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JP-Morgan-Chef: US-Top-Banker Jamie Dimon hat Krebs

Der einflussreichste Banker der USA ist erkrankt. JP-Morgan-Chef Jamie Dimon muss sich wegen Kehlkopfkrebs behandeln lassen. Dennoch will er weiter ins Tagesgeschäft eingreifen.

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AFP

JP-Morgan-Chef Dimon: "Ich fühle mich derzeit sehr gut"

New York - Jamie Dimon ist an Kehlkopfkrebs erkrankt. Der Chef der US-Großbank JP Morgan Chase informierte Mitarbeitern und Aktionären in einem Rundschreiben über die Diagnose. "Die gute Nachricht ist, dass die Prognose meiner Ärzte exzellent ist. Der Krebs wurde früh entdeckt und ist heilbar." Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich der Krebs anderswo im Körper ausgebreitet habe, schrieb der 58-Jährige. "Ich fühle mich derzeit sehr gut und werde Euch alle informieren, falls sich meine gesundheitliche Lage ändert."

Jamie Dimon steht seit achteinhalb Jahren an der Spitze der größten US-Bank. Er steuerte das Geldhaus ohne große Blessuren durch die Finanzkrise 2008/2009 und machte es damals zu einer Stütze der Wall Street. Dimon selbst galt lange als Liebling der Politik. In den vergangenen zwei Jahren hat sein Ansehen in der Öffentlichkeit allerdings gelitten. Zuerst verzockten JP-Morgan-Händler Milliarden. Dann büßte die Bank mit 13 Milliarden Dollar für fragwürdige Hypotheken-Deals.

Dimon kündigte an, er werde in Kürze eine Strahlen- und Chemotherapie beginnen. Diese werde vermutlich acht Wochen dauern. Die Behandlung werde zwar seine Reisetätigkeit einschränken. Doch es sei ihm versichert worden, dass er weiterhin aktiv ins Tagesgeschäft eingreifen könne. "Wir werden das Unternehmen normal weiterführen."

Dimon wäre nicht der erste US-Firmenchef, der sein Unternehmen trotz einer Krebserkrankung weiterführt. So sagte der Starinvestor und Berkshire-Hathaway-Chef Chart zeigen Warren Buffett 2012, er habe Prostatakrebs und müsse sich einer zweimonatigen Strahlenbehandlung unterziehen. Im Jahr 2010 wurde eine Krebserkrankung von Robert Benmosche bekannt, Vorstandschef des Versicherungskonzerns AIG. Benmosche führte AIG danach vier weitere Jahre und soll im September in den Ruhestand gehen.

Nach Bekanntwerden von Dimons Erkrankung fiel die Aktie von JPMorgan nachbörslich um ein knappes Prozent.

dab/dpa/Reuters

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