Blockade im Kongress: US-Haushaltsstreit drückt Börsen ins Minus

Der Haushaltsstreit in den USA verschärft sich, das belastet die Aktienmärkte in Europa und Asien. Börsenprofis fürchten, dass sich Republikaner und Demokraten vor Jahresende nicht mehr einigen. Auch die Krise Zyperns wirkt sich negativ auf die Kurse aus.

Kapitol in Washington: "Risiko, dass der Streit vor Jahresende nicht gelöst wird" Zur Großansicht
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Kapitol in Washington: "Risiko, dass der Streit vor Jahresende nicht gelöst wird"

Frankfurt - Der eskalierende US-Haushaltsstreit hat am Freitag die Aktienmärkte in Europa und Asien belastet. Der deutsche Leitindex Dax Chart zeigen notierte am späten Vormittag knapp ein Prozent im Minus. Am Donnerstag hatte er noch ein leichtes Plus von 0,1 Prozent verzeichnet.

Auch die Börse in Tokio reagierte auf den Haushaltsstreit in den USA. Der Nikkei-Index Chart zeigen schloss mit einem Minus von 0,99 Prozent bei 9940 Punkten. Auch alle anderen großen Börsen in Fernost wie jene in Taiwan, Südkorea, Singapur, Australien, Shanghai und Hongkong lagen im Minus.

In den erbitterten Verhandlungen stimmten die Republikaner am Donnerstag überraschend gegen ihren Wortführer John Boehner. Dieser hatte einen Vorschlag zu Steuererhöhungen vorgelegt. Boehner räumte seine Niederlage ein: "Das Repräsentantenhaus hat die Steuerpläne heute nicht aufgegriffen, weil sich nicht genügend von unseren Abgeordneten dahinter gestellt haben." Die Republikaner haben eigentlich die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Noch vor wenigen Tagen sah es so aus, als seien sich Boehner und US-Präsident Barack Obama näher gekommen. Doch nach der Schlappe des Republikaners droht nun eine Blockade.

Sollten Demokraten und Republikaner bis Ende nächster Woche keine Einigung erzielen, greifen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von 600 Milliarden Dollar. Diese könnten die USA als größte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen und damit auch der Weltwirtschaft zumindest einen Dämpfer verpassen.

"Erhöhtes Risiko, dass der Streit vor Jahresende nicht gelöst wird"

"Den Märkten gefallen die weiteren Verzögerungen in den Gesprächen nicht. Das erhöht das Risiko, dass der Streit vor Jahresende nicht gelöst wird", sagte Analyst Yuji Saito von der Crédit Agricole in Tokio. Der Markt habe eigentlich mit einer positiven Entwicklung gerechnet, ergänzte Fujio Ando von Chibagin Asset Management.

Auch die schleppenden Verhandlungen bei der Zypern-Rettung drücken die Stimmung an den Börsen. Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes um zwei Stufen gesenkt. Spekulationen gibt es über Forderungen des Internationalen Währungsfonds, private Gläubiger an der Rettung zu beteiligen. Die zyprische Regierung und Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker sprachen sich am Freitag deutlich gegen einen Schuldenschnitt aus.

cte/Reuters

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insgesamt 25 Beiträge
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1. Streit
hubertrudnick1 21.12.2012
Zitat von sysopREUTERSDer Haushaltsstreit in den USA verschärft sich, das belastet die Aktienmärkte in Europa und Asien. Börsenprofis fürchten, dass sich Republikaner und Demokraten vor Jahresende nicht mehr einigen. Auch die Krise Zyperns wirkt sich negativ auf die Kurse aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/us-haushaltsstreit-drueckt-boersen-ins-minus-a-874256.html
Keine Aufregung, denn in letzter Minute werden sie sich erneut einigen, es ist nur ein sinnloses Machtspiel. Die Ursachen werden einfach nicht angegangen, wie denn auch, es gibt doch immer noch Gewinner. HR
2. Haushaltsstreit in den USA
f.b. 21.12.2012
Die Amerikaner werden die ganze Welt vernichten: mit ihren Kriegen, ihren Börsen, ihren Schulden, ihrer gewalttätigen Bevölkerung und ihrer bigotten Geisteshaltung. Und der Herr Friedensnobelpreisträger kann daran schon mal überhaupt nichts ändern,
3. Na bitte ...
karlsiegfried 21.12.2012
Die Märkte, die Märkte, die Märkte. Ich kann es nicht mehr hören. Es wird Zeit für einen neuen Börsencrash. Der kommt ganz bestimmt. Hoffentlich bald, damit die ganze weltweite Finanzschweinerei endlich lückenlös aufgedeckt wird.
4. Aktienmärkte
trader_07 21.12.2012
Zitat von sysopREUTERSDer Haushaltsstreit in den USA verschärft sich, das belastet die Aktienmärkte in Europa und Asien. Börsenprofis fürchten, dass sich Republikaner und Demokraten vor Jahresende nicht mehr einigen. Auch die Krise Zyperns wirkt sich negativ auf die Kurse aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/us-haushaltsstreit-drueckt-boersen-ins-minus-a-874256.html
Eine kurze, knackige Korrektur nach unten um 4 oder 5% wäre ein schönes Weihnachtsgeschenk. Da ließe sich zum Jahresende nochmal ein schönes Taschengeld verdienen....
5. Auch die Krise Zyperns wirkt sich negativ auf die Kurse aus
wwwwalter 21.12.2012
Man glaubt es nicht. Dieses System muss wirklich auf tönernen Füßen stehen. Es ist fast unglaublich, dass ein Zwergstaat mit einer Zwergwirtschaft und einem kleinen, aber höchst dubiosen Bankensystem die Börse beeinflussen kann. Hallo - hier gehts um ein paar zig Milliarden ! Peanuts eigentlich. Und trotzdem gehts an den Börsen runter, und die Politiker sind die Getriebenen, nicht die Akteure. So ein Europa, mit derart feigen und handlungsunfähigen Politikern muss scheitern. Wirtschaftsverbrecher und Schwarzgeldhorter erpressen die Politik und werden gerettet - wann wachen die Bürger denn endlich mal auf ?
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