E-Book-Kartell US-Gericht verurteilt Apple wegen Preisabsprachen

Pünktlich zur Vorstellung des iPad sollten E-Books teurer werden - ein amerikanisches Gericht hat Apple nun wegen Preisabsprachen mit mehreren Verlagen schuldig gesprochen. Der Hersteller von iPod und iPhone will gegen das Urteil in Berufung gehen.

IPads von Apple: Dem Konzern droht eine Kartellstrafe
Corbis

IPads von Apple: Dem Konzern droht eine Kartellstrafe


New York - Schwere Schlappe für Apple Chart zeigen: Eine Richterin in New York kam nach einem wochenlangen Verfahren zu der Überzeugung, dass Apple mit fünf anderen E-Book-Anbietern illegalerweise Preise im amerikanischen E-Book-Markt abgesprochen hat. Der Konzern will gegen das Urteil Berufung einlegen: Ein Sprecher kündigte an, dass das Unternehmen gegen die "falschen Anschuldigungen" kämpfen werde.

Wird Apple auch in zweiter Instanz verurteilt, muss sich der Hersteller von iPhone und iPad auf eine Strafe und Schadensersatz einstellen. Über die Höhe wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Laut dem Gerichtsurteil begann Apple kurz vor der Einführung seines iPad 2010, die Preise für E-Books von den bis dahin üblichen zehn Dollar auf bis zu 15 Dollar zu erhöhen. Nach Ansicht des Gerichts wollte Apple damit seine Gewinne steigern, ohne Marktanteile an Konkurrent Amazon Chart zeigen zu verlieren.

Dazu arbeitete der Unterhaltungselektronikkonzern mit mehreren amerikanischen Großverlagen wie der News Corp. Chart zeigen von Milliardär Rupert Murdoch, Penguin oder Simon & Schuster zusammen. "Die Absprachen waren im Frühjahr 2010 nur deshalb so erfolgeich, weil Apple sie organisiert hat", schrieb die New Yorker Richterin Denise Cote in ihrem Urteil.

Während die betroffenen fünf Verlagshäuser mit der Regierung millionenschwere Vergleiche eingingen, wehrte sich Apple vor Gericht - und verlor nun. Der Konzern hatte gewarnt, eine Verurteilung würde als Präzedenzfall das gesamte Geschäft mit digitalen Inhalten destabilisieren. Das US-Justizministerium feierte den Urteilsspruch dagegen: "Diese Entscheidung ist ein Sieg für Millionen Verbraucher, die elektronische Bücher lesen."

Die EU-Kommission hatte ein ähnliches Kartellverfahren eröffnet, dieses wurde jedoch eingestellt, nachdem die Verlage und auch Apple außergerichtlich Zugeständnisse gemacht hatten. Mit der im Dezember geschlossenen Einigung bekamen Händler für mindestens zwei Jahre mehr Spielraum für Rabatte bei E-Books. Allerdings hat dies keinen Einfluss auf nationale Regelungen wie die deutsche Buchpreisbindung, bei der die Verlage grundsätzlich die Preise von Büchern im Handel festlegen.

