Krisenszenario US-Großbanken bestehen Stresstest

Die größten US-Banken haben die erste Runde des jährlichen Stresstests bestanden. Selbst in einer extremen Rezession und einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosenquote hätten sie noch ausreichend Kapital.

Wall Street in New York
AFP

Wall Street in New York


Die 34 größten US-Geldhäuser haben die erste Stufe des diesjährigen Belastungstests der Notenbank bestanden. Die Kreditqualität in bestimmten Immobiliengeschäften habe sich verbessert, teilte die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) mit. Selbst in einem extremen Szenario mit einem Einbruch der Weltwirtschaft und einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosenrate dürften die Banken in der Lage bleiben, die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte aufrechtzuerhalten.

Die Banken - darunter Branchengrößen wie JP Morgan Chase oder die Bank of America - würden zwar im schlimmsten Fall auf Kredite von insgesamt 383 Milliarden Dollar verzichten müssen. Sie würden demnach aber dennoch über deutlich mehr Kapital verfügen als vorgeschrieben. Die Quote habe sich im Vergleich zum vergangenen Jahr verbessert.

Die Fed führte die Stresstests als Konsequenz aus der Finanzkrise von 2008 ein, um die Gesundheit der Branche regelmäßig zu überprüfen. Im Extremszenario der Fed-Experten würde sich die Arbeitslosigkeit auf zehn Prozent mehr als verdoppeln. Die Belastungstests bestehen aus zwei Teilen: Am kommenden Mittwoch wird dann bekanntgegeben, ob die Fed die Kapitalpläne der Institute billigt.

Es ist der erste Bankenbelastungstest seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump. Er will den Finanzkonzernen weniger Vorschriften machen, um so die Kreditvergabe und die Wirtschaft insgesamt anzukurbeln.

Das US-Finanzministerium stellte kürzlich Pläne für mehr als 100 Änderungen an geltenden Bankenregeln vor, die in den USA als Reaktion auf die Finanzkrise eingeführt wurden. Unter anderem sollen die Beschränkungen gelockert werden, denen Großbanken im Handel unterliegen. Die bislang jährlichen Stresstests sollen nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Die Überwachung von US-Banken mit einer Bilanzsumme von weniger als 50 Milliarden Dollar will das Ministerium grundsätzlich drosseln. Die Mechanismen für die Abwicklung maroder Geldhäuser sollen überprüft werden.

nck/Reuters/dpa

insgesamt 3 Beiträge
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nano-thermit 23.06.2017
1. Es wird wieder gestressttestet?
Das bedeutet also dass der nächste vollkommen überraschende Crash vor der Tür steht. Immer dann wenn das getestet wurde, kam kurz danach der Crash. Diesmal sind wir 2x mehr verschuldet als 2008. also wirds diesmal lustig. Ich freue mich schon, mit meinem privaten Vermögen, die Banken zu retten. Happy globalization
ex_Kamikaze 23.06.2017
2. Beruhigungspille
für die Öffentlickeit. Jeder der weiß wie ein Schuldgeldsystem funktioniert kennt die Unmöglichkeit einer Risikabsicherung über angebliche Einlagen.
Skepsi 23.06.2017
3. Stresstest klingt so harmlos, fast positiv.
Worum geht es in Wirklichkeit? Seit Jahren werden arglose Sparer und Anleger mit den kriminellsten Methoden um ihr Erspartes und ihre Alterssicherung gebracht. Wenn in dem Zusammenhang Riesterrente und Rürupsparen in Komplizenschaft mit der Politik aufgelegt werden, wo der Betrug am Rentner offenkundig ist, und die verantwortlichen Politiker offenkundig nach ihrer Amtszeit Vorteile davon haben, wovon soll man dann sprechen? Ich werde mich diesbezüglich in meiner Bewertung zurückhalten, da ich nicht in juristische Probleme geraten möchte. Jeder, der die Machenschaften der letzten ca. zwanzig Jahre einigermaßen auf dem Zettel hat, weiß, wie dieser ganze Sumpf zu bewerten ist. Die Sparer werden alles verlieren, und der Steuerzahler wird für die "systemrelevanten" Institute bürgen. Alles andere ist Geschwafel.
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