


An den US-Börsen ist am Montag im späteren Handel Panik ausgebrochen. Der Dow Jones Industrial sackte zeitweise um knapp 1600 Zähler unter die Marke von 24.000 ab und damit um so viele Punkte wie nie zuvor an einem einzelnen Handelstag. Die bisherigen Jahresgewinne lösten sich rasend schnell in Luft auf, ebenso wie die seit Anfang Dezember erzielten Gewinne.

Zugleich sprang das Angstbarometer, der Vix-Index, das die Kursschwankungen des S&P 500 misst, um fast 100 Prozent hoch. Das letzte Mal, als der Volatilitätsindex kräftig nach oben gesprungen war, hatten Sorgen um die chinesische Wirtschaft für einen Ausverkauf an den Börsen gesorgt. Dieses Mal dürften Sorgen um eine schneller als bisher vermutet verlaufene Zinswende der Hintergrund sein.

Mit einem Minus von 4,60 Prozent auf 24.345,75 Punkten ging das weltweit wichtigste Börsenbarometer aus dem Handel. Damit büßte der Dow Chart zeigen letztlich 1175 Punkte ein. Erst vor wenigen Tagen war noch bei 26.616 Punkten sein jüngstes Rekordhoch bejubelt worden. Der breit gefasste S&P 500 brach am Montag um 4,10 Prozent auf 2648,94 Punkte ein. Der technologielastige Nasdaq Chart zeigen 100 verlor 3,91 Prozent auf 6495,92 Punkte.

Der massive Kurseinbruch riss auch die asiatische Leitbörse in Tokio in den Keller. Der Nikkei-Index Chart zeigen für 225 führende Werte sackte in den ersten 15 Handelsminuten um 914,28 Punkten oder 4,03 Prozent ab. Der breit gefasste Topix Chart zeigen verlor 73,81 Punkte oder 4,05 Prozent beim Stand von 1749,93 Punkten.

Ein Börsenhändler verfolgt den Einbruch des Dow Jones Industrial
AFP

Ein Börsenhändler verfolgt den Einbruch des Dow Jones Industrial

Marktanalyst Craig Erlam vom Devisenbroker Oanda sprach von einem "Flash Crash" an der Wall Street. Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners ergänzte: "Viele Anleger sind regelrecht in Panik verfallen." Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research sah im freien Fall des Dow "den schwärzesten Tag für die Aktienmärkte seit Jahren".

US-Regierung reagiert gelassen

Das Weiße Haus zeigte sich trotz des Kurssturzes zuversichtlich über die wirtschaftliche Lage in den USA. Der Fokus von Präsident Donald Trump liege auf den langfristigen wirtschaftlichen Fundamentaldaten, die weiterhin "außergewöhnlich stark" seien, sagte seine Sprecherin Sarah Sanders. Dazu gehörten etwa die "historisch niedrige" Arbeitslosigkeit sowie steigende Löhne. Unter Fundamentaldaten verstehen Ökonomen sogenannte harte Zahlen - etwa zum Wirtschaftswachstum.

Trump hatte die Rekorde am Aktienmarkt in den vergangenen Monaten wiederholt als Bestätigung für seinen wirtschaftspolitischen Kurs herangezogen. So erklärte er in seiner Rede zur Lage der Nation in der vergangenen Woche, der Aktienmarkt habe seit seiner Wahl einen Rekord nach dem anderen durchbrochen.

cop/dpa



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