US-Hypotheken Credit Suisse zahlt gut fünf Milliarden Dollar

Nach der Deutschen Bank hat sich auch die Credit Suisse mit den Bankenaufsehern in den USA geeinigt. Im zweifelhaften Handel mit faulen Hypothekenpapieren kommt die Schweizer Großbank günstiger weg als die Deutschen.

Bankenviertel in Zürich
REUTERS

Bankenviertel in Zürich


Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat einen milliardenschweren Vergleich mit den US-Behörden geschlossen. Wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit faulen Hypothekenpapieren würden insgesamt 5,28 Milliarden Dollar (5,06 Milliarden Euro) gezahlt, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Dabei entfielen 2,48 Milliarden Dollar auf eine Strafzahlung an das US-Justizministerium, das übrige Geld sei für die Entschädigung von Verbrauchern vorgesehen.

Nur wenige Stunden zuvor hatte bereits die Deutsche Bank Chart zeigen eine Einigung mit den US-Behörden im Streit um faule Hypothekenpapiere bekanntgegeben. Sie verpflichtete sich demnach zur Zahlung von 3,1 Milliarden Dollar. Darüber hinaus werden 4,1 Milliarden Dollar für Entschädigungen von Kreditnehmern fällig.

Damit kommt die Credit Suisse deutlich billiger davon als die Deutsche Bank, die rund sieben Milliarden Dollar aufbringen muss. Andererseits ist es ihren Unterhändlern nicht gelungen, die US-Bankenaufsicht zum Entgegenkommen zu bewegen. Denn die Strafzahlungen liegen im Rahmen der Forderungen der Amerikaner, die zwischen fünf und sieben Milliarden Dollar gelegen hatten.

Rückstellungen in Milliardenhöhe

Insidern zufolge hatten sich die Schweizer wochenlang dagegen gewehrt. Am Ende zog man die Zahlung offensichtlich einer möglichen Klage vor, mit der die Amerikaner gedroht hatten. Händler gingen in einer ersten Einschätzung davon aus, dass Credit Suisse das Geld ohne eine weitere Kapitalerhöhung zusammenbringen dürfte. Vorbörslich kletterten die Aktien der Credit Suisse um 2,4 Prozent Chart zeigen.

Die Rückstellungen für sämtliche Rechtsstreitigkeiten beliefen sich Ende 2015 auf 1,6 Milliarden Franken. Im November hatte die Bank weitere 357 Millionen Franken beiseite gelegt, ein großer Teil davon in Zusammenhang mit Hypothekenfällen.

Der Hypothekenstreit ist der größte Bußgeldfall für die Credit Suisse, aber nicht der einzige. 2014 hatte das Institut wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung amerikanischer Kunden 2,8 Milliarden Dollar bezahlt, die bis dahin höchste Geldstrafe in der Schweizer Bankengeschichte.

Viele Großbanken haben sich auf dem amerikanischen Immobilienmarkt über Jahre viel Geld verdient. Sie vergaben Hypotheken an mittellose Familien und blähten damit ihr Kreditgeschäft auf. Die Risiken wurden anschließend an Investoren weitergereicht - in Form von hochkomplexen Anleihen, die den Banken ebenfalls hohe Gebühren in die Kasse spülten. Der Kollaps dieses Marktes im Jahr 2007 war ein Auslöser der Finanzkrise.

mik/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.