Fund von Gen-Getreide US-Farmer verklagt Monsanto auf Schadensersatz

Der Genfund auf einem Getreidefeld im US-Bundesstaat Oregon beschert Monsanto ein juristisches Nachspiel. Ein Farmer aus Kansas hat den Saatgutkonzern auf mindestens 100.000 Dollar Schadensersatz verklagt. Die Weizenpreise waren gefallen, nachdem Japan und Südkorea US-Importe gestoppt hatten.

Weizenernte in Kansas: Bauer verlangt mindestens 100.000 Dollar von Monsanto
AP

Weizenernte in Kansas: Bauer verlangt mindestens 100.000 Dollar von Monsanto


Kansas - Ein Farmer aus dem US-Bundesstaat Kansas hat den Saatgutkonzern Monsanto auf Schadensersatz verklagt. Der Bauer macht geltend, dass die Weizenpreise nach der Entdeckung von genmanipuliertem Weizen im Bundesstaat Oregon verfallen seien. Das Unternehmen habe laut Klage "grob fahrlässig" gehandelt, indem es den Gen-Weizen entwickelt und im Freiland getestet habe.

Die US-Regierung hatte in der vergangenen Woche die Öffentlichkeit darüber informiert, dass bereits im April auf einem Feld in Oregon nicht genehmigter, gentechnisch veränderter Weizen gefunden wurde, der ursprünglich vom Biotech-Giganten Monsanto entwickelt worden war. Der Anbau von Gen-Weizen ist in den USA aber nicht erlaubt.

Japan und Südkorea reagierten auf die Entdeckung mit dem teilweisen Stopp ihrer Weizenimporte aus den Vereinigten Staaten. Daraufhin fiel der Preis vorübergehend.

"Voreilige Klage von Anwälten, die Bauern einfangen"

Daher verlange der Farmer Ernest Barnes eine Entschädigung von mindestens 100.000 Dollar von Monsanto, teilte die Rechtsanwaltskanzlei des Bauern mit. "Wir erwarten, dass sich andere Kläger anschließen", eine Sammelklage sei nicht ausgeschlossen. Eingereicht wurde die Klage am Montag in Kansas, ein landwirtschaftlich geprägter Bundesstaat, der 90 Prozent seines Weizens exportiert.

Monsanto Chart zeigen wies die Klage als substanzlos zurück. Anwälte, die Bauern hinterherjagten und einfingen, hätten voreilig eine Klage eingereicht, ohne Beweise einer Schuld vorweisen zu können, sagte ein Firmenanwalt.

Derzeit untersucht das Landwirtschaftsministerium in Washington, wie der Gen-Weizen auf die Farm in Oregon gelangen konnte. Denn bereits vor neun Jahren habe Monsanto die Tests damit beendet. Das Ministerium teilte mit, es gebe keinerlei Hinweise, dass der Gen-Weizen in den Handel gelangt sei.

fdi/AFP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
joG 05.06.2013
1. Wenn es ungenehmigt war....
....also Gesetze gebrochen wurden, muss der Konzern doch selbstredend haften, würde ich denken. Ob eine Haftung eintritt, weil sich Dritte ohne genügend Grund auf dem Markt nicht kaufen? Das wäre tatsächlich interessenat.
querdenker13 05.06.2013
2. Monsanto und andere
Es ist ja klar das diese Firma, die ja angeblich nur Gutes tut und unser bestes will, nämich unser Geld, alles abstreitet. Dabei ist schon in der Vergangenheit aufgefallen das Monsanto Landwirte nicht mehr auf ihre Felder ließ weil sich auf Nachbargrundstücken Genverändertes Saatgut ausgekreuzt hatte. Die Felder wurden dann von Monsnato 'gereinigt'. Dieses geschah damit kein Landwirt Beweise sammeln konnte um Monsanto nachzuweisen das sie lügen.
Velociped 05.06.2013
3. Patentverletzungsklage folgt
Sicher verklagt Monsanto den Farmer dann umgekehrt, dass dieser die Patente der Firma verletzt hat. Schliesslich wuchs der Weizen dort - ob gewollt oder ungewollt ist bei den US-Gesetzen egal.
rebell_am_ball 05.06.2013
4. Schon allein
die Existenz des genmanipulierten Monsanto-Weizens ist m.E. Beweis genug für die Verantwortung des Unternehmens. Zumindest dafür, dass nicht in ausreichendem Maße dafür gesorgt wurde, dass das Zeug nicht in die Umwelt gelangt. Da, meine ich, sind 100.000 Dollar noch eine sehr milde Strafe.
CommonSense2006 05.06.2013
5. US-Anwälte ...
Zitat von VelocipedSicher verklagt Monsanto den Farmer dann umgekehrt, dass dieser die Patente der Firma verletzt hat. Schliesslich wuchs der Weizen dort - ob gewollt oder ungewollt ist bei den US-Gesetzen egal.
So dämlich die amerikanischen Gerichte auch sind, aber das wird nun wirklich nicht passieren. Wenn die Farmer kein gentechnisch verändertes Saatgut bei Monsanto erworben haben (was mangels Genehmigung unmöglich war), dann konnten sie ihn auch nicht anbauen. Eine Patentverletzungsklage kann Monsanto nur einreichen, wenn ein Bauer etwas von ihnen angepflanzt hat, aber nicht, wenn ein paar Körner von ihren eigenen Versuchsfeldern entwichen sind. Ich hoffe, dass die blutgierige Anwaltsmeute, die ich ansonsten ja verbscheue, der Firma Monsanto finanziell derartig die Gedärme rausreisst, dass die nie wieder auf die beine kommen. Hier wäre es ma wirklich angebracht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.