ade/dpa/Reuters



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insgesamt 5 Beiträge
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peter78 10.07.2013
1. Weder Demokratie noch Marktwirtschaft
Zitat von sysopCorbisPünktlich zur Vorstellung des iPad sollten E-Books teurer werden -Ein amerikanisches Gericht hat Apple nun wegen Preisabsprachen mit mehreren Verlagen schuldig gesprochen. Der Hersteller von iPod und iPhone will gegen das Urteil in Berufung gehen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/us-gericht-verurteilt-apple-in-prozess-um-preisabsprache-bei-e-books-a-910467.html
Manche haben inzwischen begriffen, dass wir keine Demokratie und keine Marktwirtschaft, sondern einen ausgewachsenen Kapitalismus haben. Kapitalismus ist "der erstaunliche Glaube, dass die gemeinsten Motive, der gemeinsten Menschen, auf irgendeine Art die besten Ergebnisse in der besten aller möglichen Welten bringen werden." (Nein, das war nicht Keynes sondern George Schuster; und 1951 war Keynes bereits verstorben). Die Betonung liegt auf "Glaube". Und der Konsum von Apple-Produkten weist nicht auf Medienkompetenz, sondern auf Markengläubigkeit hin. Nochmal "Glaube".
Zephira 10.07.2013
2.
Zitat von peter78Manche haben inzwischen begriffen, dass wir keine Demokratie und keine Marktwirtschaft, sondern einen ausgewachsenen Kapitalismus haben. Kapitalismus ist "der erstaunliche Glaube, dass die gemeinsten Motive, der gemeinsten Menschen, auf irgendeine Art die besten Ergebnisse in der besten aller möglichen Welten bringen werden." (Nein, das war nicht Keynes sondern George Schuster; und 1951 war Keynes bereits verstorben). Die Betonung liegt auf "Glaube". Und der Konsum von Apple-Produkten weist nicht auf Medienkompetenz, sondern auf Markengläubigkeit hin. Nochmal "Glaube".
Für X lässt man Beliebiges einsetzen. Das hat dann genau wie vorher null Informationsgehalt, wird sich aber für unkritische Menschen mächtig eindrucksvoll anhören. Beispiel: "Kapitalismushass ist der erstaunliche Glaube, dass die gemeinsten Motive, der gemeinsten Menschen, auf irgendeine Art die besten Ergebnisse in der besten aller möglichen Welten bringen werden." Quasi die pseudointellektuelle Variante des Sloganizers (http://www.sloganizer.net/)...
Deutscher__Michel 10.07.2013
3.
Beispiel: "Kapitalismushass ist der erstaunliche Glaube, dass die gemeinsten Motive, der gemeinsten Menschen, auf irgendeine Art die besten Ergebnisse in der besten aller möglichen Welten bringen werden." Kapitalismus ist nur keine Gesellschaftsform sondern die Herrschaft des Geldes - der Mensch kommt darin gar nicht vor. Daher lehnen es logischerweise auch die meisten Menschen ab, denn abseits der Eliten gibt es nicht soziales mehr. Soziale Marktwirtschaft war mal ein Kompromiss..
janne2109 10.07.2013
4. ..........
Zitat von peter78Manche haben inzwischen begriffen, dass wir keine Demokratie und keine Marktwirtschaft, sondern einen ausgewachsenen Kapitalismus haben. Kapitalismus ist "der erstaunliche Glaube, dass die gemeinsten Motive, der gemeinsten Menschen, auf irgendeine Art die besten Ergebnisse in der besten aller möglichen Welten bringen werden." (Nein, das war nicht Keynes sondern George Schuster; und 1951 war Keynes bereits verstorben). Die Betonung liegt auf "Glaube". Und der Konsum von Apple-Produkten weist nicht auf Medienkompetenz, sondern auf Markengläubigkeit hin. Nochmal "Glaube".
an dem aber der Käufer schuld ist, apple ist inzwischen das was für Lischen Müller eine gefakte Louis Vuitton ist. Muss man haben, statt eine anständig belegte Schnitte Brot
Zephira 10.07.2013
5.
Zitat von Deutscher__MichelBeispiel: "Kapitalismushass ist der erstaunliche Glaube, dass die gemeinsten Motive, der gemeinsten Menschen, auf irgendeine Art die besten Ergebnisse in der besten aller möglichen Welten bringen werden." Kapitalismus ist nur keine Gesellschaftsform sondern die Herrschaft des Geldes - der Mensch kommt darin gar nicht vor. Daher lehnen es logischerweise auch die meisten Menschen ab, denn abseits der Eliten gibt es nicht soziales mehr. Soziale Marktwirtschaft war mal ein Kompromiss..
Traurigerweise erweist Ihr Geschreibsel Ihrem Benutzernamen alle Ehre. Daher hier ein weiteres Zitat, welches ganz tief aus des Volkes Seele spricht: "In eben dem Maße, in dem die Wirtschaft zur bestimmenden Herrin des Staates aufstieg, wurde das Geld der Gott, dem alles zu dienen und vor dem sich jeder zu beugen hatte. Immer mehr wurden die himmlischen Götter als veraltet und überlebt in die Ecke gestellt und statt ihnen der Weihrauch dem Götzen Mammon dargebracht." Wer die deutsche Geschichte verstehen will, muss nur den deutschen Bürger betrachten...
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