Washington - Die amerikanische Tabaklobby ist mächtig - und hat sich durchgesetzt. Auch zukünftig sind US-Tabakfirmen nicht dazu verpflichtet, Warnhinweise auf Zigarettenpackungen abzudrucken. Die von der US-Gesundheitsbehörde FDA verlangten Hinweise verstoßen gegen die Rechte der Unternehmen, sich selbst darzustellen, entschied ein Washingtoner Gericht am Freitag. Die FDA habe nicht nachweisen können, dass die drastischen Abbildungen zu einer Reduzierung des Rauchens führten, hieß es weiter.
Damit widersprachen die Richter einem früheren Urteil eines anderen Gerichts. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich der Oberste Gerichtshof mit dem Streitfall beschäftigt. Die fünf größten US-Tabakkonzerne Reynolds American, Lorillard und Commonwealth Brands, die zu der britischen Imperial Tobacco Group gehören, sowie Liggett Group und Santa Fe Natural Tobacco waren gegen die FDA-Richtlinien auf die Barrikaden gegangen. Die US-Gesundheitsbehörde wollte sich zu dem laufenden Fall nicht äußern. Das Justizministerium will das Urteil zunächst prüfen.
In der Europäischen Union werden derzeit die Vorgaben für Tabakkonzerne überarbeitet - viele Länder bilden bereits Warnungen auf den Schachteln ab. Australien gilt beim Kampf gegen das Rauchen als Vorreiter. Dort billigte jüngst das Oberste Gericht ein Gesetz, das neutrale Packungen ohne bunte Markenwerbung, aber mit Fotos von gravierenden Gesundheitsschäden wie Mund- oder Lungenkrebs fordert.
lei/Reuters
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