Geretteter Immobilienfinanzierer: Fannie Mae verdient mehr als je zuvor

Vor wenigen Jahren mussten die USA den Hypothekenfinanzierer Fannie Mae noch vor der Pleite bewahren. Nun hat das Unternehmen 17 Milliarden Dollar verdient - das höchste Ergebnis seiner Geschichte. Auch beim Schwesterinstitut Freddie Mac läuft es wieder gut.

Zentrale von Fannie Mae: Hoffnung auf "starke Gewinne" in den kommenden Jahren Zur Großansicht
AFP

Zentrale von Fannie Mae: Hoffnung auf "starke Gewinne" in den kommenden Jahren

Washington - Der Name Fannie Mae dürfte für immer mit der jüngsten Finanzkrise verbunden bleiben. Als in den USA ab 2007 der Immobilienmarkt abstürzte, traf dies auch den staatlich geförderten Hypothekenfinanzierer. Schließlich musste die US-Regierung das Unternehmen verstaatlichen.

In Staatsbesitz ist Fannie Mae noch immer, doch die Krise scheint vorbei zu sein. Für 2012 wies das Unternehmen am Dienstag einen Rekordgewinn von 17,2 Milliarden Dollar aus, nachdem im Jahr zuvor noch ein Verlust von 16,9 Milliarden zu Buche gestanden hatte. Auch dem kleineren Schwesterinstitut Freddie Mac geht es wieder besser: Es kam 2012 auf einen Rekordgewinn von elf Milliarden Dollar.

Als Grund für die Wende führte Fannie Mae vor allem die Erholung auf dem US-Häusermarkt an. Die Preise für Eigenheime haben angezogen und die Hausbesitzer zahlen ihre Kreditraten wieder zuverlässiger. Diese Entwicklung war bereits den privaten Banken zugute gekommen. "Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren starke Gewinne einfahren werden", sagte Firmenchef Timothy Mayopoulos in Washington.

An der Börse legten Aktien von Fannie Mae Chart zeigennach Bekanntgabe der Zahlen um mehr als 17 Prozent zu. Einen Teil der Staatshilfen in dreistelliger Milliardenhöhe haben die Firmen mittlerweile über Dividenden zurückgezahlt.

dab/Reuters/dpa

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1. zahlenspiele
autocrator 02.04.2013
ohne "drumrum" sagen einem die zahlen gar nichts. von minus 17 auf plus 17 Mrd US$ sinds also 34 Mrd US$. Jetzt muss man dazu aber noch wissen: Die bilanzsumme von Fannie beträgt nach einer gewaltigen veränderung von 2009 auf 2010 (knapp verdreifachung) über 3,2 Billionen Dollar also 3.200 Mrd US$. Da macht der großartige sprung von minus 17 auf plius 17 also gerade mal rd. 1% aus. Noch andere zahlenspielereien verblüffen, nicht nur die schon o.e. bilanzsummenaufblähungsexplosion. So schleppt man z.B. seit 2008 ein negatives eigenkapital durch die bilanz, oder für 2010 stehen plötzlich über 20% mehr angestellt in den papieren. Quelle aller angaben: 1 minute googel, und man findet: FEDERAL NATIONAL MORTGAGE ASSOCIATION (FANNIE MÄ) Bilanz GuV | Kennzahlen | Umsatz | Gewinn | finanzen.net (http://www.finanzen.net/bilanz_guv/Federal_National_Mortgage_Association_(Fannie_Mae)) ) Und das sind nur die zahlen, mit denen schon "gespielt" wurde, bevor man damit an die öffentlichkeit ging. langer rede kurzer sinn: die hilflosen erklärungsversuche, die verbliebenen häuslesbeitzer würden nun besser ihren kredit abstottern (blödsinn: das sind diejenigen, die das vorher auch schon konnten), oder der häusermarkt habe sich erholt, vernebeln doch bloß die tatsache, dass die bücher mit rosa tinte geschrieben sind, und man sie nur durch eine rosa brille betrachten darf. ich wette: einer würdigen prüfung auf "bilanzwahrheit und bilanzklarheit" würden die bücher nie und nimmer standhalten.
2. Jetzt schnell, schnell, avanti, avanti, Dilletanti,
Gerdtrader50 02.04.2013
alle Geschäftsführer bundesdeutscher Landesbanken rasch wieder gute Suprimepapiere kaufen, gelle ?
3. Gewinner und Verlierer
Brennstoff 02.04.2013
Sicher ist es erfreulich für Fannie Mae, das sie wieder in der Gewinnzone gelandet ist. Die Frage die ich mir dabei stelle ist natürlich, was ist mit all den Papieren, die jetzt wertlos auf Bad Banks in aller Herren Länder liegen und die mit tatkräftiger Hilfe dieses Instituts erst generiert wurden? Hat Fannie Mae vielleicht vor, diese Papiere stillschweigend zu vergessen und die Verluste den Steuerzahlern jener geprellten Länder zu überlassen? Ich denke mal, genau so wird es laufen! Offensichtlich ist die Fantasie der amerikanischen Kapitalisten beim Generieren von Vermögen genauso groß, wie ihre Vergesslichkeit gegenüber den Kunden, denen sie dabei das Fell über die Ohren gezogen haben. Das klingt zwar zynisch, aber da kann man nur staunen und lernen, so wird man ein echter Master of the Universe, so sehen Gewinner aus!
4. Gewinner und Verlierer
Brennstoff 02.04.2013
Sicher ist es erfreulich für Fannie Mae, das sie wieder in der Gewinnzone gelandet ist. Die Frage die ich mir dabei stelle ist natürlich, was ist mit all den Papieren, die jetzt wertlos auf Bad Banks in aller Herren Länder liegen und die mit tatkräftiger Hilfe dieses Instituts erst generiert wurden? Hat Fannie Mae vielleicht vor, diese Papiere stillschweigend zu vergessen und die Verluste den Steuerzahlern jener geprellten Länder zu überlassen? Ich denke mal, genau so wird es laufen! Offensichtlich ist die Fantasie der amerikanischen Kapitalisten beim Generieren von Vermögen genauso groß, wie ihre Vergesslichkeit gegenüber den Kunden, denen sie dabei das Fell über die Ohren gezogen haben. Das klingt zwar zynisch, aber da kann man nur staunen und lernen, so wird man ein echter Master of the Universe, so sehen Gewinner aus!
5. Klar, was auch......
curti 03.04.2013
Zitat von sysopAFPVor wenigen Jahren mussten die USA den Immobilienfinanzierer Fannie Mae noch vor der Pleite bewahren. Nun hat das Unternehmen 17 Milliarden Dollar verdient - das höchste Ergebnis seiner Geschichte. Auch beim Schwesterinstitut Freddie Mac läuft es wieder gut. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/us-immobilienmarkt-fannie-mae-verdient-mehr-als-je-zuvor-a-892142.html
......sonst. mehr als je zuvor und incl. der ausgeglichenen Miesen sogar das Doppelte. Sicherlich nicht abwegig zu vermuten, daß die Bilanzkosmetik ähnlich kreativ sein dürfte wie all die Produkte die zu den Miesen geführt haben. Die Möglichkeiten des "Gewinnvorsprungs" durch die Schaffung von Buchgeld, über den die Banken verfügen dürfen, noch außen vor gelassen. Eins ist sicher - im Casinokapitalismus werden die nächsten Krisen jeweils über den vorangegangenen liegen!
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